7. September 2011
Sansibar, Kendwa (Nungwi)

Freitag, 04.11.2011, 00:11 Uhr

<1>Weißer Sandstrand, türkises Wasser: wir sind an einem paradiesischen Ort angekommen nach vielen Strapazen auf der Hinreise . Aber alles auf Anfang: Am Sonntag, 4. September ging es los. Von Düsseldorf sollte es über Frankfurt, Addis Abeba nach Dar es Salaam gehen. Doch direkt in Düsseldorf der erste Stress: Kriegen wir den Flieger in Frankfurt – der erste Flieger hatte Verspätung und die Maschine in Frankfurt sollte früher starten. Also konnten wir zu Beginn unseres Abenteuers erst einmal einen Sprint am größten Flughafen Deutschlands einlegen, um die Maschine von Äthiopien Airways zu bekommen. Wir, das sind meine Schwester Petra (39 Jahre) und ich, Martina (32 Jahre). Als Mitglieder des Entwicklungshilfevereins Blickwinkel – Afrika e.V. (www.blickwinkelafrika.de) hatten wir uns den Plan gemacht, unser aktuelles Projekt, die Kaseye Girls Secondary School in Kaseye, Malawi zu besuchen. Vorher wollten wir die Hinreise zum Projekt mit einem Abstecher nach Sansibar erweitern. Im Flieger waren wir aufgeregt, was wir die nächsten drei Wochen erleben würden. Als Backpacker(Rucksacktouristen) in Afrika unterwegs, wenig Planung vorab, viele spontane Entscheidungen, nur ein Zeitplan stand für unsere Reise fest. Was würden wir erleben? Welchen Menschen begegnen und wie würden diese auf uns reagieren? Am spannendsten war die Frage, wie es im Mädcheninternat der Kaseye School sein würde; ob unsere Hilfe an der richtigen Stelle ansetzt, unser Förderkonzept umsetzbar ist. Daneben waren wir etwas besorgt wegen der politischen Situation in Malawi: Im Juli hatte es bereits Demonstrationen gegen den derzeitigen Staatschef Mutharika gegeben. Um gegen Treibstoffmangel, chronische Stromausfälle und den Kurs der Regierung unter Staatspräsident Bingu wa Mutharika zu protestieren, gingen die Leute auf die Straße. Die Bilanz: mindestens 18 Tote. Im August waren die nächsten Demonstrationen kurzfristig abgesagt, für den 21.9. weitere geplant. Nach einem ruhigen Flug erwartete uns in Addis Abeba in Äthiopien die erste Konfrontation mit dem ganz anderen Leben in Afrika: Keine großen Sicherheitskontrollen, das „Boarden“ konnte Petra direkt für uns beide übernehmen. Am Montagmittag erreichten wir unser erstes Ziel: Dar es Salaam (deutsch: Hafen des Friedens), die inoffizielle Hauptstadt Tansanias. 1973 wurde eigentlich Dodoma die neue Hauptstadt von dem ostafrikanischen Land Tansania; die meisten Dinge des Landes werden aber auch heute noch von Dar es Salaam geregelt. In Dar ,wie die meisten Tansanier „ihre Hauptstadt“ nennen, angekommen ging es für uns in der Mittagshitze mit einem Taxi zur Bahnstation der TAZARA. Von dort wollten wir am Donnerstag mit dem Zug bis nach Mbeya, nahe der Grenze Malawis, reisen. Überaschenderweise gab es keine Tickets mehr für die nächste Woche für die 1.+2.Klasse. Also erstes Mal um planen. Mit unserem netten Taxifahrer ging es dann direkt zurück zum Flughafen. In verschiedenen Reiseshops versuchten wir noch Tickets für den letzten Flug am Abend nach Sansibar ergattern – und wir hatten Glück. Um halb sechs ging es dann zum 4.Mal in die Luft mit einem wunderschönen Blick auf die Großstadt Dar (über drei Millionen Einwohner) und eine halbe Stunde später auf den Sonnenuntergang auf Sansibar. Dort angekommen ging es wieder an die Entscheidung, „den“ richtigen Taxifahrer zu finden – vertrauenswürdig, guter Preis. Nicht ganz einfach bei den vielen Taxifahrern, die uns jedes Mal umringten. Aus dem Reiseführer hatten wir uns schon eine Unterkunft für Sansibar Town herausgesucht mit dem Vermerk „Empfehlenswert!“. Leider waren der Reiseführer und wir und in diesem Punkt nicht ganz einig. Augen zu und durch! Gestern Morgen haben wir uns nach dem Frühstück dann Stone Town, die Altstadt von Sansibar City, angeschaut: die kleinen Gassen, die durch die alten Gemäuer der Hafenstadt führen, der Museumspalast, kleine Shops, Schulen und immer wieder reich verzierte Eingangstüren. Nach unserem Spaziergang durch Stone Town leisteten wir uns am Hafen ein Taxi, dass uns in den Norden der Insel Richtung Nungwi/Kendwa bringen sollte. Auf dem Weg dorthin das total Kontrastprogramm zu Sansibar City, insbesondere Stone Town: Viele kleine Siedlungen, statt Steinhäusern viele Hütten aus Lehm. Schüler in Schuluniform, die Mädchen mit Kopftuch zeigten den arabischen Einfluss, der auf der Insel Sansibar stark verbreitet ist. Wenig Autos, statt dessen viele Ochsenkarren, Fahrräder und Frauen mit allerlei Dingen auf dem Kopf. Neben den Palmen und Bananenpflanzen grasten vereinzelt Kühe oder Ochsen. Abseits von dem touristischen Leben: Afrika pur. In Kendwa sind wir nun bis Freitagmorgen und werden hier das Strandleben genießen, etwas „auftanken“, bevor es weiter geht in Richtung Malawi.

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