Tagestour 3 für Familien
Gronau: Zwei Länder, fünf Sinne

Wer rund um Gronau tourt, wird ganz automatisch zum Grenzgänger. Unbemerkt. So selbstverständlich ist es, auf kleinstem Raum zwischen Deutschland und den Niederlanden zu pendeln. Quer durch die Natur und entlang der Dinkel, die beide Länder verbindet, sammeln Erwachsene und Kinder sinnliche Eindrücke – inklusive der fremden Sprache.

Sonntag, 01.07.2012, 10:23 Uhr aktualisiert: 01.07.2012, 12:15 Uhr
Tagestour 3 für Familien : Gronau: Zwei Länder, fünf Sinne
Ein Magnet für Kinder: die Wasserspiele im Inselpark Gronau. Foto: Lukas Wiedau

Hat Wasser magnetische Fähigkeiten? Überall würde ein Physiker den Kopf schütteln. Nur nicht in Gronau. Stunden verbringen Familien bei gutem Wetter an den Wasserspielen im Inselpark in der Stadtmitte. Von den Fontänen und Wasserspeiern lassen sich Kinder kaum loseisen. Und wenn doch, dann sind sie der ideale Ausgangspunkt für eine Radtour.

Hinkommen

Mit dem Auto aus Richtung Osten über die B54 Richtung Niederlande; mit der Bahn von Münster über Steinfurt Richtung Enschede.

...

Denn in Gronau gibt es noch mehr Ziele mit magnetischen Kräften, die sinnliche Eindrücke bescheren. Zu sehen, zu fühlen, zu hören und gar zu riechen gibt es reichlich in der Gastgeberstadt der Landesgartenschau 2003, die Gronau zusammen mit dem benachbarten Losser ausgerichtet hat. „Die Laga war erst der Anfang“, sagt Gästeführer Werner Thorenmeier und meint damit, dass erst jetzt – nach fast zehn Jahren – Bäume mächtig, Rosenstämme robust und Hecken dicht geworden sind.

Zu Lande am Wasser

Um diesen Eindruck zu genießen, wählt man tatsächlich am besten das Rad – entweder das eigene oder ein an der Radstation (direkt am Bahnhof, Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr, Samstag 8 bis 13 Uhr, ab 6,50 Euro Tagesgebühr) ausgeliehenes direkt am Bahnhof. Und man stellt es am besten erst einmal ab, denn gleich nebenan findet sich das Herzstück der Laga 2003 mit der 20 Meter hohen Aussichtspyramide.

Dort oben im Wind lassen sich bestens Pläne schmieden, denn das eine oder andere Ziel ist sichtbar: zum Beispiel die noch immer erhaltenen Themengärten und Schauflächen mit besonderen und vertrauten Pflanzen. „Laaaaangweilig“, werden sich die Kinder beschweren – aber nur, solange sie noch nicht das Piratenschiff entdeckt haben. Der Spielplatz zu Füßen der Pyramide wartet mit überdimensionalem Kletterareal und laaanger Rutsche auf. Übrigens auch ein Superziel für Kindergeburtstage! Also: Reichlich Zeit einplanen.

"Die Laga war erst der Anfang."

Werner Thorenmeier

Vom Schiff aufs Rad – und doch muss das Wasser nicht fehlen bei einer Tour entlang der Dinkelsteine, großer Sandsteine, die entlang des grenzüberschreitenden Flusses stehen. Und auf geht‘s zur Entdeckungsreise gen Nordwesten, gen Niederlande: Was gibt es da rechts und links des Weges zu sehen? Ein spannendes Spiel beginnt – schon gleich hinter dem Inselpark. Dort nämlich baut sich die „Alte Dame“ auf, eine denkmalgeschützte Ruine des ehemaligen Textilindustriekomplexes.

Geheimnisvoll, morbide und doch stolz ragt sie mit ihrem Turm in den Himmel. An ihr entlang geht es durch ein neues Industriegebiet Richtung Fluss – und Richtung Dinkelaue. Längs des Weges lohnen sich Stopps – bei den mediterran duftenden Tamarisken, den Klangspielen, dem Spiegellabyrinth. Ganz unbemerkt hat man sie überschritten, die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden.

Titelgeschichte_Gronau_Losser

Ideal - auch für Kindergeburtstagsrunden: der Laga-Spielplatz im Inselpark.

So selbstverständlich ist das Überqueren. Über den Lagapad geht es nach Losser und zum Pendant des Inselparks, „Erve Kraesgenberg“, einem über 500 Jahre alten, wiederaufgebauten Bauernhof-Ensemble, das ehrenamtlich betrieben wird und mit Backhaus und Bauerngarten Einblick in das Leben vor Jahrhunderten gibt.

Genug alte Steine? Lieber junge Hüpfer? Dann nichts wie weiter – zum Naturschutzgebiet „De Oelemars“ im Osten von Losser. Hier ist Vogelbeobachtung keine Sache von Wissenschaftlern, sondern für Jedermann. Also: Fernglas einpacken und sich den Wind rund um die Sandabbau-Grube um die Nase wehen lassen.

Das nächste Ziel: der Kirchenwald, der „Kerkebos“ in Overdinkel. Direkt hinter der Dorfkirche verbirgt sich ein Labyrinth. Von hier aus lässt sich wunderbar ein Abstecher zum Dreiländer See (etwa fünf Kilometer abseits der Dinkelstein-Route) einplanen. Badestrand, Minigolf-Bahn, Bootsverleih und eine neue Boule-Bahn würden aber auch spielend allein einen Tag ausfüllen...

Gronau, die „grüne Aue“, ist wieder in Sicht und bietet gerade für Familien mit kleineren Kindern einen ungeahnten Schlusspunkt: Der Stadtpark – ebenfalls an der Dinkel gelegen – ist das Zuhause von Affen, Störchen, Lamas und vielen anderen Tierarten. Das Gehege zu besuchen ist kostenlos.

Wenn's mal regnet

Auch dann ist der Inselpark ein gutes Ziel, denn endlich kommen Eltern dazu, Dauer- und Sonderausstellungen im Rock'n'Pop-Museum zu entdecken. Ganz besonders, wenn die Kinder während des museumspädagogischen Programms "Rock'n'Pop-Kids" (nächste Termine: 1. Juli, 9. September, 15 Uhr, Infos: www.rock-popmuseum.com) betreut werden.

Infos zur Tour

Unsere Route ist ein Ausschnitt aus der Dinkelsteinroute, die mit bis zu 52 Kilometern Gronau und seinen Stadtteil Epe und die Gemeinde Losser mit ihren Ortsteilen De Lutte und Overdinkel verbindet.

Sie führt größtenteils am Fluss Dinkel entlang und damit durch recht flaches Gelände, sodass auch Radfahranfänger bei entsprechend vielen Pausen nicht überfordert sein dürften. Gesäumt und verbunden werden die Teiletappen durch große Sandsteine, die die Freundschaft zwischen den Niederlanden und Deutschland thematisieren.

Eine Radwanderkarte zur Dinkelsteinroute sowie weiteres ausführliches Karten- und Infomaterial gibt es beim Touristik-Service der Stadt Gronau.

Touristik-Service der Stadt Gronau, Bahnhofstraße 45, www.gronau.de

Alternativ-Tipp

Angenehme 14 Kilometer lang ist die Radroute, die ganz speziell Familien auf einem Teil der „Naturroute R16“ rund um Dülmen führt. Seit 2010 ist sie ausgewiesen und verbindet vier Spielplätze, passiert den Wildpark und bietet als brandneue Attraktion Erlebnisstationen, die die Strecke säumen.

Waldxylophon und Baumtelefon verbinden Lernen und Spielen mit Leichtigkeit. Und nicht weit entfernt ist auch der Merfelder Bruch, wo die berühmten Dülmener Wildpferde zu Hause sind.

www.duelmen.de

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