„Bahnhof kommt“ – aber später
Baustart nicht vor Ende 2014 / Deutsche Bahn: Planungen für Empfangsgebäude auf gutem Weg

Münster -

Erst vor wenigen Monaten hatte die Deutsche Bahn betont, dass die Bauarbeiten für das neue Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs unmittelbar nach Abschluss der Verkehrsstation-Sanierung starten sollen – also 2013. Mittlerweile hat sie sich allerdings von ihrem ambitionierten Zeitplan verabschiedet. „Derzeit gehen wir davon aus, dass wir zum Jahreswechsel 2014/2015 mit den Bauarbeiten beginnen“, so Martin Sigmund, Leiter des Regionalbereichs West der DB Station & Service AG.

Freitag, 23.12.2011, 00:12 Uhr

Anlass zur Sorge, dass das ganze Projekt ins Trudeln geraten könnte, bestehe allerdings nicht, betont Sigmund – ganz im Gegenteil. Das 32 Millionen Euro teure Gebäude, das auf einer Länge von 140 Metern den maroden, aus den 1950er Jahren stammenden Bahnhof ersetzen soll, befinde sich „in voller Produktion“.

Im ersten Quartal 2012 soll die Vorentwurfsplanung abgeschlossen werden, bis dahin werde unter anderem die Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes weiter „optimiert“. Im zweiten Quartal 2012 werde die Entwurfs- und Genehmigungsplanung eingeleitet, „ein großer Meilenstein“, so Sigmund. Er hofft, dass dieses Verfahren 2013 abgeschlossen sein wird, Ausführungsplanung und europaweite Ausschreibung sollen folgen. Schneller gehe es einfach nicht – dafür sei das Vorhaben „zu komplex“.

Parallel arbeitet die Deutsche Bahn an der Vermarktung ihres Grundstücks an der Bahnhof-Ostseite. Sigmund bestätigt Gespräche „mit mehreren Investoren“, das Interesse an dem Grundstück sei „groß“. „Wir verhandeln und hoffen, schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen zu kommen.“ Nach wie vor sei vorstellbar, dass dort Büros und/oder ein Hotel entstehen. Der Erlös aus dem Grundstücksverkauf soll in den Etat für das Empfangsgebäude fließen, für das die Deutsche Bahn immerhin 32 Millionen Euro ausgeben will.

„Ich bin sehr optimistisch für den münsterischen Hauptbahnhof“, unterstreicht Sigmund. Mehr noch: Er sehe aktuell keine Gefahr, dass das in Münster heiß ersehnte Großprojekt scheitern könnte: „Wir arbeiten intensiv und konzentriert daran; mit dem Projektleiter sitze ich einmal im Monat zusammen. Das wird klappen.“

Ihre Pläne für ein neues, gläsernes Empfangsgebäude hatte die Bahn im März präsentiert. Er soll zwischen dem Nord- und dem Haupteingang errichtet werden und auf 8000 Quadratmetern Platz für Servicebereiche für Reisende, Handel, Gastronomie und Büros bieten. Die Kosten wollen sich Bahn, Bund und Stadt teilen. Bauzeit: zwei bis drei Jahre.

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