Sinkende Preise nicht in Sicht
Superbenzin so teuer wie nie - Rohöl und Dollar treiben die Preise

Münsterland - Die Autofahrer in Deutschland müssen nach dem teuersten Tankjahr aller Zeiten weiterhin tief in die Tasche greifen. Mit 1,67 Euro für einen Liter Superbenzin E10 bewegt sich der Benzinpreis im bundesweiten Durchschnitt in der Nähe seines historischen Höchststandes. Sinkende Preise sind laut Energie-Informationsdienst erstmal nicht in Sicht.

Dienstag, 21.02.2012, 12:02 Uhr

Sinkende Preise nicht in Sicht : Superbenzin so teuer wie nie - Rohöl und Dollar treiben die Preise
An den Zapfsäulen klettern die Preise. Foto: dpa

Hier tanken sie am günstigsten

1/0

Auf sinkende Preise können die Autofahrer kaum hoffen. „Es zeichnet sich bei Öl ein konstant hohes Niveau ab“, sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. Auch Heizöl hält sich mit 94,50 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) auf dem höchsten Stand seit Sommer 2008. Der Preis ist ebenfalls nicht weit vom Rekord von 98 Euro aus dem Jahr 2008 entfernt und schon seit zwei Wochen so hoch. „Das ist der Unterschied zu 2008“, sagte Wiek. „Damals ging es nur um eine kurze Preisspitze, jetzt sehen wir dauerhaft hohe Preise.“

Ursachen für die hohen Preise sind teures Rohöl und ein relativ schwacher Euro. Das schlägt auf die Beschaffungspreise der Tankstellen durch. „Am Rotterdamer Ölmarkt kostet Superbenzin 61,9 Cent je Liter“, sagte Tobias Wolny vom deutschen Marktführer Aral . „Das war der höchste Stand aller Zeiten.“ Den wichtigsten Einfluss auf die Benzin- und Heizölpreise hat der Rohölpreis, weil die Produkte aus Rohöl gemacht sind.

 

Am Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 122 Dollar, so viel wie sei dem vergangenen Frühjahr nicht mehr. Schon seit mehr als einem Jahr notiert Rohöl über 100 Dollar.Das aktuelle Preishoch ist nach Einschätzung des Hamburger Experten Steffen Bukold auf mehrere Faktoren zurückzuführen. „Die Versorgung der Märkte ist nicht so gut, wie es scheint“, sagte er. Trotz gestiegener Vorräte in den USA sei die Lage angespannt.

Zudem habe sich die Spekulation an den Finanzmärkten verstärkt. Die Notenbanken in den USA und Europa fluten die Finanzmärkte mit Liquidität, die nach Anlage sucht.Das Geld geht in Aktien, aber auch in Rohstoffe. So ist der Rohstoffindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI nach einigen rückläufigen Monaten seit Beginn des Jahres wieder gestiegen.

Vor 16 Jahren kamen Autofahrer noch mehr als doppelt so weit
Eine Recherche des ADAC hat ergeben, dass Autofahrer 1996 mit Dieselkraftstoff im Wert von 20 Euro noch von Frankfurt am Main nach Wien – eine Strecke von etwa 717 Kilometern – kamen. Zu diesen Reisekosten darf heute kein Frankfurter Feinschmecker mehr ein Schnitzel in der österreichischen Hauptstadt erwarten: Autofahrer aus der Mainmetropole kommen mit einer Dieselinvestition von 20 Euro heute nur noch 315 Kilometer weit, also etwa von Frankfurt nach Lüttich. Das ist viel weniger als die Hälfte der Wegstrecke.

Zum Vergleich: 2006 schaffte es ein Frankfurter Dieselfahrer für 20 Euro immerhin noch 400 Kilometer weit, also zum Beispiel zum Oktoberfest nach München. Aber auch dieser Traum ist ausgeträumt. Mit dem Dieselfahrzeug schafft es ein Einwohner der Finanzmetropole heute weder zum Wiener Schnitzel noch zur Wiesn. Die Distanzrecherche des Automobilclubs zur Mobilität in Vergangenheit und Gegenwart basiert auf folgender Annahme: Ein Diesel-Pkw mit 4,5 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer; Als Berechnungsgrundlage für die „Gegenwart“ wurde der Dieseldurchschnittspreis von 2011 angenommen. (mit Material von dpa)

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/666731?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F198%2F711292%2F215%2F596915%2F696068%2F
Nachrichten-Ticker