SC Greven 09
„Wuschi“ lässt Endorphine tanzen

Montag, 07.11.2011, 00:11 Uhr

Greven - Altlandsberg. Fünf Sekunden vor Schluss der Handballbegegnung zwischen dem MTV und 09. Die Gäste liegen mit einem Tor in Rückstand. Freiwurf. Ania Jaszczuk tritt an. Die Torhüterin hält, lässt den Ball aber abprallen. Die MTV-Damen jubeln bereits, da ist Sarah Everding zur Stelle und erzielt das entscheidende Tor zum 28:28-Unentschieden. Was geht in einer Spielerin vor, die praktisch die Entscheidung in der Hand hat, dass die Mannschaft enttäuscht nach Hause fährt oder trotz der 500 Kilometer Rückreise ganz entspannt Richtung Greven düst? Sarah Everding schildert die wenigen Sekunden, die die Endorphine in der Blutbahnen des SC 09 haben tanzen lassen. „Das war der Hammer. Ich habe da gar nicht mehr nachgedacht. Da haben die Gegnerinnen schon gejubelt, als Ania verworfen hatte. Ich war da ganz alleine am Kreis, keiner hinderte mich, den Ball zu fangen. Dann die Frage, wo werfe ich den Ball hin? Die kurze Ecke war zu, dann habe ich mich für die lange Ecke entschieden. Der Ball ist dann noch vor den Pfosten geknallt und erst von dort ins Tor. Ich lag auf dem Boden, habe nur noch auf die Anzeigetafel geschaut, wo ich ein 59:59 erkennen konnte. Ein banger Blick zu den Schiedsrichter, die sich beraten. Sekunden des Haderns. Dann heben die Schiedsrichter den Daumen. Wir haben diesen einen Punkt geholt. Ich mag auch gar nicht darüber nachdenken, wie es gewesen wäre, wenn wir mit einer Niederlage nach Hause gefahren wären, denn wir haben ja zehn Minuten vor dem Ende der Partie sogar noch geführt. Dann bekamen wir zwei Zwei-Minuten-Strafen und haben im Angriff sehr unglücklich agiert. Wir können solche Dinger einfach nicht nach Hause schaukeln. Ich weiß auch nicht, woran das liegt. Selbst in Überzahl können wir keinen Treffer erzielen. Aber wir haben uns ja richtig gut wieder herangekämpft. Fünf Sekunden vor dem Ende war wir ja noch der Verlierer. Da bist du am Ende froh, wenn du wenigstens mit einem Punkt nach Hause fährst. Wir waren dann gegen 22.45 Uhr beim Balthazar und haben dort gegessen. Was es gegeben hat, das weiß ich gar nicht mehr. Es hat auf jeden Fall lecker geschmeckt. Morgens gegen sieben waren wir wieder in Greven. Da kannst du den Tag über nichts anderes machen als chillen. Du kommst zu nichts.“

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