Plattenlabels aus Münster
Münster, Moskito und Münnig

Münster -

Im Lager an der Liboristraße herrscht kreative Unordnung. Oswald „Ossi“ Münnig bahnt sich den Weg vorbei an herumliegenden Ska-Schallplatten, CDs und meterhoch aufgetürmten T-Shirt-Kartons. Der Ort selbst wirkt genauso wie Münnig selbst: hochsympathisch. Und wenn man mit ihm über sein Plattenlabel spricht, erinnert man sich an das Münster der 80er Jahre – die Odeon-Zeit.

Dienstag, 10.07.2012, 09:07 Uhr

Plattenlabels aus Münster : Münster, Moskito und Münnig
Preußen-Fan Oswald „Ossi“ Münnig steht in seinem Lager an der Liboristraße vor einer Auswahl an Alben, die auf seinen Plattenlabels veröffentlicht worden sind. Foto: Carsten Vogel

„Zwischen 84 und 88 war die ganz große Zeit. Als die Housemartins, R.E.M. und die Chili Peppers noch nicht vor Tausenden, sondern vor Hunderten gespielt haben“ erzählt der gebürtige Münsteraner. Natürlich hat diese Phase, insbesondere aber der „2-tone“, die zweite Ska-Welle zu Beginn des Jahrzehnts, Münnig geprägt. Durch den nahezu zeitgleich einsetzenden Psychobilly beginnt er selbst zu musizieren: als Sänger und Schlagzeuger der Sunny Domestozs, die sich bereits nach sechs Jahren 1991 auflösen.

Weil er neben der Musik aber auch Konzerte für andere Bands vermittelt, gründet Münnig eine Konzertagentur, fünf Jahre vor seinem Plattenlabel Grover Records . Er weiß, dass Ska eine Subkultur ist, aber „eigentlich Labels nur in Nischen leben können und man irgendeinen speziellen Markt braucht“. Grover Records ist nicht das einzige Standbein, „ein Tausendfüßler sind wir aber nicht“. Münnig hat auch den Plattenversand Moskito gegründet. „Wir sind auf dem Ska-Segment der größte Mailorder Europas.“

Anfangs stemmt er alle Geschäftsbereiche fast alleine: „Damals konnte man alles noch in zwei Pappkartons packen und unters Bett schieben“, lacht der 46-Jährige. Mittlerweile hat Grover Records drei Unterlabels. Das jüngste, „Built For Speed“, ist mit dem Comeback der Sunny Domestozs 2006 entstanden, als Münnig den Backkatalog seiner Band wiederveröffentlicht hat.

Zusätzlich kümmert er sich um Merchandising (sogar von Produkten Preußen Münsters) und natürlich weiterhin um die Konzertagentur. Und die präsentiert uns heute (ab 20 Uhr) im Hot Jazz Club die jamaikanische Ska-Band Skatalites und am 24. August El Bosso & die Ping Pongs. Das letzte Album der Band um Sänger Markus Seidensticker ist als LP auf Münnigs Unterlabel „VOR – Vinyl Only Records“ erschienen. Die erste deutschsprachige Ska-Band wurde 1985 in Münster gegründet. Und hier schließt sich dann der Kreis.

 
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