Pfarrer Zakarias bittet um Spenden
Vulkan zwingt Tausende zur Flucht

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Rund 28 000 Menschen hat der Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Lembata aus ihren Dörfern vertrieben. Auch das Heimatdorf von Pfarrer Zakarias Sago aus dem Seelsorgeteam St. Laurentius ist betroffen. Der Geistliche hofft auf Spenden für die Flüchtlinge, die in Zelten notdürftig untergebracht worden sind.

Montag, 30.11.2020, 17:59 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 12:36 Uhr
Pfarrer Zakarias
Pfarrer Zakarias Foto: Siegmar Syffus

Der Vulkan Lewotolok spuckt seit Sonntagmorgen Feuer, Asche und glühende Steine. Bis zu vier Kilometer hoch ragt die Rauchsäule auf der indonesischen Insel Lembata in die Luft. Tausende Dorfbewohner – zumeist arme Bauern – mussten eilig in Sicherheit gebracht werden. Ihr Schicksal liegt Pfarrer Zakarias Sago ganz eng am Herzen. Denn auch sein Heimatdorf ist unmittelbar von der Naturkatastrophe betroffen.

„Ich habe mit meiner Schwester Maria telefoniert. Sie hat mir gesagt, dass alle 1500 Bewohner aus Toko Jaeng geflohen sind“, erzählt Zakarias Sago mit sorgenvoller Miene. Viele Menschen seien zu Fuß oder mit dem Motorrad in die Bezirkshauptstadt Lewoleba aufgebrochen. Andere – vor allem ältere Menschen – seien von der Polizei auf Lastwagen in Sicherheit gebracht worden.

Von der Polizei wurden insbesondere alte Menschen, die sich alleine nicht helfen konnten, aus den vom Vulkanausbruch betroffenen Dörfern in Sicherheit gebracht.

Von der Polizei wurden insbesondere alte Menschen, die sich alleine nicht helfen konnten, aus den vom Vulkanausbruch betroffenen Dörfern in Sicherheit gebracht. Foto: privat

„Besonders schlimm hat es die Leute in drei Nachbardörfern getroffen. Ein Regen aus kleinen heißen Steinen ist durch die Wellblechdächer ihrer Häuser geschlagen. Die Leute aus meinem Dorf hatten Glück, weil der Wind in einer anderen Richtung stand“, erzählt der Geistliche, der seit Anfang 2019 dem Seelsorgeteam von St. Laurentius Senden angehört. Nach direkten Informationen aus seiner Heimat seien rund 28 000 aus 28 Dörfern vom Vulkanausbruch betroffen.

„Antonius, der Leiter der örtlichen Hilfe, hat mir gesagt, dass 4483 Leute in Zelten untergebracht sind. Die anderen sind von Freunden und Familien aufgenommen worden“, berichtet der Geistliche. Auch seine zweite Schwester, Lena, die in Lewoleba lebt, habe Flüchtlinge aufgenommen. „Mein Schwager war die ganze Nacht auf, und hat 51 Leute untergebracht. Einige müssen auf dem Flur schlafen“, schildert Zakarias Sago die Situation vor Ort. Bauern aus der Umgebung hätten Bananen und Kokosnüsse herangekarrt, um die Betroffenen mit Nahrung versorgen zu können. Es würden Reis und Nudeln gesammelt, um die ärgste Not zu lindern.

Doch diese Hilfe allein wird aller Voraussicht nach nicht ausreichen, um die Zeit bis zur Rückkehr in die Dörfer überbrücken zu können, befürchtet der Geistliche.

In den Zelten müssen die Menschen auf dem Boden schlafen. Es fehlen Corona-Schutzmasken, Hygieneartikel und Iso-Matten.

In den Zelten müssen die Menschen auf dem Boden schlafen. Es fehlen Corona-Schutzmasken, Hygieneartikel und Iso-Matten. Foto: privat

Das Geld wird direkt nach Indonesien, an Pfarrer Laurentius Jatim, überwiesen. „Mit den Spenden wird allen Menschen geholfen, egal welcher Religion sie sind“, verspricht Zakarias Sago. Es sollen insbesondere Lebensmittel, Corona-Schutzmasken, Reinigungs- und Hygieneartikel und Windeln für Kleinkinder angeschafft werden – ebenso Isomatten, denn viele Menschen schlafen in den Zelten auf dem blanken Boden, berichtet der Pfarrer. „Vor zwei Jahren gab es schon einmal einen Vulkanausbruch, da mussten die Leute einen Monat in Zelten leben.“

Spenden für die vom Vulkanausbruch Betroffenen können auf das Konto der Kirchengemeinde St. Laurentius überwiesen werden Stichwort: Indonesienhilfe/Pfarrer Zakarias, IBAN: DE91 4006 9546 0000 3412 21, bei der Volksbank Senden.

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