Ehrenamts-Aktion „Mit dem Herzen dabei“
Einer, der anpacken kann

Donnerstag, 17.11.2011, 11:11 Uhr

NEUENKIRCHEN . Wer Jürgen Wiesmann im Herbst treffen will, muss sich warm anziehen. Denn der Naturschützer ist in dieser Jahreszeit zumeist draußen, in dieser Woche zum Beispiel im Offlumer „Puppen-Brook“, direkt unter der Windkraftanlage. „Die Hecken müssen auf den Stock gesetzt werden“, sagt der 59-jährige Rentner, die Säge in der Hand. Seit 20 Jahren engagiert sich Jürgen Wiesmann im Naturschutzbund Nabu - und ist deshalb für den Ehrenamtspreis „Mit dem Herzen dabei“ vorgeschlagen worden.

Jürgen Wiesmann ist kein Mann für große Ämter und Versammlungen. Er wirkt lieber im Stillen, draußen, wo es etwas zu tun gibt. „Ich packe ganz gerne an“, sagt er. Körperliche Arbeit scheut er dabei nicht - zum Beispiel bei der Pflege der Steilhänge am Offlumer See, am Düsterbach und am Angelsee in St. Arnold, wo sich Uferschwalben seit zwei Jahren ihre Bruthöhlen graben können. 90 Röhren hat er gezählt, 45 Nester haben die Schwalben gebaut. Und wenn die Vögel im Herbst wieder weg sind, stopft Wiesmann die Löcher eigenhändig wieder zu. „Sonst stürzt irgendwann der Steilhang ein“, sagt Wiesmann, der im Nabu Artenschutzbeauftragter für Schwalben und Mauersegler ist.

Der Vater von zwei Kindern war früher bei der Telekom beschäftigt. Als er vor 20 Jahren an der Kolpingstraße baute, kam er mit dem Nabu in Kontakt, der ihm vorschlug, in seinem Garten einheimische Bäume zu pflanzen. „Dann bin ich da mal hingegangen - und dabeigeblieben“, sagt Wiesmann. Von Teamsprecher Uli Antons habe er in den ersten Jahren viel über die heimische Natur gelernt.

Zu seinen ehrenamtlichen Aufgaben im Nabu zählt vor allem die Organisation der Arbeitseinsätze, aber auch Touren und Fahrten für Kinder stehen oft auf seinem Programm. Das nächste Projekt, an dem Wiesmann maßgeblich beteiligt sein wird, ist das geplante „Tierhotel“ am St. Arnolder Baggersee im alten Trafohäuschen der RWE.

Hier, auf dem Puppen-Brook in Offlum , sollen bald wieder wilde Primeln wachsen. „Dafür müssen wir aber erst die Wiese ausmagern“, sagt Jürgen Wiesmann und greift wieder zu seiner Säge.

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