Auto
Sachlich und funktionell

Montag, 16.04.2007, 00:04 Uhr

Das Auto ist schon in der dritten Generation auf dem Markt und hat sich rund um den Globus weit über 2,5 Millionen Mal verkaufen lassen. Doch in dieser Variante ist der Hyundai Accent auf deutschen Straßen immer noch ein seltenes Fahrzeug: Kompakte Stufenhecklimousinen gehören hierzulande nun mal nicht zu den Publikumslieblingen.

Wer aber den Accent 1.4 GL als Viertürer gefahren ist, fragt sich etwas verwundert nach dem Grund: Für 15700 Euro präsentiert Hyundai hier überraschend viel Auto.

Gar so kompakt ist das Stufenheckmodell dabei gar nicht: Der Accent bringt es auf immerhin 4,28 Meter Länge – und ist damit um 23 Zentimeter länger als die Schrägheckvariante. Knapp 1,70 Meter breit ist er dazu. Auf der Grundfläche lässt sich ganz schön was unterbringen. Beispielsweise ein um sechs Zentimeter längerer Radstand als bei seinem Vorgänger.

Die bis zu fünf Insassen danken es den Ingenieuren: Jetzt bietet der Koreaner zwar nicht gleich „ausgedehnte Kopf-, Schulter- und Beinfreiheit“, wie die Deutschland-Vertretung verspricht. Aber doch sehr ordentliche Platzverhältnisse. Im aktuellen Accent reisen zumindest vier Erwachsene auch auf langen Strecken ausreichend bequem. Dahinter bleibt immer noch Platz für ein respektables Gepäckfach: 390 Liter Volumen weist der Kofferraum auf. Und verfügt zudem über eine so große Klappe, dass das Beladen nicht zu einem Geschicklichkeitsspiel wird.

Der Innenraum ist weitgehend unauffällig, dabei aber durchaus funktionell. Die Armaturentafel ist gefällig gestaltet; die wichtigen Anzeigen sieht der Fahrer auf den ersten Blick; die wichtigen Schalter liegen immer in Griffweite.

Schwächen allerdings weist der Accent bei den Sitzen auf. Die lassen sich zwar durchaus gut justieren, sind aber insgesamt zu weich und bieten zu wenig Seitenhalt. Das schränkt die Langstreckentauglichkeit des Kompaktwagens leider ein wenig ein.

Etwas weich kommt der Accent auch insgesamt daher. Insbesondere wenn er gut beladen ist, geht er spürbar in die Knie und zeigt eine leichte Neigung zum Schwingen. Da sollte Hyundai nachbessern und bei der nächsten Gelegenheit das Fahrwerk straffer abstimmen.

Ansonsten aber überzeugt der Koreaner: Er ist relativ ruhig, der kleine Benzinmotor zeigt keine großen Schwächen und bleibt erfreulicherweise auch relativ bescheiden im Durst. Ein paar Zahlen: 12,3 Sekunden braucht das 71 Kilowatt starke Triebwerk (97 PS) für den Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindgkeit liegt bei 177 km/h. Erfreulich: Noch bei 150 km/h können die Hyundai-Passagiere sich unterhalten, ohne ihre Stimmen über Gebühr anstrengen zu müssen. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 6,2 Litern Normalbenzin. Den stärkeren 1,6-Liter-Motor mit 82 kW (112 PS) gibt es ausschließlich für das Schrägheck-Modell. In beiden Varianten hält sich das Drehmoment in bescheidenen Grenzen: Auf 125 Newtonmeter bringt es der 1.4, auf 146 Nm der 1.6.

Bleibt die Frage nach der Gefälligkeit des Stufenhecks. Generell haben Käufer und Importeur längst entschieden: Das Schrägheck gewinnt auf dem deutschen Markt ganz klar. Zu sehr klebt kleinen Stufenhecklimousinen bei uns der Ruch des „gewollt, aber nicht gekonnt“ an. Doch wem es nicht ums Image, sondern um die Funktionalität zu tun ist, der ist mit dem Strufenheck gut bedient.

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