Kunst und Sport
Ex-Fußballprofi Christoph Metzelder freut sich auf die WM

Haltern am See -

Seit acht Jahren gibt es die Christoph-Metzelder-Stiftung. Der ehemalige Fußballprofi (Preußen Münster/Dortmund/Real Madrid und Schalke) setzt sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein, damit sie eine Chance bekommen. Zusammen mit dem Künstler Ulrich Schriewer versucht er auch, Kunst und Sport zu verbinden. Unser Redaktionsmitglied Uwe Renners sprach mit den beiden über Kunst, Fußball und das Münsterland.

Freitag, 14.03.2014, 15:03 Uhr

Christoph Metzelder (r.) und Ulrich Schriewer wollen mehr Kunst im Sport.
Christoph Metzelder (r.) und Ulrich Schriewer wollen mehr Kunst im Sport. Foto: Wilfried Gerharz

Kunst und Sport: Wie kann so eine Zusammenarbeit funktionieren?

Ulrich Schriewer : Ich versuche Christoph mit der Kunst bei verschiedenen Veranstaltungen zu unterstützen. Das heißt, ich erstelle Unikate, die auf die Veranstaltung abgestimmt sind. Ich finde das toll, dass Christoph in einem Alter, in dem andere Profisportler sich Autos kaufen, sich darum kümmert, dass benachteiligte Kinder in ihrem Leben erfolgreich sein können. 

_Q4B0322

Ulrich Schriewer

Christoph Metzelder: Wir veranstalten von der Stiftung aus jährlich ein Golfturnier. Aus dem Sand des Bunkers aus Loch 18 wird ein Siegerpokal gefertigt. Die sind heiß begehrt. Der Erlös des Turniers geht in die Arbeit der Stiftung.

Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zur Kunst?

Metzelder: Ich bin da familiär vorbelastet. Mein Onkel kennt sich sehr gut aus und sammelt auch. Ich war mit ihm auch schon zusammen in Madrid im Prado, das ist das berühmteste Kunstmuseum Spaniens. Da bekommt man einen völlig anderen Einblick. Durch die Freundschaft mit Ulrich Schriewer habe ich auch viele seiner Bilder oder auch Skulpturen. Das hat für mich auch mit Ästhetik zu tun: Wer schöne Dinge mag, der beschäftigt sich auch zwangsläufig mit Kunst.

Sie arbeiten viel mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Was spielt Kunst da für eine Rolle?

Metzelder: Wir fokussieren uns als Stiftung auf Bildung, Ausbildung und Kinderarmut. Wobei diese Dinge auch alle ineinanderfließen. Die Einrichtungen, die wir unterstützen bieten auch Musik- und Kulturprojekte an. Es geht darum, jungen Menschen aus bildungsfernen Milieus einen Zugang zu Dingen zu ermöglichen, die für uns selbstverständlich sind.

Wenn Sie an Kunst und Sport im Münsterland denken, was fällt Ihnen da ein?

Schriewer: Das Thema ist überhaupt nicht präsent. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt wie andere Regionen in Europa die Themen Kultur und Sport im Zusammenspiel nutzen, um sich im Standortwettbewerb Vorteile zu verschaffen. Als Ehrenbürger des Ruhrgebietes erlebe ich täglich, mit welcher Kraft hier agiert wird. Da hat das Münsterland einen gewissen Nachholbedarf und sicher auch viel zu bieten.

Christoph Metzelder und Ulrich Schriewer: Sport und Kunst

1/11
  • Der 42-malige Nationalspieler Christoph Metzelder hat offiziell seine Laufbahn als Fußball-Profi im Juni 2013 beendet.

    Foto: Kevin Kurek
  • Christoph Metzelder zu Gast in der Don-Bosco-Schule in diesem Jahr.

    Foto: Cedric Gebhardt
  • Christoph Metzelder zu Gast in der Don-Bosco-Schule in diesem Jahr.

    Foto: Cedric Gebhardt
  • Christoph Metzelder im August 2007 als Spieler bei Real Madrid.

    Foto: A3794 Peter Steffen
  • Schriewer möchte Kunst und Sport zusammenführen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Ein Werk von Ulrich Schriewer.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Christoph Metzelder setzt sich für benachteiligte Kinder ein.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Ulrich Schriewer arbeitet ausschließlich mit Sand.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Ulrich Schriewer

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Ulrich Schriewer

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Christoph Metzelder

    Foto: Wilfried Gerharz

Sie setzen sich seit 2006 für benachteiligte Jugendliche ein. Ist das im Münsterland ein Thema?

Metzelder: Die Thematik bleibt aktuell. Sie ist sicher regional unterschiedlich. Wenn wir ins Ruhrgebiet oder nach Berlin gehen, da ist das Thema Kinderarmut ein großes Thema. Die Schere zwischen Arm und reich geht weiter auseinander. Auch hier vor der eigenen Haustür gibt es sehr viel materielle Not, aber auch viel soziale und emotionale Armut, die wir uns als Gesellschaft nicht erlauben können. Wir brauchen die kommenden Generationen und können es uns nicht erlauben, dass wir junge Menschen einfach verlieren. Wir haben mit der Stiftung bundesweit 16 Projekte mit 500 Jugendlichen. Dahinter stecken immer persönliche Schicksale.

Von der Stiftung zum Fußball. Verfolgen Sie noch das Geschehen in Münster?

Metzelder: Ja, selbstverständlich. Ich hatte das große Glück, ausnahmslos in tollen Traditionsvereinen zu spielen. Preußen Münster zähle ich mit dazu. Preußen Münster ist für mich sehr stark verbunden, mit der Karriere, die ich machen durfte. Ich bin auch immer noch Preußen-Mitglied. Natürlich spüre ich auch die Sehnsucht der Münsteraner nach Profifußball. Da wäre die Hütte auch voll.

Wo werden Sie die WM anschauen und welche Chancen hat Deutschland?

Metzelder: Ich bin ein großer Fan der Weltmeisterschaft. Vor allem der Vorrunde. Ich werde wahrscheinlich zu Hause schauen. Die deutsche Nationalmannschaft ist sicher einer der Favoriten des Turniers. Sie hat seit langer Zeit wieder Talent und die Fähigkeit, sich auf einen Punkt zu konzentrieren.

Christoph Metzelder im Interview

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2322532?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F2562521%2F2562523%2F
Nachrichten-Ticker