Digitales Fasten
Eine Pause von Smartphone, Facebook und Co.

Münster -

Erwachsene blicken im Durchschnitt 50 Mal am Tag auf ihr Smartphone, Jugendliche weitaus häufiger. Viele nehmen die Fastenzeit als Anlass, die eigene Mediennutzung zu überdenken. Einige einfache Tipps können dabei helfen.

Donnerstag, 07.03.2019, 17:06 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 20:57 Uhr
Das Smartphoneist für vieles eine bequeme Alternative, doch es sorgt auch für digitalen Stress. Nutzer sollten sich deshalb Pausen gönnen. dpa
Das Smartphoneist für vieles eine bequeme Alternative, doch es sorgt auch für digitalen Stress. Nutzer sollten sich deshalb Pausen gönnen. dpa

Das Smartphone ist für viele ein ständiger Begleiter. Es gibt Menschen, die das in der Fastenzeit ändern wollen. „Digital Detox“ oder „digitales Fasten“ heißt der Trend. Ralf Bolhaar, Dozent am Fachbereich Sozialwesen an der Fachhochschule Münster , beschreibt ihn als „Verzicht auf den Gebrauch von digitalen Medien“.

Generell findet er es sinnvoll, mal eine „Pause vom übermäßigen Mediengebrauch“ zu machen. Doch besser als ein vollständiger Verzicht von Aschermittwoch bis Ostern sei es, eine Kultur im Umgang mit Medien zu schaffen, die zur Selbstverständlichkeit wird – im ganzen Jahr. Dafür könne man die Fastenzeit zum Anlass nehmen.

Smartphone als Zeitfresser

Laut Bolhaar hat das Informationsvolumen in den vergangenen zehn Jahren extrem zugenommen. „Die Medien und auch das Medium sind nicht das Problem“, sagt Bolhaar. Schließlich eröffne gerade das Smartphone „unglaubliche Möglichkeiten“.

Das Hauptproblem sei der zeitliche Umfang: „Der internetgestützte Mediengebrauch ist der größte Zeitfresser.“ Zudem käme es zum Verlust von realen menschlichen Erfahrungen. Zwar gehe der persönliche Kontakt zu Freunden oder der Familie nicht verloren, jedoch finde er immer mehr über digitale Wege statt.

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Foto: Statista

Digitalen Stress verringern

Ein Verzicht kann durchaus etwas bringen, sagt Bolhaar: „Eine Unterbrechung sorgt dafür, dass man merkt, wie sehr etwas zur Gewohnheit geworden ist.“ Außerdem biete sie die Möglichkeit zur Regeneration: „Körper und Gehirn können sich vom digitalen Stress erholen.“ Das Smartphone sei eine bequeme Alternative, die jedoch auch viele Verlockungen biete. Wichtig sei, eine Kontrolle über das Medium zu bekommen.

Ralf Bolhaar gibt Tipps, wie ein maßvoller Umgang mit digitalen Medien gelingen kann. Helfen können unter anderem Apps, die zum Beispiel anzeigen, wie oft man das Smartphone am Tag entsperrt hat: „Alles, was der persönlichen Kontrolle und Selbstreflexion hilft, ist gut.“ Doch auch andere Regeln können etwas bringen.

So kann es gelingen

Wer den Tag mit einem analogen Wecker beginne, vermeiden, dass der erste Griff zum Smartphone ­gehe. Auch könne es helfen, den Bildschirm auf Schwarz-Weiß zu stellen. Dadurch ­verlieren laut Bolhaar viele Apps einen gewissen Reiz. Sein wichtigster Tipp: „Zeiten schaffen, in denen das Internet gar nicht greifbar ist.“

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