Auto
Interesse an Neuwagen gesunken – Alternativen im Fokus

2018 sank die Zahl der Neuzulassungen von Personenkraftwagen in Deutschland insgesamt um 0,2 Prozent auf knapp 3,44 Millionen. Obwohl der Anteil privater Pkw-Halter, die sich im vergangenen Jahr einen Neuwagen gönnten, um zwei Prozent auf etwa 1,25 Millionen stieg, macht das Ergebnis wenig Hoffnung. Im Vergleich zum Rekordjahr 2009, wo rund 2,39 Millionen private Halter einen Neuwagen kauften, sind die aktuellen Zahlen verhalten. Die Begeisterung für neue Autos scheint abzuflachen. Der Wertverlust dürfte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Ein Vergleich zwischen Neuwagen, Gebrauchtwagen und Tageszulassungen.

Dienstag, 12.03.2019, 10:08 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 16:48 Uhr
Auto: Interesse an Neuwagen gesunken – Alternativen im Fokus
Die Anschaffung eines neuen Wagens sollte gut überlegt sein. Foto: pixabay.com / manfredrichter

Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts zu den Neuzulassungen 2018 zeigen den Rückgang der neu zugelassenen Personenkraftwagen schwarz auf weiß. Besonders markant zeigt sich die negative Entwicklung bei Dieselfahrzeugen. „Wie schon 2017 sanken die Neuzulassungszahlen von dieselbetriebenen Pkw weiter (-16,9 %) und der Anteil reduzierte sich um 6,5 Prozentpunkte auf jetzt 32,3 Prozent“, so das KBA . Neufahrzeuge haben an Anziehungskraft verloren. Ihr Image wandelt sich vom Prestigeobjekt hin zum Gebrauchsgegenstand, dessen Wertverlust in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Insbesondere im ersten Jahr nach der Zulassung verlieren neue Autos im Schnitt ein Viertel ihres Listenpreises, ausgehend von 15.000 Kilometern Fahrleistung. Nach dem vierten Jahr etwa fünf bis sechs Prozent jährlich, wobei es teilweise drastische Unterschiede zwischen Marken und Modellen gibt. In den ersten drei Jahren nach der Neuzulassung gelten Autos generell als regelrechte Geldvernichtungsmaschine. Ausgehend vom Listenpreis verlieren Fahrzeuge in dieser Zeitspanne rund 50 Prozent an Wert. Eine Tatsache, die Neuwagen zunehmend uninteressant macht. Hinzu kommen Dieselskandal und ein unübersichtlicher Rabattdschungel. Der Verbraucher hat das Vertrauen in die Branche verloren und ist vom Prämienwirrwarr überfordert. Er lässt sich längst nicht mehr von attraktiv klingenden Werbeversprechen und emotionalisiertem Marketing blenden. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, haben Gebrauchtwagen und Tageszulassungen die Nase vorn.

Gebrauchtwagen, Tageszulassungen und Neuwagen im Vergleich

Sowohl Gebrauchtwagen als auch Tageszulassungen haben gegenüber neuen Fahrzeugen einen entscheidenden Vorteil: Der Anschaffungspreis ist wesentlich geringer, die Haushaltskasse wird entlastet und die Ersparnis lässt sich anderweitig sinnvoller einsetzen. Dennoch dürfen die Nachteile nicht vernachlässigt werden. Bei Gebrauchtwagen profitieren Käufer meist nicht von einer Garantie und auch die Gewissheit, ein einwandfreies Fahrzeug zu erhalten, wie es beim Neuwagen der Fall ist, fehlt. Stattdessen sind teure Reparaturen denkbar, die schon bald auf den neuen Besitzer zukommen. Womöglich müssen diverse Verschleißteile ausgetauscht werden, was nicht zu unterschätzende Ausgaben verursachen kann. Beim Gebrauchtwagenkauf ist demnach besondere Vorsicht geboten, um ein möglichst hochwertiges Fahrzeug ohne Mängel zu ergattern. Die Liste der Faktoren, die kritisch begutachtet werden müssen, reicht vom Kilometerstand über die Bereifung bis hin zum Zustand von Bremsen und Motorisierung.

Zugute kommt Verbrauchern die große Auswahl am Gebrauchtwagenmarkt, wodurch sich attraktive Preise ergeben. Insbesondere die Angebote privater Verkäufer auf Gebrauchtwagenportalen sind verlockend. Allein am Preis sollten sich Interessenten aber nicht orientieren. Schließlich haben lokale Autohäuser durchaus ihre Vorzüge. In diesem Ratgeber zum Gebrauchtwagenkauf hier wurden die Vor- und Nachteile regionaler Händler sowie virtueller Plattformen übersichtlich arrangiert, um die Entscheidung zu erleichtern. Mangelt es an Fachwissen, ist das Beauftragen eines Sachverständigen empfehlenswert. Egal, ob Privatkauf oder Verhandlungen mit Gewerbetreibenden. Die Automobilzeitschrift auto motor und sport weist auf fatale Fehler beim Gebrauchtwagenkauf hin und erklärt, wie sich verdeckte Schäden und manipulierte Kilometerstände erkennen lassen.

Mit einer Tageszulassung sind Fahrzeuge gemeint, die von Händlern für einen Tag zugelassen werden, um sie anschließend mit hohen Rabatten an Endkunden zu verkaufen. Dabei handelt es sich um neuwertige Lagerfahrzeuge, die bislang nicht bewegt wurden. Die Zulassung ereignet sich lediglich formal, es kommt zu keinem Einsatz im Straßenverkehr. Juristisch betrachtet, sind Autos mit Tageszulassung Neuwagen. Diese Art der Fahrzeugbeschaffung hat gegenüber Neu- und Gebrauchtwagen zwei ausschlaggebende Vorteile: Zum einen profitieren Verbraucher gegenüber dem Neuwagenkauf von erheblichen Rabatten, obwohl es sich um fabrikneue Autos handelt. Teilweise dürfen sich Käufer über einen Preisnachlass von 30 Prozent und mehr freuen. Zum anderen gilt die gesetzliche Gewährleistung, was bei eventuellen Mängeln den Unterschied zum Gebrauchten macht, der von privaten Besitzern stammt. Nachteilig an Tageszulassungen ist, dass der Käufer als zweiter Eigentümer gilt. Das kann sich in Hinblick auf die Kfz-Versicherungen nachteilig auswirken. Viele Versicherer gewähren Rabatte ausschließlich dann, wenn Fahrzeughalter in der Zulassungsbescheinigung als erste Eigentümer eingetragen sind. Ob dies ein Argument gegen die Erstzulassung ist, sollte von der Ersparnis gegenüber einem Neuwagen abhängig gemacht werden. Sie ist häufig derart hoch, dass kleine Abstriche bei der Versicherungsprämie akzeptabel sind.

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