Hendrik Sikma – Einzelbewerber fürs Bürgermeisteramt
Ganz allein auf die Zielgerade

Everswinkel -

Er geht als Einzelkämpfer ins Rennen. Während die drei anderen Kandidaten für das Bürgermeisteramt jeweils von ihrer Partei nominiert wurden und unterstützt werden, ist Hendrik Sikma auf sich allein gestellt. Er ist zwar Mitglieder der FDP, doch zur Kandidatur entschloss er sich ohne Rückendeckung der Liberalen, aber mit Unterstützung seiner Frau. Ausschlaggebend dafür, ins Rennen um den Bürgermeisterstuhl einzusteigen, war eine Unzufriedenheit mit einigen Entwicklungen in der Gemeindepolitik.

Samstag, 05.09.2020, 09:19 Uhr
Hendrik Sikma geht als unabhängiger Einzelbewerber ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Zu seinen politischen Zielen zählt unter anderem die Attraktivierung der Vitus-Gemeinde.
Hendrik Sikma geht als unabhängiger Einzelbewerber ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Zu seinen politischen Zielen zählt unter anderem die Attraktivierung der Vitus-Gemeinde. Foto: Klaus Meyer

Er geht als Einzelkämpfer ins Rennen. Während die drei anderen Kandidaten für das Bürgermeisteramt jeweils von ihrer Partei nominiert wurden und unterstützt werden, ist Hendrik Sikma auf sich allein gestellt. Der Everswinkeler Agrar-Ingenieur und Unternehmer im Agrar- und Tierbedarfs-Bereich, der 1953 im niederländischen Beilen geboren wurde und 1968 ins Münsterland zog, war nach eigenem Bekunden „immer politisch interessiert“ – zunächst als Student Fachschaftsvorsitzender, später engagiert in der FDP . Der Everswinkeler ist verheiratet, hat vier Kinder und sechs Enkelkinder, spricht vier Sprachen, nicht zuletzt durch diverse Tätigkeiten im Ausland.

Warum sich Sikma als unabhängiger Bewerber ins Rennen begab, begründet er so: „Mit meiner Frau habe ich das sehr spontan, eine Woche vor Meldeschluss entschieden, weil mich einige Ereignisse in der Everswinkeler Dorfpolitik sehr gestört haben.“ Nur durch persönliches Engagement sei dies seiner Meinung nach zu ändern. „Nicht nur schimpfen sondern selbst was tun.“ An der Dorfpolitik habe ihn gestört, dass trotz vorhandenem Gewerbegebiet kein neues Gewerbe anzusiedeln sei. „Wir wollten unsere Firma ausdehnen, bekamen jedoch eine klare Ablehnung von der Gemeinde.“

Es braucht jemanden, der wirtschaftlich denken und handeln kann.

Hendrik Sikma, unabhängiger Bürgermeister-Kandidat

Im vorhandenen Gewerbegebiet auf der östlichen Seite „Am Haus Langen“ finde stattdessen eine „illegale Wohnnutzung“ statt. Gewerbliche Tätigkeiten seien dort nach Aussagen der Gemeinde nicht erlaubt. Die Gemeinde wolle jetzt sogar die illegale Nutzung noch „unterstützen“, indem das Gewerbegebiet in ein Mischgebiet umgewandelt werde und die „illegalen Bewohner“ noch mit einer enormen Grundwertsteigerung belohnt würden, ärgert sich Sikma. Gerade in heutiger Zeit dürfe die Gemeinde nicht auf diese Gewerbesteuer-Einnahmen verzichten. „Wir haben immer über unsere Verhältnisse gelebt. Von 2010 bis 2018 hat Everswinkel sechs Millionen Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Nur das letzte Jahr hat durch hohe Gewerbesteuer-Einnahmen den Verlust wieder etwas ausgeglichen“, rechnet Sikma vor. „Jedoch wird die Corona-Krise ein riesiges Loch in die Steuereinnahmen der Gemeinde reißen.“ Es gelte zu handeln. „Die Richtung darf dann kein Verwalter bestimmen. Es braucht jemanden, der wirtschaftlich denken und handeln kann.“

Sikma will die Gemeinde durch gemeinsames Tun voranbringen, betont er. Ihm sei aufgefallen, dass öfter „durchaus sinnvolle Vorschläge von Minderheitsfraktionen durch die Mehrheit generell abgeblockt werden. Zum Teil kämen diese abgeblockten Vorschläge dann als Ergebnis eines neuen Gemeinde-Entwicklungskonzeptes wieder auf, „werden dargestellt als eigene geistige Ergüsse und dann schnell durchgewinkt“, kritisiert Sikma, der eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Parteien fordert. „Ich gehe generell davon aus, dass alle Fraktionen das Wohl der Gemeinde und nicht des Einzelnen im Auge haben.“

Was die künftige Entwicklung angeht, so spricht sich Sikma für Wachstum aus. „Everswinkel muss größer werden. Mit unter 10 000 Einwohner ist man für Läden nicht interessant. Oftmals verschwinden die kleinen Handelsbetriebe, darum muss der Ort weiter wachsen.“ Münster würde gerade viele Bürger verlieren, die ein Eigenheim in guter ländlicher Wohnumgebung in umliegende Gemeinden suchten. „Alverskirchen und Everswinkel können hier eine Lösung bieten.“ Hinsichtlich Bauen und Wohnen sieht Sikma die Erweiterung in die Landschaft und den Einfluss auf die Natur nicht so negativ. „Vielfach gibt es in den bei uns vorhanden Gärten und Grundstücke eine vielfältigere Flora und Fauna als auf den landwirtschaftliche genutzten Flächen.“ Auch anderen Gedanken über Gebäude müsse nachgegangen werden. Sikma nennt beispielsweise kleine „Tiny Houses“ aus Holz, die vor allem jungen Leuten oder auch Singles mit kleinem Geldbeutel viele Möglichkeiten böten.

Der unabhängige Bürgermeister-Kandidat will überdies eine lebendigere Gemeinde erreichen. Event-Planung für den Magnusplatz, Förderung der Gastronomie und ein Kulturzentrum „Haus der Generationen“ nennt er als Stichworte. „Die Gemeinde darf sich nicht zum ,Schlafdorf‘ entwickeln.“ Sikma misst ausreichenden Gewerbeflächen große Bedeutung bei und spricht sich klar gegen eine Umwandlung in Misch/Wohngebiete aus. „Nutzungen wie ein Reitplatz in einem Gewerbegebiet sollten nicht erlaubt sein. Wir werden in die Zukunft noch weitere Gewerbegebiete anbieten müssen, um Arbeitsplätze im Ort zu halten und zu erweitern.“ Das gelte sowohl für Everswinkel wie auch für Alverskirchen. Arbeit in der Gemeinde könne eine positive Wirkung auf Gastronomie und Kaufverhalten haben. Wirtschaftsförderung durch die Gemeinde bedeute auch, die Gemeinde attraktiv zu machen für Betriebe, unterstreicht Sikma.

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