BOCC
Conor Obersts nächster Streich: Folkpop mit Phoebe

Conor Oberst ist einer der großen Workaholics des Indie-Rock. Mit seinem neuesten Projekt Better Oblivion Community Center stellt er eine jüngere Kollegin vor - und klingt ziemlich tiefenentspannt.

Dienstag, 19.03.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 06:04 Uhr
Conor Oberst und Phoebe Bridgers sind Better Oblivion Community Center.
Conor Oberst und Phoebe Bridgers sind Better Oblivion Community Center. Foto: Dead Oceans

Berlin (dpa) - Im nächsten Februar wird Conor Oberst 40. Und was hat der Mann aus Omaha/Nebraska in den bereits gut zwei Jahrzehnten seiner außergewöhnlichen Karriere nicht alles erreicht. Andere Musiker hätten wohl doppelt so lange dafür gebraucht. Nun kommt der Singer-Songwriter schon wieder mit einem neuen Projekt um die Ecke.

Im Duo Better Oblivion Community Center (der Einfachheit halber BOCC) spielt und singt Oberst mit der 24 Jahre alten Kollegin Phoebe Bridgers aus Los Angeles. Und auch diese Idee ist keine schlechte: Denn die nach wie vor jungenhaft-fragile Stimme des Routiniers und der klare, leicht aufmüpfige Gesang der Kalifornierin harmonieren vom Feinsten. Nicht nur in knackigen Gitarrenrock-Songs wie «Dylan Thomas» oder «Exception To The Rule», auch in schönen Folk-Balladen wie «Chesapeake» blitzt viel gemeinsame Spielfreude auf.

Bright Eyes, Desaparecidos, The Mystic Valley Band, Monsters Of Folk, diverse Soloalben wie zuletzt «Ruminations» und «Salutations» (2016/17), dazu die Gründung des tollen Indie-Labels Saddle Creek und viele Gastauftritte auf Alben befreundeter Musiker: Man hatte nicht nur großen Respekt vor der Belastbarkeit des so zerbrechlich wirkenden Oberst, sondern manchmal auch Sorge um ihn.

Die nun auf Dead Oceans erschienene BOCC-Platte hört sich nach einem erholsamen Rückzug auf vertrautes Terrain an: zwei Stimmen, zwei Gitarren, dazu die Hilfestellung von ein paar Oberst-Kumpels wie Produzent Andy LeMaster, Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs), Carla Azar aus Jack Whites Band, Wylie Gelber und Griffin Goldsmith von den Dawes, Christian Lee Hutson und Anna Butterss. Die tiefenentspannte Atmosphäre der Aufnahmen in Los Angeles ist spürbar. Ein feines Folkpop-Album, das Conor Obersts Diskografie ganz gewiss schmückt.

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