Der Verteidigungsminsiter macht Ernst
Bundeswehr macht Rheine dicht - Münster wird verkleinert

Mittwoch, 26.10.2011, 00:00 Uhr

Münsterland - Die Bundeswehr gibt den Standort Rheine vollständig auf. Nach den Plänen von Verteidigungsminister Thomas de Maizière ( CDU ) sollen von den bisher am Standort Rheine befindlichen 1940 Dienststellen lediglich 120 übrig bleiben. Im Zuge der Bundeswehrstrukturreform werden das Transporthubschrauberregiment, das Kraftfahrausbildungszentrum und das Sanitätszentrum in der Theodor Blank-Kaserne aufgelöst. Mit der Entscheidung des Verteidigungsministeriums verliert Rheine 1800 militärische und 400 zivile Dienstposten. Damit gehört Rheine in Nordrhein-Westfalen zu den am stärksten von der Reform betroffenen Kommunen. Wann genau die Bundeswehr die Emsstadt verlässt, steht noch nicht fest. Spekuliert wird über ein Zeitfenster bis zum Ende des Afghanistan-Einsatzes. Aktuell hat das Regiment drei Hubschrauber vom Typ CH 53 sowie 40 Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Die bislang in Rheine stationierten Hubschrauber kommen ins schwäbische Laubheim. Das dortige Heeresfliegerregiment wird in ein Luftwaffengeschwader umgewandelt. Über die Gründe für das Aus in Rheine wird derweil nur spekuliert. Nach Angaben der Regimentsführung in Rheine hat das Bundesverteidigungsministerium gestern noch keine Gründe für seine Entscheidung genannt. Mit dem Stationierungskonzept verschwindet die einst zweitgrößte Garnisonsstadt Deutschlands von der Bundeswehr-Landkarte. Bereits vor wenigen Jahren wurde das Jagdgeschwader 72, das Logistikregiment 11 und weitere kleinere Einheiten aufgelöst. Auch in Münster und anderen Standorten gibt es nach der seit langem angekündigten Strukturreform der Bundeswehr zum Teil erhebliche Reduzierungen der Dienststellen. Am Standort Münster werden von 1300 Dienstposten lediglich 790 übrig bleiben. Aufgelöst werden danach - wie berichtet - die Unteroffziersheeresschule in Münster-Handorf, das Feldjägerbataillon sowie das gesamte Kreiswehrersatzamt. Der Kasernen-Standort Münster bleibt aber erhalten. Nordrhein-Westfalen ist stark von den Standortschließungen betroffen. Insgesamt sollen 7000 Soldaten aus NRW abgezogen werden. Das Münsterland verliert 2360 Dienstellen. Dabei werden die Standorte Ochtrup um 50 reduziert, Warendorf verliert 60 Dienststellen. Ahlen erhält ein neues Batallion und wird aufgestockt. Ein genauer Zeitpunkt für die Umsetzung steht noch nicht fest. Heute nachmittag unterrichtet Verteidigungsminister de Maiziere die Öffentlichkeit. Betroffen sind neben den Heeresfliegern in Rheine und Münster Stützpunkte in Augustdorf und in Recklinghausen. Im Zuge der Bundeswehrreform werden in den kommenden Jahren 31 Standorte geschlossen. Hinzu kommen weitere 33 Standorte, die so reduziert werden, dass sie weniger als 15 Stellen haben und nicht mehr als Standorte gezählt werden. Damit werden künftig noch bundesweit 264 Standorte mit mehr als 15 Stellen erhalten. Von den Schließungen sind 10 der 16 Bundesländer betroffen. Von Standortschließungen verschont bleiben Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Saarland und Sachsen-Anhalt. Die meisten Schließungen wird es in Schleswig-Holstein geben, wo acht Standorte aufgegeben werden. Hier gibt es momentan noch deutschlandweit die meisten Soldaten pro 1.000 Einwohner.

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