Ire begeistert von Münster
Chris de Burgh: „Meine Musik spricht für sich“

Münster - Seit Jahrzehnten reist Chris de Burgh mit seiner Musik um die Welt. Trotzdem: Wenn er an Münster denkt, ist er begeistert. Unser Redaktionsmitglied Gunnar A. Pier sprach im August 2011 mit dem Iren über Musik, Münster und sein Album "Moonfleet".

Dienstag, 09.08.2011, 17:08 Uhr

Chris , Sie sind in Deutschland besonders erfolgreich. Können Sie sich das erklären?

Chris de Burgh: 1982 landete mein Album „The Getaway“ auf der Nummer Eins in Deutschland. Diese Art Liebesaffäre dauert also fast 30 Jahre. Wenn ich in Deutschland spielte, kommen nicht nur Leute in meinem Alter, sondern auch die beiden nächsten Generationen. Aber die Antwort auf Ihre Frage: Ich habe keine Ahnung. Vielleicht liegt es aber daran: Viele Leute im Musik-Business benehmen sich so, wie sie glauben, dass Stars sich benehmen. Sie tun so, als seien sie großartig, als müssten sie nie zur Toilette gehen, als seien sie etwas anderes als du und ich. Zu diesen Leuten habe ich nie gehört. Meine Musik spricht für sich selbst. Ich halte es für einen Fehler, so zu tun, als sei man jemand anderes. Es gibt keinen Unterschied zwischen Ihnen und mir und einem Jungen in Bombay oder Argentinien. Vor Gott sind wir alle gleich.

Was ist typisch für die deutschen Fans?

Chris de Burgh: Sie sind die besten der Welt.

Das müssen Sie doch jetzt sagen!

Chris de Burgh: Nein, nein! Kommen Sie mit mir um die Welt, und Sie werden sehen, was ich meine! Die deutschen Fans sind sehr enthusiastisch, sehr treu, sehr liebevoll. Und vor allem haben sie großen Respekt.

Die Deutschen kennen Sie - aber kennen Sie auch deutsche Musiker?

Rückblick: Chris de Burgh 2011 in Münster

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  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 30. September 2011 gibt Chris de Burgh ein Konzert vor etwa 2200 Zuschauern in der Halle Münsterland.

    Foto: Gunnar A. Pier

Chris de Burgh: Ich habe in all den Jahren natürlich schon viele getroffen. Aber verzeihen Sie mir, dass ich die Namen nicht parat habe. Es gibt es paar sehr gute. Ich erinnere mich an Nena und Peter Maffay. Für mein nächstes Album habe ich „Über sieben Brücken“ neu aufgenommen. Es stammt ja aus der DDR, aber es war ein großer Hit für Peter Maffay. Das Problem ist, dass es die deutschen Musiker nie über die Grenzen hinaus schaffen.

Warum ist das eigentlich so?

Chris de Burgh: Ganz einfach: Es ist die Sprache. Nena hatte doch mal einen großen Hit mit „99 red balloons“ - aber eben auf englisch. Ich würde mir da an Ihrer Stelle keine Sorgen machen. Deutschland ist so ein großartiges Land! Es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein Deutschland-Fan bin. Und ich bin sehr sicher, dass ich mehr gesehen habe als die meisten Deutschen.

Das bringt ja Ihr Job mit sich.

Chris de Burgh: Ich war auch gerade mit meiner Familie dort. Wir waren im Schwarzwald, in Freiburg und auch Baden-Baden. Es ist ein sehr ungewöhnliches Reiseziel. Wenn Sie zu Iren oder Amerikanern sagen: „Fahr doch nach Deutschland!“, fragen die: „Warum?“ Als ich vor zwei Jahren 60 geworden bin, habe ich zehn Leute mitgenommen auf eine Reise durch Deutschland. Die waren begeistert vom tollen Essen, guten Wein und den liebenswürdigen Menschen. Sie kommen doch aus Münster , oder?

Ja genau.

Chris de Burgh: Ein wunderschönes Fleckchen Erde! Ich erinnere mich an den sehr bekannten Dom, den Paulus-Dom. Da gibt es doch die berühmte Uhr mit einem Glockenspiel um 12 Uhr.

So genau erinnern Sie sich an Münster?

Chris de Burgh: Ich bin da schon häufig gewesen. Normalerweise wohne ich im Krautkrämer. Das ist ein toller Ort. Ich war auch im Urlaub mit meiner Familie dort. Toll an Münster ist, dass die Menschen Respekt haben vor ihrer Stadt, und auch vor der Geschichte. Da gibt es doch noch etwas Besonders - ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein: die Wiedertäufer! Da sind ein paar merkwürdige Dinge passiert. Ich finde es aufregend an Orten, deren Geschichte jahrhundertealt ist. Wissen sie: Ich lebe nicht nur im 21. Jahrhundert. Ich schaue gerne zurück in die Geschichte.

Also interessieren Sie sich sehr für die Städte, in denen Sie auftreten.

Chris de Burgh: Ich schaue mich immer dort um. Manche Leute sparen jahrelang, um in Städte wie Münster zu reisen. Wenn ich die Gelegenheit habe, nutze ich die Zeit!

Sie schreiben seit mehr als 30 Jahren Musik. Lesen sie manchmal auf einem Plattencover den Titel eines Songs und können sich absolut nicht daran erinnern?

Chris de Burgh: Das passiert nie. Ich erinnere mich an die Lieder, aber oft fällt mir der Text nicht mehr ein. Normalerweise weiß ich aber noch, was mich zu diesem Song inspiriert hat.

Ihr aktuelles Album „Moonfleet & other stories“ basiert auf dem Buch „Moonfleet“. Wie ist es dazu gekommen?

Chris de Burgh: Ich habe das Buch gelesen, als ich noch ein Kind war. Es ist wirklich gut geschrieben, wenngleich die alte Sprache eine Herausforderung ist. Ich habe immer gesagt: Das wäre ein guter Filmstoff oder ein tolles Musical. Und dann bin ich darauf gekommen, ein Album daraus zu machen. Wenn ich einmal aufhöre, Platten zu veröffentlichen - dieses wird immer eins sein, auf das ich stolz bin.

Auf den Konzerten Ihrer aktuellen Tour macht das Album nur einen kleinen Teil aus. Wünschten Sie sich manchmal, dass Sie die großen Hits auslassen und mehr neues Material spielen können?

Chris de Burgh: Nein. Ich weiß, dass es Künstler gibt, die das tun, die ihr komplettes neues Album spielen. Die Versuchung war auch tatsächlich groß, das Moonfleet-Album komplett als ersten Teil der Show zu spielen. Aber dann sind mir zwei Sachen klar geworden: Die Leute sind vielleicht noch nicht vertraut mit der Platte und ich würde sie sehr fordern. Noch entscheidender aber: Ich könnte wegen der Sprechteile nicht mit den Leuten reden. Deshalb spielen wir nur einen Teil des Albums.

Haben Sie mal daran gedacht, ein Musical daraus zu machen?

Chris de Burgh: Ja klar! Es wäre aufregend, zusammen mit einem Orchester die ganze Show zu spielen. Das wäre auch eine große Herausforderung. Vielleicht machen wir es mal in besonderen Orten wie der Royal Albert Hall und der Westfalenhalle. Aber es werden nur Konzerte an vier oder fünf Orten. Ein Orchester ist sehr teuer, daran müssen wir ja auch denken.

Was sind Ihre nächsten Pläne?
Chris de Burgh: Im Oktober erscheint „Footsteps 2“. Ich freue mich drauf, denn es ist wieder eine Auswahl toller Songs, dazu gibt es drei neue Lieder von mir. 2012 werde ich einige Konzerte geben. Ich bin also noch immer voller Energie.

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