Musik
Grönemeyer in Bielefeld: Herbert hat Heimspiel, überall

Montag, 02.06.2008, 00:06 Uhr

Bielefeld - Es ist ja eigentlich nicht zu fassen. Seit 1984 singt Herbert Grönemeyer „Männer“. Außen hart und innen ganz weich. Und noch immer, nach 24 Jahren Jahren, springen die Menschen bei den ersten Tönen auf, Frauen zwinkern ihren Männern schelmisch zu, dann singen sie: „Wann ist ein Mann ein Mann?!“ Tausendmal gehört, tausendmal ist das passiert. Am Sonntagabend gab Grönemeyer auf der Bielefelder Alm sein drittes Open-Air des Jahres. 25 000 Fans waren im ausverkauften Stadionrund von Arminia Bielefeld dabei.

„Männer“: ein Höhepunkt der fast zweieinhalbstündigen Show. Aber das ist ja nicht alles: Auf ganz besondere Weise gelingt es Herbert Grönemeyer, immer wieder Neues zu schaffen, das die Anhänger dann auch annehmen. Mit alten Hits die Massen befriedigen und mühsam neue Songs aufzwingen – das gibt’s anderswo. Grönemeyer schafft ständig neue Hymnen. „Mensch“ gehört dazu und natürlich „Zeit, dass sich was dreht“. Jüngere Stücke, die schon fest zum Kanon der Zehntausenden gehören.

In Bielefeld begann Herr Grönemeyer sein Konzert etwas ruhiger – wie schon auf der Riesentournee im vergangenen Jahr. „Leb in meiner Welt“ spielte er am Piano, das am Ende eine Laufstegs in der Stadionmitte stand. Ein bisschen winken, ein weltentrückter Blick, und die Zuschauer sind direkt bei ihm, beim Herbert, beim Superstar. „Kopf hoch tanzen!“, „Stück vom Himmel“, „Musik nur, wenn sie laut ist“: Die Partie ist schnell gewonnen, Herbert hat Heimspiel, überall, immer.

Die Band spielt laut, Streicher erzeugen einen Pomp, der durch die Arena schallt. Selbst vor dem Stadion waren „Bochum“ und „Alkohol“ deutlich zu hören – zur Freude der Nichtzahlenden auf der Wiese, zum Leidwesen der Nachbarn. Einige, so munkelte man vor Konzertbeginn, hätten den Finger schon an der Wählscheibe, um um Punkt 22 Uhr das ordnungswidrige Überschreiten des behördlich festgelegten Konzertendes zu melden. Sie wollen Musik nur, wenn sie leis’ ist.

Im Innenraum hingegen war es laut, laut genug. Grönemeyer-Konzerte haben stets so etwas wie Fangesang-Charakter. Der Meister stimmt an und muss im Folgenden kaum mehr tun als Text und Melodie anzudeuten. Viele werfen ihm vor, er gröhle ja nur. Und wenn schon: Am Abend vor der Bühne wollen sie alle genau das. Das muss man nicht fassen können. Das ist so.

www.groenemeyer.de

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