Gelb hat weiter freie Fahrt
Regeln der Umweltzone in Münster werden nicht verschärft – vorerst

Münster -

In der Nachbarschaft, in Osnabrück, müssen Autofahrer mit gelber Plakette seit Neujahr draußen bleiben. Nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette dürfen dort in die Innenstadt fahren. In Münster ist das auch 2012 noch möglich. „Vorläufig“, präzisiert Ralf Besler vom städtischen Umweltamt. Er rechnet damit, dass spätestens 2014 auch in Münster die Regeln für die Umweltzone verschärft werden.

Montag, 02.01.2012, 14:01 Uhr

Gelb hat weiter freie Fahrt : Regeln der Umweltzone in Münster werden nicht verschärft – vorerst
Münster hat seit zwei Jahren eine Umweltzone: Im Gegensatz zu Osnabrück werden hier die regeln vorerst nicht verschärft. Foto: Oliver Werner

Dies schon allein deshalb, weil das Land Nordrhein-Westfalen die Regeln für die Umweltzonen harmonisieren will. Zum 1. Januar ist das komplette Ruhrgebiet eine mit grüner und gelber Plakette zu befahrende Umweltzone geworden. Bisher waren dort auch Autos mit roter Plakette auf den Straßen geduldet. „Der Trend geht bundesweit dahin, die Vorschriften strenger zu gestalten“, sagt Besler . Nicht nur in Osnabrück, auch in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Leipzig dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette ins Zentrum.

In Münster wird an der verkehrsreichen Mess-Stelle Weseler Straße auch zwei Jahre nach Einführung der Umweltzone der Grenzwert für Stickstoffoxid (NO²) mit dem voraussichtlichen Jahresmittelwert von 47 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft für 2011 noch immer überschritten. Neben dem Verkehr beeinflusst, laut Besler, auch die Witterung stark die Belastung – auch die mit Feinstaub. Letzterer ist in Münster seit drei Jahren kein größeres Problem mehr. 2010 und 2011 gab es an der Weseler Straße lediglich jeweils 22 Tage, an denen der zulässige Grenzwert überschritten wurde. 35 solcher Tage pro Jahr sind erlaubt.

„Das Wetter beeinflusst die Belastungswerte mit NO² und Feinstaub stärker als der Verkehr“, betont Besler. Die Konsequenz daraus könne aber nicht sein, die Umweltzonen aufzuheben. Die Luftqualität habe sich überall dort, wo Umweltzonen geschaffen wurden, verbessert, sagt der Fachmann vom Umweltamt – vor allem, weil Autofahrer ihre Fahrzeuge mit abgasarmer Katalysatortechnik ausstatteten. In Münster verbesserte besonders nachhaltig die Ausrüstung der Busflotte der Stadtwerke mit Abgasfiltertechnik die Luft. Davon profitierte besonders die Straße Bült, wo täglich über 1000 Busse anhalten.

In diesem Jahr steht eine Überprüfung des Luftreinhalteplans für Münster an. Ralf Besler: „Änderungen könnten möglicherweise schon 2013 wirksam werden.“

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