Autotest
Viel Platz im kleinen Hyundai i20

Freitag, 30.01.2009, 12:01 Uhr

Individueller Charakter,“ „athletisches Design“, „große Portion Dynamik“, „selbstbewusster Auftritt“ – große Worte, in der Pressemappe für den neuen Hyundai i20 gelassen, aber dafür geballt ausgesprochen.

Wer die Ohren vor diesem Werbe-Tamtam verschließt, sieht einen weiteren Konkurrenten unter all den Corsas, Polos, 207, Jazz, Fiestas und wie sie alle heißen, die sich entweder als Mini-Familienkutsche oder Einkaufsflitzer um einen Platz in der Kundengarage bewerben. Hyundais Nachfolger des Getz muss sich in diesem wachstumsträchtigen B-Segment – Stichwort Verschrottungspauschale und Kfz-Steuerreform – nicht verstecken.

Mit dem i20 sagen die Koreaner endgültig „Tschüss, Asien-Barock“. Technisch ist der deutlich gewachsene B-Segment-Vertreter auch voll auf der Höhe. Der Kleinwagen sieht nicht nur aus wie ein Europäer, er ist es auch. Gestylt vom deutschen Hyundai-Chefdesigner Thomas Bürkle und gebaut in Tschechien, setzt der koreanische Konzern große Hoffnungen auf den ausgewachsenen Stadtfloh. Ab 2010 soll er sich jährlich 12 000 mal verkaufen.

Unter der europäischen Uniformjacke verbirgt sich konkurrenzfähige Technik, mit der es sich komfortabel, praktisch, sicher und preiswert durch den harten Zweitwagenalltag rollen lässt. Drei Benziner und ein kräftiger Diesel stehen vom Verkaufsstart am 6. März an zur Verfügung. Schon der kleine 1,2-Liter-Vierzylinder hält im Großstadtgewusel tapfer mit. Beim Überholen auf der Landstraße geht ihm aber schon mal die Puste aus. Bei nur 78 Pferdchen unter der Haube auch kein Wunder. Dafür wird er aber nie laut. Genau wie seine drei Kollegen. Die Geräuschdämmung ist den Hyundai-Ingenieuren wirklich gut gelungen.

Genau wie das Fahrwerk. Auch beim flotten Serpentinenspurt auf den verschneiten Feldberg lässt sich der i20 nicht aus der Ruhe bringen. Sanft schaltet sich das ESP ein, wenn der Fahrer allzu übermütig durch die Kurven wetzen will.

Im Inneren ist der Hyundai ein richtiger Kleinwagen. Die Verarbeitung ist in Ordnung, die Landschaft hinter dem Lenkrad können einige Mitbewerber allerdings schicker in Kunststoff verpacken. Und auch die Wellen, mit denen die bunten Polster eingenäht wurden, sind nicht unbedingt „State of the art“. Immerhin: Es knarzt und knirscht wenig im Plastikgebälk.

Untadelig präsentiert sich der Arbeitsplatz des Fahrers. Alles im Blick, alles im Griff. Geschmackssache sind nach wie vor die überladenen Bedienhebel am Volant. Und auch einige Knöpfe wie der Rücksteller für den Tageskilometer sind gut versteckt.

Dafür hat der i20 für seine Klasse durchaus beachtlichen Platz. Hinten wie vorne fühlen sich auch Passagiere mit längeren Beinen gut aufgehoben. Und selbst der Kofferraum reicht für den Großeinkauf am Wochenende spielend aus.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Getz ist der i20 ausstattungsbereinigt nicht teurer geworden. Ab 11 250 Euro ist er dreitürig zu haben. Dafür gibt es ESP, Traktionskontrolle, ein umfangreiches Airbagpaket, aktive Kopfstützen, Servolenkung, Zentralverriegelung, Radio, CD, MP3-Funktion und AUX-Anschluss serienmäßig. Insgesamt stehen drei Ausstattungsvarianten zur Verfügung. Wer dank Verschrottungsprämie noch ein paar Euro übrig hat, kann sie in Leder, Automatik oder Schiebedach investieren.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/469148?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F215%2F594691%2F594707%2F
Nachrichten-Ticker