Autotest
Der Reisende mit der großen Klappe

Freitag, 05.03.2010, 18:03 Uhr

Plötzlich kommt die Lust auf Kleine-Jungen-Scherze zurück. Statt Klingelmäuschen und Portemonnaie per Schnur vom Bürgersteig ziehen jetzt lieber so: Etwas abseits auf dem Supermarkt-Parkplatz stehen, unbeteiligt gucken - und dann per Fernbedienung die Kofferraumklappe elektrisch hochklappen. Und wieder runter. Dann die beiden Schiebetüren wie von Geisterhand auffahren lassen. Und wieder zu. Da bleiben Passanten mit vollgepackten Einkaufswagen erstaunt stehen. Ja, der Grand Voyager ist nicht nur ziemlich praktisch, er macht auch ziemlich viel Spaß.

Der größte Chrysler auf dem deutschen Markt sah früher etwas ausladend und träge aus, inzwischen wirkt er wuchtig und sportlich. Die Linien gerade und schnörkellos, markant ist der hintere Stoßfänger, der weit vorsteht. Trotzdem ist der Grand Voyager nicht protzig. Seine wahren Ausmaße werden erst auf den zweiten Blick deutlich - und seine üppige Ausstattung erst recht.

Chryslers Flaggschiff hat sieben Sitze. Hinter den beiden Fond-Passagieren kommen zwei Einzelsitze, Reihe drei bildet eine dreisitzige Sitzbank. Darauf allerdings, das muss gesagt werden, sitzt es sich nicht uneingeschränkt komfortabel. Manch Mitreisendem entfleuchte schon der Vergleich mit dem „Affen auf dem Schleifstein“: Sitze tief, Knie an den Ohren. Nun ja.

Dafür aber bereitet der Verzicht auf die Reihen 2 und 3 besondere Freude. Denn wer lieber mehr Kofferraum hätte, braucht die Sitzbank nicht auszubauen und in den Gartenschuppen zu schleppen: Kinderleicht, wahlweise gar elektrisch, versinken ein Drittel, zwei Drittel oder die ganze Sitzbank und gerne auch die beiden Sitze der Reihe 2 im Boden. So entstehen hinter den Vordersitzen bis zu 3296 Liter Laderaum. „Stow´n´Go“ nennen sie bei Chrysler diese serienmäßig mitgelieferte Technik. Leider hat sie ihren Preis: Die Ladekante ist zwangsläufig hoch, und wer die Sitzbank hochgeklappt hat, hebt seine Getränkekisten über diese Kante in ein rückenunfreundlich tiefes Loch. Freilich: Wie anders sollte es sonst zu lösen sein?

Wer selten richtig zuladen möchte und stattdessen lieber die Doppelkopfrunde oder den Kindergeburtstag herumfährt, sollte sich mit dem optionalen „Swivel´n´Go“ (600 Euro) beschäftigen, das in den höheren Ausstattungslinien verfügbar ist. Wer das zubucht, kann künftig die beiden Sitze der zweiten Reihe drehen, es entsteht eine gesellige Runde um einen herausklappbaren Tisch. Das alles ist so konstruiert, dass es auch während der Fahrt zugelassen ist. Darüber freuen sich dann die großen Jungs.

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