Auto
Sind Elektroautos umweltfreundlich?

Die Elektromobilität soll in Deutschland deutlich zunehmen und wird daher entsprechend gefördert. Was viele noch vom Kauf eines reinen Elektromobils abhält, sind Preis und Reichweite. Das soll sich jedoch bis 2022 deutlich verbessern. Die Preise werden schätzungsweise um ein Drittel sinken. Die Reichweite hingegen soll auf über 1.000 Kilometer steigen. Gleichzeitig wird die Ladezeit im Minuten- statt im Stundenbereich angesiedelt sein. Damit diese Fiktion Realität wird, muss die Entwicklung am Herzstück des Elektroautos ansetzen, der Batterie.

Freitag, 03.05.2019, 10:49 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 10:51 Uhr
Auto: Sind Elektroautos umweltfreundlich?
E-Autos nehmen am Markt langsam einen immer größeren Anteil an. Foto: Pixabay.com / Joenomias

Das Herz des Elektroautos – die Lithium-Ionen-Batterie

Aktuell macht die Batterie das Elektroauto richtig teuer. Noch dominiert die Lithium-Ionen-Batterie. Sie weist das beste Verhältnis der Energiekapazität zum Gewicht auf und hält relativ lange (ca. 10 Jahre). Dafür hat sie aber auch ihren Preis. Je nach Fahrzeugmodell fallen zwischen 6.000 und 20.000 Euro an. Das ist schon ein deutlicher Unterschied zur herkömmlichen Autobatterie , die zwischen 80 und 150 Euro liegt. Um die Anschaffungskosten zu senken, bieten einige Hersteller an, die Batterie zu mieten. Was künftig die Reichweite erhöhen soll, ist eine Veränderung der Elektroden. Die Anode soll aus Silizium statt Graphit beschaffen sein. Auch der teure und knappe Rohstoff Lithium soll mittelfristig ersetzt werden, da die Umweltbelastung in den Abbaugebieten immens ist. Hier wird noch nach Alternativen geforscht.

Hand aufs Herz – wie ist die Umweltbilanz?

Nicht alle sind vom E-Auto als umweltfreundliche Alternative zu Benziner und Diesel überzeugt. Eine vom Ifo-Institut veröffentlichte Studie sieht Elektroautos gar als Klimasünder . Demnach sei der CO2-Ausstoß bis zu 28 Prozent höher, wenn die Produktion und der deutsche Strom-Mix berücksichtigt würden. Die hohen Umweltschäden beim Abbau von Kobalt und Lithium berücksichtigt die Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) nur zu 40 Prozent. Daher kommt sie zu einer positiven Umweltbilanz nach 14.000 km Laufleistung. Verbesserungsfähig sind hingegen noch die Entsorgung und das Recycling der Batterien. Hierzu gibt es verschiedene Forschungsprojekte, sodass künftig Altbatterien vermutlich intelligent weiterverwendet werden.

Das E-Auto unter Umweltaspekten

Die Frage, ob Elektroautos umweltfreundlicher sind als Verbrenner, lässt sich nicht ganz klar mit einem ja beantworten. Sie haben eine negative Umweltbilanz, wenn der Rohstoffabbau berücksichtigt wird. Die E-Autos selbst stoßen kein CO2 aus. Allerdings benötigen sie zum Betrieb Strom. Und hier zählt auch die Umweltbilanz der Stromerzeugung. Werden beispielsweise regenerative Energiequellen verwendet oder Braunkohle. Dies belastet natürlich nicht die Städte an sich, da Feinstäube und Stickoxide beim Kraftwerk bleiben. Eine positive Umweltbilanz kann sich auch für E-Autos nur durch Recycling und den Ersatz von Rohstoffen ergeben, deren Abbau die Umwelt erheblich belastet. Wenn an allen Stellschrauben gedreht wird, kann das E-Auto langfristig zu einer positiven Ökobilanzbeitragen.

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