Kalauernde Agenten im Zeitstrom
„Men in Black III“: Gelassene und selbstironische Rückkehr der legendären Alienjäger

Wenn ikonisch gewordene Filmhelden wie die „Men in Black“ nach langer Zeit auf die Leinwand zurückkehren, wird es nostalgisch: Das ist wie ein Klassentreffen, eine selbstironische Ehrenrunde. Als die Alienjäger in den schwarzen Anzügen 1997 zum ersten Mal im Kino Außerirdische „verblitzdingsten“, traten sie an als verschmitztes Gegengewicht zum panischen „Independence Day“-Invasionskino, denn die meistens Aliens, auf die sie trafen, waren integriert bis bürgerlich.

Freitag, 25.05.2012, 10:05 Uhr

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  • Im dritten Teil geht es fast nahtlos so weiter, wo mit den ersten beiden Filmen aufgehört wurde.

    Foto: Sony Pictures
  • Im dritten Teil geht es fast nahtlos so weiter, wo mit den ersten beiden Filmen aufgehört wurde.

    Foto: Sony Pictures
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Der Nachfolger von 2002 wirkte dagegen bleiern: Nach 9/11 war der Spaß am Spiel mit fremdartigen „Schläfern“ vergangen, auch wenn das Geplänkel zwischen Agent J ( Will Smith ) und dem mürrischen Agent K ( Tommy Lee Jones ) nach wie vor amüsierte.

Und jetzt? Im dritten, auf 3D aufgemöbelten Teil geht es fast nahtlos dort weiter, wo einstmals aufgehört wurde: Regisseur Barry Sonnenfeld lässt die Erde erneut Gefahr laufen, von einem bösen Über-Alien unterjocht zu werden, kombiniert aber das Bekannte mit einem Zeitreise-Plot in „Zurück in die Zukunft“-Manier. Besagtes Alien namens „Boris das Tier“ hat Jahrzehnte in einem Mondgefängnis verbracht, bis es daraus entkommen kann und nur noch auf eines sinnt: Rache an Agent K, der ihn einst dingfest machte.

Boris flieht ins Jahr 1969 und tötet K, der daraufhin in der Jetztzeit nicht mehr existiert. Agent J (übrigens Smith’ erster Auftritt nach vier Jahren Pause) reist daraufhin in die von Rassismus und Mondlandung geprägten Spätsechziger, wo er dem jungen Agent K (Josh Brolin aus „True Grit“ als grandioser Tommy-Lee-Jones-Imitator) kurz vor der tödlichen Tat beim Kampf gegen Boris helfen muss.

Ein in fünf Dimensionen lebendes Alien hilft. Auch wenn das ironische Duett nicht mehr so selbstverständlich locker daherkommt wie 1997, stellt sie sich schnell wieder ein, die alte „Men in Black“-Stimmung, in der das Gag-Timing der Schauspieler immer wichtiger war als die bloße Materialschlacht. Nebenbei werden verdächtige Wesen wie Andy Warhol oder Lady Gaga endlich als außerirdisch enttarnt, darf Emma Thompson als Kollegin eine höllisch witzige Grabrede in Aliensprache halten, und Comedian Jemaine Clement als böser Boris ist sowieso eine Klasse für sich. Eine ziemlich glückliche Rückkehr also.

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