Flugverkehr
Bund bekennt sich zum FMO - Zuschüsse sollen Corona-Folgen lindern

Münster/Greven -

Der Corona-Lockdown sorgt für leere Terminals – doch die Flughäfen bleiben dennoch offen. Das ist politischer Wille. Um die Kosten auszugleichen, hat der Bund Millionen zugesagt. Auch der FMO profitiert.

Freitag, 12.02.2021, 17:46 Uhr aktualisiert: 12.02.2021, 20:16 Uhr
Nichts los am FMO - Corona hat Schuld. Aber geht's nach der Pandemie wieder aufwärts?
Nichts los am FMO - Corona hat Schuld. Aber geht's nach der Pandemie wieder aufwärts? Foto: Gunnar A. Pier

Wie dramatisch die Lage ist, verdeutlichte der Chef des Flughafens Münster/Osnabrück ( FMO ), Rainer Schwarz , am Mittwoch im Grevener Hauptausschuss: Im vergangenen Jahr sank die Fluggastzahl von über einer Million auf 224 000, der Umsatz ging um 19 Millionen Euro zurück, der Verlust stieg um neun Millionen. Corona zwang zur Bauchlandung.

Doch nun hat der Bund Geld versprochen. Am Donnerstagabend verständigten sich Bundesministerien und Koalitionsfraktionen darauf, den 15 wichtigsten deutschen Flughäfen die Vorhaltekosten für den ersten Lockdown zu erstatten. Der Bund werde mehr als 600 Millionen Euro bereitstellen, teilte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit.

95 Prozent der FMO-Mitarbeiter in Kurzarbeit

Voraussetzung sei, dass die Länder jeweils in gleicher Höhe zuzahlen – NRW hat das zugesagt. „Nur indem die Flughäfen offenblieben, konnten lebenswichtige Güter und Medikamente transportiert sowie im Ausland gestrandete Bürger heimgeflogen werden. Diese Infrastruktur zu erhalten, liegt im gesellschaftlichen Interesse“, sagte Scheuer.

Am FMO ging schon im ersten Lockdown fast gar nichts mehr. Linien- und Urlaubsflieger blieben am Boden. Bis heute sind rund 95 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Doch die Kosten bleiben dennoch hoch.

Dass nun Hilfen fließen, sorgte zunächst für Freude in Greven. Und Schwarz verkniff sich auch nicht einen Seitenhieb auf die münsterische Politik: „Diese Positionierung der Bundesregierung entspricht wohl eher den realen Gegebenheiten, als solche Überlegungen, die sich mit Gutachten zur Schließung des FMO beschäftigen.“

Der neue Rat in Münster hatte am Mittwoch beschlossen, ein Gutachten zur Zukunft des FMO einzuholen und ab 2024 keine Zuschüsse mehr zu zahlen. Eine Entscheidung, deren Rechtmäßigkeit nach CDU-Ansicht noch geklärt werden muss.

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