Auto
Aus der Voll- in die Teilkasko - geht das im Frühjahr?

Wenn der Winter zu Ende ist, die Straßen wieder schnee- und eisfrei sind und die Tage länger werden, sinkt auch das Risiko für witterungsbedingte Unfälle mit dem Auto. Der Zeitpunkt für einen Wechsel aus der Vollkasko- in die Teilkaskoversicherung scheint somit günstig. Doch der unterjährige Wechsel ist nur in bestimmten Fällen möglich - und nicht immer sinnvoll.

Freitag, 15.03.2019, 10:33 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 10:45 Uhr
Auto: Aus der Voll- in die Teilkasko - geht das im Frühjahr?
Immer mehr Versicherer bieten Kfz-Versicherungen mit unterjähriger Hauptfälligkeit an. Foto: Flirckr.com / SariMontag

Experten empfehlen eine Teil- statt einer Vollkaskoversicherung, sobald das Auto älter als fünf Jahre ist. Denn mit zunehmendem Alter des Autos wird das Verhältnis zwischen der Höhe der Beiträge und den von der Versicherung im Schadenfall übernommenen Kosten immer ungünstiger. Wer zu lange in der Vollkasko bleibt, zahlt also unter Umständen hohe Beiträge, hat aber im Ernstfall nichts davon. Was aber ist zu beachten, wenn man bereits im Frühjahr aus der Voll- in die Teilkasko wechseln möchte?

Kasko- und Kfz-Haftpflichtversicherungen haben üblicherweise eine Laufzeit vom einem Jahr - bei den meisten Versicherern vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Da eine vierwöchige Kündigungsfrist gilt, ist in diesen Fällen der 30. November der Stichtag, an dem die schriftliche Kündigung dem Versicherer vorliegen muss. Eine Kündigung der Vollkaskoversicherung im Frühjahr ist im Normalfall also nicht möglich.

Immer mehr Versicherer bieten jedoch Kfz-Versicherungen mit unterjähriger Hauptfälligkeit an. Bei diesen Verträgen beginnt die einjährige Laufzeit zu einem individuell vereinbarten Zeitpunkt. Wer eine Vollkaskoversicherung mit unterjähriger Hauptfälligkeit im Frühjahr abgeschlossen hat, kann sie demnach auch im Frühjahr wieder kündigen. Dabei gilt ebenfalls eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Zudem ist ein unterjähriger Wechsel der Kfz-Versicherung   in einigen Sonderfällen möglich .

Auch wer seine Vollkaskoversicherung unterjährig kündigen kann, sollte sich dies gut überlegen. Denn nicht in jedem Fall lohnt sich der Wechsel in die Teilkasko überhaupt. Mitunter fällt der Beitrag für die Vollkasko überraschenderweise sogar günstiger aus. Versicherungsnehmer sollten dies vorab durch eine individuelle Berechnung der Beiträge prüfen, die in diesem Ratgeber ausführlich erklärt wird.

Doch wie kommt es eigentlich, dass der umfangreichere Schutz in manchen Fällen weniger kostet als eine Teilkaskoversicherung? Was auf den ersten Blick paradox erscheint, hängt mit bestimmten Indizes zusammen, die Versicherungen zur Berechnung ihrer Beiträge nutzen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stuft jeden Fahrzeugtyp je nach seiner Schaden- und Unfallbilanz in eine bestimmte Typklasse ein, und jeden der über 400 deutschen Zulassungsbezirke je nach Schadenhäufigkeit und durchschnittlicher Schadenhöhe in eine bestimmte Regionalklasse. Niedrige Regional- und Typklassen wirken sich günstig auf den Versicherungsbeitrag aus, bei hohen ist es andersherum. Die Regionalklassen folgen bei der Vollkasko, der Teilkasko und der Kfz-Haftpflicht jeweils einem eigenen Index, wie die GDV auf ihrer Internetseite erläutert. So kann es passieren, dass die Regionalklasse für ein und dasselbe Fahrzeugmodell in der Teilkasko hoch und in der Vollkasko niedrig ist. Ebenso verhält es sich mit den Typklassen.

Der Wechsel von der Voll- in die Teilkaskoversicherung sollte also - unabhängig vom Kündigungszeitpunkt - gut überlegt sein. Wer bei der Vollkasko bleibt, kann gegebenenfalls an anderen Stellschrauben drehen, um bei der Kfz-Versicherung in Zukunft etwas günstiger wegzukommen .

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