Instrumente integrierter Planung
Erster Antrag für Borghorster Stadtachse

Steinfurt -

Stadtstrukturplan, Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Mobilitätskonzept. Die Listen mit Ideen, Perspektiven, Entwürfen, Plänen und Konzepten sind lang, mit denen sich Politik und Verwaltung aktuell beschäftigen. Die Kreisstadt soll fit für die Zukunft gemacht und dafür einige Million Euro Fördergelder an Land gezogen werden.

Freitag, 12.02.2021, 17:53 Uhr aktualisiert: 14.02.2021, 21:30 Uhr
Der Verbindung vom BWS-Zentrum durch die Innenstadt bis zum neuen Gesundheitscampus soll eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung innerstädtischer Strukturen zukommen.
Der Verbindung vom BWS-Zentrum durch die Innenstadt bis zum neuen Gesundheitscampus soll eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung innerstädtischer Strukturen zukommen. Foto: complan

Stadtstrukturplan, Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Mobilitätskonzept. Die Listen mit Ideen, Perspektiven, Entwürfen, Plänen und Konzepten sind lang, mit denen sich Politik und Verwaltung aktuell beschäftigen. Die Kreisstadt soll fit für die Zukunft gemacht und dafür einige Million Euro Fördergelder an Land gezogen werden. Technischer Beigeordneter Hans Schröder und Mobilitäts- und Klimaschutzmanager Simon Möser haben die erste, als Videomeeting durchgeführte Sitzung des in dieser Ratsperiode neu gegründeten Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und digitale Infrastruktur am Dienstag genutzt, die Fraktionen über den aktuellen Stand der Vorhaben zu informieren. In Anbetracht der Komplexität der Themen und der Geschwindigkeit, mit der sie vorgestellt wurden, gelang es nicht allen Zuhörern, zu folgen. Dennoch konnten Schröder und Möser deutlich machen, welche Tragweite und Bedeutung die Stadt den Planungen beimisst. Die Konzepte sollen als Grundlage dienen, sowohl die räumlichen als auch gesellschaftlichen Entwicklungen auf den unterschiedlichsten Ebenen in den Blick zu nehmen, zu bewerten, um Zukunftsplanung mit den passenden Instrumenten und einer ordnender Hand zu steuern. Das Leben, Wohnen und Arbeiten soll in Steinfurt attraktiver werden. Dabei soll es grundsätzlich darum gehen, Strukturen dort auszubauen, wo sie stark sind, und Schwächen dort zu kompensieren, wo Beziehungen instabil sind. Das könnte beispielsweise durch neue Wohnformen oder dadurch geschaffen werden, den Flächenverbrauch bei Gewerbeansiedlungen durch alternative Bauweisen zu verringern.

Schröder machte klar, dass es unter anderem darum geht, wo Flächen in Borghorst und Burgsteinfurt verdichtet, wo Ruhezonen für Mensch und Natur, Freizeit- und Sportmöglichkeiten geschaffen werden können. Wichtig sei es, neue Mobilität zu unterstützen. Simon Möser schilderte Eckpunkte seines Mobilitätskonzept. Es soll spätestens in einem Jahr aufzeigen, was unternommen werden kann, Bus, Bahn, Rad- und Autoverkehr enger miteinander zu verzahnen. Alternative Antriebe und Stoffe werden dabei eine besondere Rolle spielen.

Einige zentrale Fragen der Stadtstruktur- und Entwicklungsplanung hat die vom Bielefelder Kommunalberatungsbüro complan nach einer Stärken-Schwäche-Analyse erarbeiteten und im September vorgestellten Rahmenplanung bereits beantwortet. „Einzigartig im Kern. Perspektivreich in der Region“ hatten die Experten das Leitbild für Steinfurt überschrieben. Es zeigt bereits einige zentrale Handlungsfelder auf, wie Brüche innerstädtischer Strukturen gekittet und so miteinander zusammenzugefügt werden können, dass gewachsene Beziehungen wieder sichtbar und neue geschaffen werden.

Schröder lenkte in diesem Zusammenhang die Aufmerksamkeit des Ausschusses auf ein ganz praktisches Beispiel der theoretischen Reißbrettplanungen. Noch im September soll ein Förderantrag bei der Bezirksregierung gestellt werden, einen städtebaulichen Wettbewerb in Borghorst durchführen zu können. Im Mittelpunkt steht die Gestaltung der Verbindung vom BWS-Zentrum bis zum neuen Gesundheitscampus auf dem ehemaligen Kock-Gelände. Schröder spricht von einer prägenden Achse für das Stadtbild. Ihre Bedeutung sei nicht überall erkennbar und soll deshalb wieder sichtbar gemacht werden. 4,2 Millionen Euro müssten laut Schröders Dezernat für dieses Projekt aufgebracht werden. Vier Bauabschnitte sind geplant. Allein 1,1 Millionen Euro sind für eine Neugestaltung des Roten Platzes angesetzt.

SPD-Fraktionschef Alfred Voges bezeichnete die Anstrengungen, ressortübergreifend Stadtplanung zu betreiben, als zielführend: „Das zeigt, das man jetzt in die Tiefe gehen kann.“ Ausschussvorsitzender Günther Gromotka (CDU) war überzeugt, „dass die Vernetzung aller Teilnehmer besser gelingen und Vorteile für eine nachhaltige Planung bringen kann.“ Die Themen werden Politik und Verwaltung länger als eine Ratsperiode beschäftigen. Gromotka plädierte abschließend dafür, nicht nur innerstädtische, sondern auch die Entwicklungen in den Außenbereichen in den Blick zu nehmen. Zu berücksichtigen seien auch die Planungen, die insbesondere in Mobilitäts-, Energie- und Verkehrsfragen überörtlich angestellt werden.

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