Archäologin Erna Müller entdeckt ihre Liebe zum Kaffee
Roestbar eröffnet Kaffeeschule

Münster -

Filterkaffee war früher schon der Liebling der Kaffeegenießer. Da war an Vollautomaten, an Siebträger und Espressomaschinen nicht zu denken. „Heute ist der Filterkaffee wieder stark im Kommen“, sagt Mario Joka. Doch in der Bohne liegen noch mehr Geheimnisse. In den drei Kaffeehäusern der Roestbar, die Mario Joka und Sandra Götting in Münster betreiben, pflegt man den Trend zum langsamen Kaffeegenuss, reicht einen Cappuccino mit Herz und krönt den Genuss mit einem Espresso. Die Leidenschaft für Kaffee steigt. Kaffeebegeisterte haben viele Fragen. Die Roestbar-Profis in Münster haben darum eine Kaffeeschule eröffnet und möchten ihr Wissen und ihre Leidenschaft teilen.

Mittwoch, 13.02.2013, 09:02 Uhr

Erna Müller („Der Name ist kein Künstlername“) leitet die neue Schule, die zum Genuss für Augen, Ohren und Geschmack einlädt. Bundesweit dürfte es jetzt fünf bis sechs solcher Schulen geben, sagt Mario Joka . Parallel zu Münster wurde auch in Hamburg eine Kaffeeschule eröffnet.

„In unserer Rösterei und in unseren Kaffeehäusern legen wir großen Wert auf die Qualität unseres Kaffees — vom Rohkaffee bis zum Endprodukt in der Tasse“, betont Mario Joka. „Nun möchten wir unser Wissen und unsere Leidenschaft mit den Gästen teilen und haben dafür einen Ort am Bohlweg, direkt zwischen Café und Rösterei, geschaffen.“

Erna Müller vergibt ihren Schülern keine Noten, die 28-Jährige möchte ihre brühend heiße Leidenschaft für den Kaffeegenuss einfach auf ihre Gäste überschwappen lassen. Die 28-Jährige lebt ihre Liebe zum Kaffee seit Jahren.

Eigentlich hat sie in Münster und Venedig Archäologie studiert. Und abgeschlossen. Als Aushilfe arbeitet sie seit sechs Jahren in der Roestbar im Kreuzviertel – und entdeckte dabei ihre Liebe zum Kaffee. Erna Müller schloss ihr Studium ab – und wechselte in ihren neuen Beruf. „Das war eine Herzensentscheidung.“

Die Archäologin besuchte gemeinsam mit Roestbar-Inhaberin Sandra Götting Baristakurse. Beide legten Prüfungen ab, kreierten einen eigenen Espresso und sind heute fit für viele Fragen. Woher kommen die Bohnen? Wie wird die Kaffeemühle eingestellt?

Fast jeder möchte wissen, erzählt Erna Müller aus den ersten Seminaren, wie am besten die Milch aufgeschäumt wird. „Das klappt am Schluss auch meistens.“

Ihre Schüler kommen aber nicht nur aus Münster, sondern auch aus Aachen und aus dem Ruhrgebiet. Immerhin ist so ein Seminar mit einem ganztägigen Programm verbunden.

Im Ambiente der Roestbar-Schule können die Gäste unter Erna Müllers Anleitung Siebträgermaschinen und Filtermethoden ausprobieren und mehr über Sensorik und Rösten erfahren. Dass ein Kaffeebaum rund vier Kilogramm Kaffeekirschen pro Ernte abwirft, sagt Mario Joka, das könnte noch bekannt sein. Dass aber ein Bauer in Guatemala in 1800 Metern Höhe bis zu 40 Mal dafür pflücken muss, das dürfte weniger bekannt sein. Aus den vier Kilogramm Kaffeekirschen wird ein Kilo ungetrockneter Rohkaffee gewonnen, was 400 bis 500 Gramm gerösteten Kaffee ergibt.

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