„Ludwig II.“
Wieder ab in den Würmsee: Biederes Bio-Pic über den Bayern-König

Braucht es einen weiteren Film über den bayrischen „Märchenkönig“ Ludwig Zwo? Nun, die Neuschwanstein-Referenzfilme von Helmut Käutner (mit O. W. Fischer) und Luchino Visconti (mit Helmut Berger) liegen immerhin staubige sechzig respektive vierzig Jahre zurück. Zeit für ein Update wäre also durchaus. Leider aber hat das Regie-Ehepaar Peter Sehr und Marie Noelle („Die Frau des Anarchisten“) keine frische Perspektive im Gepäck.

Donnerstag, 27.12.2012, 19:12 Uhr

König Ludwig II. (Sabin Tambrea) trifft Kaiserin Elisabeth (Hannah Herzsprung) in der Natur.
König Ludwig II. (Sabin Tambrea) trifft Kaiserin Elisabeth (Hannah Herzsprung) in der Natur. Foto: Warner

Im Tonfall milder Ironie klappern sie die Geschehnisse am bayrischen Hof ab, bis es am Ende, nach vielen prachtvollen Landschafts- und Schlösserpanoramen, doch wieder nur hinab in den Würmsee geht: ein braver Bilderbogen in Schulfernsehen-Dramaturgie, mit erklärungseifrigen Papierdialogen aus dem Mittelbau öffentlich-rechtlicher Fernsehspiele.

Newcomer Sabin Tambrea spielt den jungen „Kini“, Sebastian Schipper (aus Tom Tykwers „Drei“) übernimmt später, mit Fettwanstprothese, den in Traumwelten entrückten Schlösserbauer vorgerückten Alters. Der Ästhet und Pazifist, den es 1864 als 18-Jährigen auf den bayrischen Thron verschlug, drückt Jungsoldaten Musikinstrumente statt Waffen in die Hand, versagt sich unter Qualen die Lust auf schöne Männer, interessiert sich nicht fürs Graubrot der Alltagspolitik oder gar für Krieg, will lieber mit Richard Wagners Musiktheater die Welt verbessern. Vertieft wird fast keines dieser Themen.

Edgar Selge gibt Wagner als schimpfenden Unsympathen, um ihn herum lassen Katharina Thalbach als Königinmutter oder Uwe Ochsenknecht als Onkel Luitpold ungebremst die Chargensau heraus. Und Hannah Herzsprung spielt nicht Sissi, sondern Romy Schneider, die Sissi spielt.

Läuft wo?

Fotostrecke, Trailer und weitere Informationen zum Film gibt es hier .

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Fazit: Wer statt dieser süffig inszenierten, aber uninspirierten Neufassung lieber nochmals Visconti schaut, macht nichts falsch. 

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