Saison-Ende
Was beim „Tatort“ alles geschah und passieren wird

Berlin (dpa) - Die zu Ende gehende Saison bei Deutschlands beliebtester Krimireihe war ereignisreich. An 33 Abenden flimmerte in den vergangenen neun Monaten ein neuer „Tatort“ über Millionen Bildschirme. An diesem Montag (20.15 Uhr) läuft in der ARD der letzte neue Krimi vor der Sommerpause, die bis August geht. Es wird der zweite Fall des Luzerner Kommissars Reto Flückiger (Stefan Gubser). Der Schweizer „Tatort“ ist die Nummer 34 und der letzte vor der Sommerpause. Die Spitzenquote holte - wie gehabt - ein „Tatort“ aus Münster. 

Donnerstag, 24.05.2012, 11:05 Uhr

Saison-Ende : Was beim „Tatort“ alles geschah und passieren wird
Foto: dpa

Den Film „Hinkebein“ vom 11. März sahen 11,84 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 30,7 Prozent entsprach. Als skurril und geradezu wahnsinnig nahmen viele den hessischen „ Tatort : Das Dorf“ vom 4. Dezember wahr, in dem Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur) halluzinierte und die Kessler-Zwillinge irre tanzten.

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Mit mindestens 15 Toten war der Wiener „Tatort: Kein Entkommen“ (mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser) vom 5. Februar der „leichenreichste“ in der mehr als 41-jährigen Geschichte der Krimireihe . Das hat die Fanseite „tatort-fundus.de“ errechnet. Zuvor hielt der Bremer „Tatort: Abschaum“ von 2004 den Rekord (14 Tote).Gesprächsthema bei Millionen Deutschen waren auch wieder einige Ereignisse rund um die Krimireihe. Ab 2013 soll es zum Beispiel 19 Ermittlerteams geben. So viele wie nie zuvor. Das freut Fans, betrübt aber auch einige, weil immer mehr Ermittler nur einmal im Jahr zum Zuge kommen.

Aktuelle Tatort-Kommissare 2014

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  • Team Saarbrücken (seit 2013): Devid Striesow als Jens Stellbrink und Elisabeth Bück als Lisa Marx.

    Foto: ARD
  • Das neue Tatort-Team in Franken. Von links: Fabian Hinrichs (Rolle: Hauptkommissar Felix Voss), Max Färberböck (Regisseur), Dagmar Menzel (Rolle: Hauptkommissarin Paula Ringelhahn) und Eli Wasserscheid (Rolle: Kommissarin Wanda Goldwasser)

    Foto: ARD
  • Der Bodensee-"Tatort" des Südwestrundfunks (SWR) mit Eva Mattes als Hauptkommissarin Klara Blum und Sebastian Bezzel als Hauptkommissar Kai Perlmann wird 2016 auslaufen.

    Foto: ARD
  • Wotan Wilke Möhring als Kommissar Thorsten Falke geht in Hamburg und Umgebung auf Verbrecherjagd. Petra Schmidt-Schaller als Kommissarin Katharina Lorenz hat nach sechs Folgen die Reihe verlassen. Ihre Nachfolgerin ist Fanziska Weisz in der Rolle der Bundespolizei-Kommissarin Julia Grosz.

    Foto: ARD
  • Die Kriminalkommissare Reto Flückiger, gespielt von Stefan Gubser, und Liz Ritschard, gespielt von Delia Mayer, sind in Luzern seit 2011 unterwegs. 

    Foto: ARD
  • Til Schweiger als Nick Tschiller beim Hamburger LKA.

    Foto: ARD
  • Das Trio für Erfurt heißt: Funck, Schaffert und Grewel.

    Foto: ARD
  • Nora Tschirner und Christian Ulmen als KHK Lessing und KOK Kira Dorn in Weimar.

    Foto: dpa
  • Professor Boerne (Jan Josepf Liefers) und Frank Thiel (Axel Prahl) ermitteln in Münster.

    Foto: Thomas Kost / WDR
  • Maria Furtwängler ist die Kommissarin Charlotte Lindholm in Hannover

    Foto: Ndr
  • Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) sind das Team in München.

    Foto: BR
  • Vor Kölns „Wurstbraterei“ trifft man Max Ballauf (Klaus J. Behnrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär).

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Die Schauspieler Sibel Kekilli als Polizeianwärterin Sarah Brandt neben Axel Milberg alias Klaus Borowski bei den Dreharbeiten des NDR-"Tatort" in Kiel.

    Foto: Carsten Rehder
  • Die Schauspieler Aylin Tezel (Dalay) (v-l), Stefan Konarske (Daniel Kossik), Jörg Hartmann (Peter Faber) und Anna Schudt (Martina Bönisch) sind das Team in Dortmund.

    Foto: Henning Kaiser
  • Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) ermitteln in Stuttgart.

    Foto: ARD
  • Selten, dann aber erfolgreich, gibt sich Ulrich Tukur als Kommissar Felix Murot aus Wiesbaden die Ehre.

    Foto: ARD
  • Sie gehören zu den ältesten Teams im Land: Kopper (Andreas Hoppe) Und Odenthal (Ulrike Folkerts) aus Ludwigshafen.

    Foto: ARD
  • Das Wiener Dreamteam sind Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibiane Fellner (Adele Neuhauser).

    Foto: ORF
  • Inga Lürsen (Sabine Postel) und Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) lösen Fälle in Bremen.

    Foto: ARD

In Thüringen geht ein neues Team für den MDR an den Start. Wer, wo, wie: noch unklar. Der Sender hat ein Experiment gewagt, indem er den neuen Krimi bis Mitte Mai öffentlich ausschrieb.Ein weiteres neues Team dreht derzeit in Dortmund seinen ersten Fall.

Oberkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) sowie die Kollegen Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske) markieren nach der Duisburger Schimanski-Ära eine Rückkehr in den Ruhrpott und sind dann das dritte WDR-Team, neben Münster und Köln.

Ausgetauscht werden die Teams in Hamburg und Saarbrücken, weshalb es in dieser Saison mehrere Finale gab. Aufsehenerregend war in erster Linie Hamburg. Dort wurde der Antritt von Til Schweiger nach monatelangen Spekulationen offiziell am 3. Dezember verkündet. Ab September wird er seinen ersten Fall drehen. Einmal im Jahr soll es einen Krimi mit dem Kinostar geben. Innerhalb kurzer Zeit hat es Schweiger geschafft, viele (auch prominente) „Tatort“-Fans gegen sich aufzubringen, weil er Ende März bei einer Preisverleihung bekannte, den traditionsreichen Vorspann nicht zu mögen: „Dämlich“ und „outdated“ sei der.

Sozusagen für Schweiger gestorben ist in seinem sechsten Fall Kriminalhauptkommissar Cenk Batu (Mehmet Kurtulus). Ausgerechnet beim dramatischen Finale am 6. Mai gab es eine Tonpanne: Man sah den von Kugeln durchlöcherten Batu, hörte aber plötzlich die Stimme von ARD-Journalist Jörg Schönenborn aus dem Schleswig-Holstein-Wahlstudio („Ja, machste zwei 1:30, Lutz macht das immer“).

Letzter Tatort mit Cenk Batu

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  • Der letzte Auftrag des Hamburger Ermittlers führt ihn hinter die Kulissen der Finanzwelt.

    Foto: Das Erste
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  • Der letzte Auftrag des Hamburger Ermittlers führt ihn hinter die Kulissen der Finanzwelt.

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Ebenfalls suboptimal lief der Abschied von Hauptkommissar Franz Kappl (Maximilian Brückner) und Kommissar Stefan Deininger (Gregor Weber). Sie machten am 22. Januar nach sieben Fällen Schluss. Die Schauspieler schieden in Unfrieden vom Saarländischen Rundfunk (SR). Ihr Finale, den Psychothriller-Krimi „Verschleppt“, verfolgten immerhin gut 9,3 Millionen Menschen. Ob die Nachfolger - Devid Striesow und Elisabeth Brück - auch so hohe Quoten schaffen? Die Dreharbeiten zu ihrem ersten Fall sollen jedenfalls im Juli beginnen.

Gut angenommen wurden diese Saison mehrere Experimente bei der alten Reihe: Zu Ostern (Sonntag und Montag) lieferten MDR und WDR eine Doppelfolge mit den Leipziger und Kölner Ermittlern. Zurzeit dreht der NDR mit der Schauspielerin Maria Furtwängler (also seiner Hauptkommissarin Charlotte Lindholm aus Hannover) ebenfalls eine Doppelfolge, die im Herbst an zwei Sonntagen gezeigt werden soll.

Tatort_Statistik

Damit wird das Konzept des nach 90 Minuten abgeschlossenen Falls immer öfter gebrochen. Bei Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) rätselten Mitte Mai nach dem Krimi „Der Wald steht schwarz und schweiget“ noch Tausende Zuschauer bei einem Online-Spiel weiter.Gut etabliert hat sich inzwischen das Frankfurter Team Nina Kunzendorf und Joachim Król, deren beiden letzten Fälle - „Es ist böse“ und „Der Tote im Nachtzug“ - auf authentischen Fällen aus dem Buch „Auf der Spur des Bösen“ des Profilers Axel Petermann beruhten. Auch der kommende hr-Krimi mit den beiden soll wieder eine solche Story schildern.

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