Die alte Fabel zeigt: Ähnliche Probleme gab’s schon immer
Wat is de Moraal van de Geschichte?

En Iëgel har van kloke

Samstag, 28.01.2017, 06:01 Uhr

Vüëgels hord, dat boll’

de Winter kaim. „Nu mos du“,

dach he so bi sik,

„män hännig suorgen , wao du

bliewen kans.“ Dao fol

em in, dat gar nich wied ’ne

Adder wuohnde. „Ik

kiek äs bi iähr harin, of’k

dao wul duërn kan.“

Gesägd, gedaon! De Iëgel

mäk sik up den Pad,

is wanners dao. He grämstert

sik, klopt sachte an.

„Och, leiwe gnäöd’ge Frau“, säg

he, „ik häf dao wat,

dat lig mi swaor up’t Hiärt. Ik

weet nich, wao’k vannacht

mi resten sal. Kön’k bi Ju

bliewen? Laot’t mi in!“

„Här Iëgel“, säg de Adder,

„is Ju dat bedacht?

Wi twee tohaup? Mi düch, dat

wärd doch rieklik min.“

„Maakt Ju män kiene Suorgen!“,

säg he drup, „ik drük

mi eenfak fast dao in den

Hook. Ji miärkt mi nich.

Verlaot’t Ju to! Häbt Metleed

met mi doch en lük!

Un Snuwen häwwik, Hoosten“,

kröchelt he un swig.

De Adder nu: „Jä, dan män

to! Et sal wul gaohn.“

So knap harin, mäk he sik

in de Midde breed

un wältert hen un hiär sik.

„Här’k dat doch nich daon!“,

denkt dao de Adder, un se

säg: „Et dööt mi leed!

Här, Juë Priëkels stiäkt. Et

langt hier nich för twee.

Wat Ji mi tosägd häbt, is

Ju vergiäten wul.

Ji sind so unbeschuft, doot

mi drto no weh!

Ik denk un blief drbi: Et

is hier viëls to vul.“

De Iëgel säg heel driest. „We’t

hier nich uutholl’n kan,

de kan jä eenfak gaohn. Dat

is doch gar nich swaor.

Ik leg Ju nix in’n Weg. Un

maakt män swanke an!

Nich töwen! Töggelt nich. Dan

is de Sake klaor.“

Et kümp, wu’t kuomen mos. De

Adder mook sik weg,

un de har wunnen Spiël, we

rüëklaus, falsk un frech

den Wärt betüntelt har. Wat

ik wul wiëten möch:

We wus du leiwer sien, mien

beste Frönd? Dat säg.  Hannes Demming

 

Wörde

hord – gehört; Adder – Schlange; duërn – bleiben; sik grämstern – sich räuspern; resten – ausruhen; min – eng, klein; kröcheln – husten; wältern – wälzen; Priëkel – Stachel; unbeschuft – unbescheiden; swanke – schnell; anmaken – sich beeilen; töwen – warten; töggeln – zögern; rüëklaus – rücksichtslos; betünteln – beschwatzen, betrügen

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