„Bitte, hören wir damit auf“
Turbulente Sitzung beim Pferdestammbuch endet mit Abwahl des Vizepräsidenten

Münster -

Sie könnte am Ende den Ausschlag gegeben haben: Susanne Schmitt-Rimkus, Leiterin des Warendorfer Landgestüts, geht an Rednerpult und spricht: „Dieser Nachmittag, dieser Streit ist für mich emotional kaum noch zu ertragen. Bitte, hören wir damit auf und suchen eine Entscheidung. Es geht um die Zukunft der westfälischen Pferdezucht.“ Im Anschluss verliest sie die Namen zahlreicher renommierter Hengsthalter und Gestüte aus ganz Westfalen. „Auch in deren Namen rede ich hier.“

Donnerstag, 22.12.2011, 17:12 Uhr

Kurze Zeit ist es still im Casino auf dem Gelände des Westfälischen Pferdestammbuches in Münster – ein seltener Moment. Vorher gab es persönliche Anfeindungen, Drohungen und sogar Vergleiche mit „Nazi-Methoden“ bei der Delegiertenversammlung. Die Sitzung hatte nur einen offiziellen Tagungsordnungspunkt – und dauerte doch über vier Stunden: Die Abwahl des Stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Volker Kückelhaus .

Dieser lieferte sich – wie berichtet – sich über Monate vor allem einen erbitterten Machtkampf mit dem Hauptzuchtmeister und langjährigem Geschäftsführer des Stammbuchs. Dabei ging es um eine günstige Miete für das Einfamilienhaus in Münster, die private Nutzung eines Dienstwagens und Gewährung eines Kredits in Höhe von 151 000 Euro an einen Mitarbeiter – all das am Vorstand vorbei. Dieser reagierte und sprach eine Abmahnung aus.

Doch damit nicht genug, die Auseinandersetzung ging weiter – diesmal öffentlich: „Kückelhaus verletzt den menschlichen Anstand im Umgang mit Mitarbeitern“, warfen ihm gestern zahlreiche Redner vor. Zudem seien viele Vorgänge abgeschlossen, der Vize „suche aber aus Profilierungssucht und Niedertracht“ die öffentliche Auseinandersetzung. Sogar Vergleiche mit „Nazi-Methoden“ habe er gegenüber der Fachpresse angestellt, lautet ein Vorwurf.

Kückelhaus wehrte sich, sprach erneut von Defiziten im Management, fehlender Transparenz, einem drohenden Defizit. „Wollen wir hier griechische Verhältnisse?“

So weit ist es finanziell beim Verband noch nicht, der Umgang nähert sich aber an: Nach einer chaotischen und von zahllosen Wortmeldungen unterbrochenen Sitzung das Abstimmungsergebnis: Von 103 Delegierten stimmten 60 dem Antrag des Präsidenten Meyer zu Hartum zu, Kückelhaus abzuberufen. Dieser hatte zuvor die Chance für eine freiwilligen Rücktritt ignoriert.

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