Grüne Smoothies
Dem Körper etwas Gutes tun

Grüne Smoothies sind auf dem Vormarsch. Anne Hathaway, Miranda Kerr, Jessica Alba und viele andere Hollywoodstars schwören darauf: eine sämige Masse aus püriertem Gemüse. Aber auch in deutschen Küchen wird mittlerweile fleißig püriert. Die grünen Mixgetränke könnten der Salat von morgen werden. Was sie versprechen: Gewichtsreduktion, Entgiftung, schönere Haut und ein gestärktes Immunsystem.

Samstag, 05.09.2015, 15:09 Uhr

Kues
Foto: Kues

Grüne Smoothies aus püriertem Gemüse, was bringt das eigentlich wirklich? Darüber hat unsere Mitarbeiterin Franziska Kues mit Anja Markant, Oecotrophologie-Professorin an der FH Münster , gesprochen.

Frau Prof. Dr. Markant, wieso wird auf einmal entgiftet, was das Zeug hält, nicht nur in Hollywood ?

Anja Markant: Die Menschen wollen ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Grüne Smoothies bestehen aus besonders viel Gemüse. Außerdem sind sie reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und so genannten sekundären Pflanzenstoffen . Mit diesem Mix wird dann versucht, sich überproportional gesund zu ernähren.

Rezepte

Ananas-Spinat-Traum

Zutaten:

- 1 Tasse Spinat

- 1/2 Tasse Ananasstücke

- 1/2 Tasse Pfirsichstücke

- 1 Banane (geschält)

- Stevia oder andere Süßungsmittel nach Bedarf

- 1 Tasse Wasser

- 2 EL Leinsamen

Zubereitung: Blattgemüse und Wasser in den Mixer geben und pürieren, bis die Mischung saftähnliche Konsistenz hat. Die restlichen Zutaten hinzufügen und noch einmal durchmischen, bis der Smoothie cremig ist.

Crazy Apple

Zutaten:

- 1 Apfel

- 1 Banane

- 1 Tasse Kopfsalat

- ½ Tasse Blaubeeren

- 1 Tasse Wasser

- Zitronensaft nach Bedarf

- Stevia oder anderes Süßungsmittel nach Bedarf

Zubereitung: Kopfsalat und Wasser im Mixer pürieren, bis alles zerkleinert ist. Anschließend die Banane, Beeren und den Apfel dazugeben. Alles mixen, bis es cremig ist.

Mango-Mix

Zutaten:

- 1 ½ Tasse Mango

- 1 Tasse Spinat

- 1 Tasse Wasser

- Stevia oder anderes Süßungsmittel nach Bedarf

Zubereitung: Spinat und Wasser im Mixer zerkleinern. Anschließend die Mango und Süßungsmittel nach Bedarf dazugeben.

...

Sekundäre Pflanzenstoffe?

Markant: Darunter versteht man eine große Gruppe pflanzlicher Inhaltsstoffe, die von der Pflanze gebildet werden, um sich vor UV-Strahlung oder Schädlingen zu schützen. Diese sind streng genommen für uns zwar nicht essenziell, aber sie haben viele gesundheitsfördernde Wirkungen. Zum Beispiel können sie krebsvorbeugend und entzündungshemmend wirken. Einige der sekundären Pflanzenstoffe senken auch den Cholesterinspiegel und den Blutdruck.

Das klingt ja, als sei Gemüse eine wahre Wunderwaffe.

Markant: Es ist zumindest sehr gesund. Aber eines sei gesagt: Die positiven Wirkungen von einzelnen sekundären Pflanzenstoffen wurden bisher fast ausschließlich im Reagenzglas und im Rahmen von Tierversuchen nachgewiesen.

Ist der positive Effekt vom Detoxen in irgendeiner Form wissenschaftlich belegt?

Markant: Bezüglich dieser Frage ist zunächst zwischen grünen Smoothies und dem klassischen Detoxen, also dem Heilfasten, zu unterscheiden. Bei den grünen Smoothies gibt es zwar erste Hinweise auf eine positive Wirkung aus Tierversuchen, aber fundierte wissenschaftliche Zahlenwerte gibt es bisher nicht. In der Theorie lässt sich aber in jedem Falle sagen: Grüne Smoothies sind gesund.

Ist das auch der Grund, weshalb immer mehr Menschen zum grünen Saft anstelle des klassischen Heilfastens tendieren?

Markant: Genau. Der längerfristige Verzicht auf Nahrung ist alles andere als empfehlenswert. Dem, der über längere Zeit gar nicht isst, fehlen am Ende auch die Nahrungsbestandteile, die sehr wichtig für den Körper sind. Gesund ist das dann nicht mehr.

Steckt in grünen Smoothies denn alles, was man zum gesunden Leben braucht?

Markant: Naja, den grünen Smoothies fehlen Proteine und Fette, die der Körper auf lange Sicht dringend braucht. Natürlich gibt es Gemüsesorten, die auch Proteine enthalten. Aber diese sind von einer schlechteren biologischen Wertigkeit. Das bedeutet, dass pflanzliche Proteine nicht so effizient vom menschlichen Körper umgesetzt und in eigenes Körperprotein umgewandelt werden können.

Woran liegt das?

Markant: Pflanzenproteine entsprechen nicht dem Muster der Proteine im menschlichen Körper. Tierische Proteine sind ihnen deutlich ähnlicher. Deshalb können wir diese auch besser verwerten.

Haben die grünen Smoothies denn auch Nachteile?

Markant: Das in den Smoothies enthaltene Gemüse enthält auch Inhaltsstoffe, welche die Absorption anderer Nährstoffe verhindern. Spinat und Mangold enthalten beispielsweise Oxalsäure. Diese Säure liebt es, sich mit Metallionen wie Calcium, Magnesium oder Eisen zu verbinden. Zu viel Oxalsäure im Körper bindet die Metalle so komplex an sich, dass sie über den Magendarmtrakt nicht mehr aufgenommen werden können und einfach wieder mit dem Kot ausgeschieden werden.

Also, grüne Smoothies: Ja oder Nein?

Markant: Ohne Frage kann man seinem Körper damit etwas Gutes tun. Für diejenigen, die kein Gemüse und keinen Salat mögen, sind Smoothies eine gute Alternative. Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird empfohlen: fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Ein bis maximal zwei dieser Portionen können als Smoothie verzehrt werden. Den ausschließlichen Verzehr von grünen Smoothies empfehle ich aber nicht. Wenn sich jemand doch dazu entschließt, sich über mehr als sieben Tage ausschließlich von grünen Smoothies zu ernähren, sollte er zusätzlich auch Proteinpulver sowie Nüsse zu sich nehmen. So kann der Bedarf an Proteinen und Fetten gedeckt werden.

Der Grüner Spinat-Apfel-Banane-Smoothie

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