Werbetour beginnt im Jovel
Altrocker Nazarath und Uriah Heep können's noch

Münster - Gut 40 Jahre haben sie beide auf dem Buckel. Personell arg durchgeschüttelt im Laufe der Jahre, aber ihrer musikalischen Linie immer treu geblieben. Hardrock: Hart muss es sein und laut. Etwas Melodisches ist gestattet, das Romantische sollte aber nicht übertrieben werden. Prominent wurden sie früh, aktiv blieben sie durchgehend, erfolgreich waren sie nicht immer, aber gelohnt hat es sich in jedem Fall. Jetzt haben beide Gruppen ein neues Album auf den Markt gebracht und gehen gemeinsam auf Werbetour. Nazarath aus Schottland und Uriah Heep, die britische Alternative zu Led Zeppelin und Deep Purple. Erste Station: das Jovel in Münster.

Freitag, 20.04.2012, 14:04 Uhr

Vorgruppen haben den Nachteil, dass sie den Anheizer machen müssen. Sie haben aber den Vorteil, dass ihnen kein Zuschauer entkommen kann, weil jeder noch auf den Topact des Abends wartet. Nun wäre es unfair, Nazareth als Vorgruppe zu bezeichnen. Nur weil das Quartett am Donnerstagabend zuerst auf die Bühne ging. Im Nachhinein war die Entscheidung aber richtig, denn den Schotten fiel nicht viel ein. Gerade die beiden Gründungsmitglieder Pete Agnew (selbstverliebt am Bass) und Dan Mc Cafferty (erschlug mit seiner Stimme alles) fielen gegen die Jugend an Leadgitarre (Jimmy Murrison) und Schlagzeug ( Lee Agnew ) deutlich ab. Mit „Dream On“ und „Love Hurts“ waren die prominentesten Titel auch diejenigen, die in Münster am besten ankamen. Der Rest: ausbaufähig.

Auch für Uriah Heep wurde es ein Testlauf, ob und wie sie noch bei den Fans ankommen. Für Münster gilt, beide Seiten mögen sich und wollen sich wieder besuchen. Mick Box, einzig verbliebenes Gründungsmitglied, hatte sichtlich Spaß bei der Arbeit und trieb seine Kollegen zu Höchstleistungen an. In erster Linie gilt dies für Drummer Russell Gilbrook, der in seiner „Schießbude“ 90 Minuten Schwerstarbeit verrichtete, überraschenderweise aber alles heil ließ.

Uriah Heep um den charismatischen Sänger Bernie Shaw nahm die Besucher mit auf eine Reise durch gut 40 Jahre Bandgeschichte, vom ersten „Gypsy“ über „Lady in Black“ und „Free Me“ bis zur aktuellen CD. Bis zur Verlängerung mussten die Fans auf „Easy Livin'“ warten, ehe alles vorüber war. Mit der Erkenntnis, dass die neuen Stücke erst noch die Patina der alten ansetzen müssen, um mithalten zu können.

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