„Ich bin ein Rebell!“
Wotan Wilke Möhring über den Tatort, Dittmanns Skate-Aid-Projekt – und Münster

Münster -

Erfolgs-Schauspieler Wotan Wilke Möhring verrät im Interview mit unserer Zeitung, warum er die Skate-Aid-Stiftung von Titus Dittmann unterstützt und was er an Münster mag.

Donnerstag, 15.11.2012, 10:11 Uhr

„Ich bin ein Rebell!“ : Wotan Wilke Möhring über den Tatort, Dittmanns Skate-Aid-Projekt – und Münster
Derzeit einer der meistbeschäftigten deutschen Schauspieler: Wotan Wilke Möhring. Seine Teilnahme an der Skate-Aid-Night musste er kurzfristig absagen. Foto: dpa

Auf der Leinwand und im Fernsehen sind derzeit wenige Schauspieler so präsent wie Wotan Wilke Möhring . Der 45-jährige Westfale arbeitete unter anderem als Clubbesitzer, Türsteher und Model, spielt Geige und gründete Punkbands. Seit einiger Zeit unterstützt er Titus Dittmanns „Skate Aid Projekt“, das Jugendliche in den Krisengebieten der Welt an den Skateboardsport heranführt. Seine Teilnahme an der „Skate Aid Night“ an diesem Samstag musste er allerdings in letzter Minute absagen. Mit Möhring sprach WN-Redakteur Martin Kalitschke.

Herr Möhring, Sie sind bei der Skate-Aid-Night nun doch nicht dabei. Was ist der Grund?

Möhring: Die NRW-Stiftung hat mich eingeladen, zu den „International Emmys“ in New York mitzufahren. Das mache ich natürlich gerne.

Titus Dittmanns Skate-Aid-Projekt unterstützen sie schon länger.

Möhring: Richtig, ich bin seit einiger Zeit Supporter. Titus Dittmann hatte ich vor ein paar Jahren bei den Dreharbeiten zu „Videoking“ kennengelernt, einem Low-Budget-Film, der mittlerweile einen kleinen Kult-Status genießt. Seine Idee, über die Skateboard-Schiene – und ohne erhobenen Zeigefinger – Jugendlichen zu helfen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, vom Brett aus Freiheit zu erahnen, gefiel mir auf Anhieb sehr.

Sind Sie früher auch Skateboard gefahren?

Möhring: Ich hatte eine Punkband, habe auch selbst Skate-Punk gehört, war allerdings kein Skater. Ich habe zwar mal versucht, Skateboard zu fahren – das war allerdings nicht einfach. Aber natürlich war ich damals an der Rebellion interessiert, nicht um Ärger zu machen – ich stellte einfach gerne Dinge in Frage.

Sind Sie heute noch rebellisch?

Möhring: Absolut! Ich gehöre nicht zu den Menschen, die nicht anecken wollen und Sachen machen, nur weil es der Konsens verlangt. Sondern ich nehme mir die Freiheit, Entscheidungen zu hinterfragen, damit ich zu ihnen stehen kann. Das gilt für Rollen, die ich annehme, wie für das Zusammenleben in der Familie.

Auf der Kinoleinwand und im TV sind Sie im Moment omnipräsent.

Möhring: Ich habe schon immer viel und gerne gedreht. Wenn man plötzlich mehr in der Öffentlichkeit steht, wird natürlich auch jeder Schritt mehr wahrgenommen.

Wie halten Sie sich bei so viel Arbeit fit?

Möhring: Ich habe eine gesunde Selbstwahrnehmung, was meine Belastbarkeit angeht. Und ich belaste mich gerne. Ich habe eine Attacke-Haltung dem Leben gegenüber, ich bin froh, wenn ich viel vom Leben wahrnehme.

Sie haben zwei Kinder. Bleibt da genug Zeit für die Familie?

Möhring: Im Januar werde ich zum dritten Mal Vater. Ich telefoniere mehrmals täglich mit der Familie, zu Dreharbeiten in Schweden und Spanien habe ich sie bereits mitgenommen. Ab und an nehme ich mir auch die Freiheit, für 20 Stunden nach Hause zu fliegen. Wenn ich nächste Woche aus New York zurückkehre, habe ich Pause bis Februar. Dann werde ich mich erstmal aufladen, damit ich mit der gleichen Energie neue Projekte angehen kann.

Ein Film, an dem Sie mitgewirkt haben, war in diesem Jahr für den Oscar nominiert, Sie haben den Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler erhalten. Was bedeuten Ihnen solche Auszeichnungen?

Möhring: „Der letzte schöne Tag“ war wohl der traurigste Film, den ich je gemacht habe. Fast sechs Millionen haben ihn im Fernsehen gesehen, danach erhielt ich Briefe von völlig unbekannten Menschen. Wenn nicht nur das Publikum, sondern auch eine Fachjury begeistert ist, dann ist das natürlich doppelt toll. Und das Jahr mit einer Oscar-Verleihung zu beginnen und mit den Emmys zu beenden – das ist natürlich eine ganz runde Sache.

Nächstes Jahr geht es mit dem „ Tatort “ weiter – Sie werden dort als Kommissar ermitteln.

Möhring: Die Person und das persönliche Umfeld des Kommissars möchte ich nicht ständig in den Vordergrund stellen. Ich habe vor allem Interesse an den Fällen: Was machen Sie mit dem Ermittler – und mit den Zuschauern?

Haben Sie Verbindungen nach Münster ?

Möhring: Meine erste große Radtour führte mich nach Münster. Ich muss so 15, 16 gewesen sein. Übernachtet haben wir damals an der Jugendherberge am Aasee. Münster ist eine echte Perle – die erste schöne Stadt, wenn man das Ruhrgebiet verlässt.

Die Skate-Aid-Night beginnt am Samstag um 18 Uhr, Skaters Palace, Dahlweg 126.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1268662?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F696046%2F1748887%2F
Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Fußball: 3. Liga: Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Nachrichten-Ticker