Auto
Fahrzeugantriebe: Eine Entscheidungshilfe

Wer ein neues Fahrzeug benötigt, hat heute die Auswahl aus nicht weniger als vier weitverbreiteten Antriebsformen. Gibt es da überhaupt „die Richtige“?

Dienstag, 24.03.2020, 10:56 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 11:04 Uhr
Auto: Fahrzeugantriebe: Eine Entscheidungshilfe
Die Auto-Antriebswelt ist im Umbruch. Doch nicht alles ist für jeden gleichermaßen geeignet. Foto: Stock.adobe.com © aanbetta

1. Wie ist es um die Fahrdistanz bestellt?

Jedes Fahrzeug wird im Alltag über unterschiedliche Distanzen bewegt. Auf jeder davon können die unterschiedlichen Antriebskonzepte Stärken und Schwächen ins Feld führen.

Fakten Benziner

Alle Verbrennungsmotoren benötigen eine gewisse Fahrdistanz, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Solange diese noch nicht erreicht ist, verbraucht der Motor mehr Kraftstoff (er fährt mit einem „fetten Gemisch“) und verschleißt stärker.

An diesem Punkt kann der Benziner ein kleines Plus für sich verbuchen: Er ist der „ineffizientere“ Verbrennungsmotor, erzeugt mehr Abwärme. Dadurch kommt er je nach Bauweise bereits nach etwa fünf Kilometern auf einen betriebswarmen Zustand. Gleichsam ist die Ineffizienz aber auch ein Grund dafür, warum er 20 bis 30 Prozent mehr Kraftstoff als ein vergleichbarer Diesel verbraucht.

Für Distanzen von 500 und mehr Kilometer sind alle Benziner gut geeignet. Allerdings kommt es in der Praxis weniger auf die Maximaldistanz an als darauf, wie sie sich stückelt.

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Die Fahrzdistanz ist einer der wichtigsten Bausteine der Antriebsbestimmung. Realistisch benötigt jedoch nur die absolute Langstrecke einen Verbrenner. Foto: Stock.adobe.com © powell83

Fakten Diesel

Aus dem gleichen Grund ist der Diesel nach wie vor der „Marathonläufer“. Er benötigt gut und gerne zehn bis 15 Kilometer, bis er auf Betriebstemperatur ist. Dann aber funktioniert er besonders effizient und das für 1.000 Kilometer und mehr.

Allerdings sind es auch die Unterhaltskosten, die genaues Rechnen verlangen. Denn auch wenn Dieselkraftstoff (noch) günstiger ist als Benzin, werden Diesel an anderer Stelle teurer besteuert. Zwar gilt die alte Faustregel „Diesel lohnt sich ab 15.000 Jahreskilometern“ heute als überholt. Verschiedene Tools und Rechner helfen dabei, die Wirtschaftlichkeit bezüglich der individuell geplanten Nutzung zu überprüfen. Weniger als 10.000 Jahreskilometer gelten auch bei hochmodernen Diesel immer noch als Negativsummenspiel.

Fakten Plug-In-Hybriden

Plug-In-Hybride (PIH) sind „Elektrofahrzeug mit Reichweitenverlängerer“. Ein Elektroantrieb samt Batterie für die eigentliche Fahrt, dazu ein kleiner Verbrennungsmotor, meist ein Benziner, der aber nicht direkt mit dem Antriebsstrang verbunden ist, sondern nur als Stromgenerator dient.

PIHs sind deshalb in ihrer elektrischen Reichweite stark begrenzt: Viel mehr als 50 Kilometer sind es selten; danach muss der Benziner laufen. Je länger er das tut, desto ineffizienter werden Hybride.

Fakten Elektro

Wohl zu keiner Antriebsform wurden mehr über die Reichweite geschrieben als beim „Stromer“. Auf dem Papier sehen die neuesten Modelle mit mehreren hundert Kilometern gut aus. In der Praxis allerdings warten darüber hinaus eine Reihe von Herausforderungen : Kein anderer Antrieb hängt hinsichtlich Reichweite so sehr von Außentemperaturen, eingeschalteten Verbrauchern (Licht, Heizung…) und der Fahrweise ab.

Zwar kommen selbst kleine Stromer auf wesentlich höhere Reichweiten als Hybridfahrzeuge. Doch sind sie nicht der ideale Stadtflitzer, als der sie oft dargestellt werden. Viel mehr ein „Gleiter“ für Strecken bis etwa 150-200 Kilometer (für Stromer mit normalen PKW-Abmessungen) – aufgrund der Sicherheitsreserve bei jedem Wetter.

Entscheidungshilfe

Für wen lohnt sich heute welcher Antrieb? Vorsichtig formuliert sieht es folgendermaßen aus:

  • Benziner für den außerstädtischen Pendelbetrieb.
  • Diesel für die Langstrecke weit jenseits 15 Kilometer.
  • Hybride für innerstädtischen Stop-and-Go-Verkehr auf kurzen bis sehr kurzen Strecken. Nicht jedoch für Langstrecke, da hier die Verbrenner-Leistung zu gering ist.
  • Stromer für den außerstädtischen Pendelbetrieb, auch mit vielen Zwischenstopps.
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Hinsichtlich Fahrverboten ist kein Verbrenner wirklich sicher. Der Diesel hat dabei jedoch das größte Risiko. Foto: Stock.adobe.com © Simon

2. Wie ist es um drohende Fahrverbote bestellt?

Man kann heute nicht mehr über Antriebskonzepte nachdenken, ohne die Politik einzubeziehen. Denn das „Damoklesschwert“ Fahrverbot ist real – allerdings nicht für jeden.

Fakten Benziner

Benziner stoßen zwar auch Schadstoffe aus, aber in anderer Zusammensetzung als der Diesel. Momentan (März 2020) gibt es dennoch in Bonn, Darmstadt, Essen und Köln auch bereits Streckenverbote für ältere Benziner der Schadstoffklassen Euro-1 und -2, respektive -3 (Bonn).

Politiker mehrerer Parteien, zudem Umweltverbände forderten diesen Schritt schon länger und werden auch weiterhin „Druck“ machen. Zudem sind auch brandneue Benziner nicht sicher, denn über allem schwebt das immer lauter diskutierte Verbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Fakten Diesel

Fahrverbote betreffen den Diesel am stärksten. Und auch wenn jüngst einige Verbote verschoben wurden , sind sie nicht vom Tisch. Der Blick auf die lange Liste bestehender Diesel-Verbote zeigt, dass auch junge Diesel betroffen sind.

Es steht deshalb zu befürchten, dass weitere Verschärfungen drohen, auch für die aktuell sauberste Klasse 6D Temp. Das macht den Diesel zumindest für Stadt- und Metropolregion-Bewohner und -Pendler zu einer schlecht vorhersagbaren Größe, der schnell die Einfahrt in die Wohn- oder Arbeitgeberstraße verwehrt werden könnte.

Fakten Plug-In-Hybriden (PIHs)

In PIHs stecken zwar Verbrennungsmotoren. Da sie aber kleindimensioniert sind, zudem auch nicht ständig laufen, droht derzeit keine Gefahr. Weder existieren Fahrverbote noch werden sie für Hybriden gefordert.

Fakten Elektro

Noch sicherer sind nur Elektrofahrzeuge. Hier gilt: Gegenwart und Zukunft sind hinsichtlich Fahrverboten absolut sorgenfrei.

Entscheidungshilfe

Vor der Anschaffung sollte der Blick auf bestehende Fahrverbote gehen. Konkret:

  • am Wohnort,
  • am Arbeitsort,
  • an sonstigen wichtigen Orten (Schule, Einkaufsmöglichkeiten usw.)

Dies gilt zwar ganz konkret für die Fahrt bis zur jeweiligen Adresse. Dazu sollte auch ein Blick in die aktuelle Nachrichtenlage geworfen werden, um das Risiko durch Forderungen von Politikern, Klagen von Umweltverbänden etc. abzuwägen.

Wer zumindest als Metropolregion-Bewohner vollkommene Planungssicherheit möchte, sollte sich, falls keine drängenden Gründe dagegenstehen, auf Stromer und Hybride fokussieren.

3. Wie ist es um die Versorgungssicherheit bestellt?

Jeder Antrieb benötigt einen Energieträger, um zu funktionieren. Deren Verfügbarkeit ist dementsprechend ein wichtiges Kaufkriterium.

Fakten Benziner

Knapp 15.000 Tankstellen hierzulande, dazu weltweit einheitliche Standards für Kraftstoffqualität und Zapfpistolen. Rechnet man zudem noch dazu, dass der Benziner minutenschnell im Notfall noch aus Kanistern betankt werden und seine Reserven im Kofferraum mitführen kann, hat er eine hohe Versorgungssicherheit.

Fakten Diesel

Gleiches gilt auch beim Diesel. Aber wie das Benzin stimmt auch hier die Tatsache, dass Verbrenner-Kraftstoffe an Erdöl gebunden sind – ein altbekanntes Politikum, das erst im Zuge des Streits zwischen Russland und den OPEC-Staaten einen neuen Höhepunkt erlebte.

Zwar gibt es seit Jahrzehnten synthetische Kraftstoffe bzw. auch Biodiesel. Diese aber haben die gleichen Abgas-Nachteile des Verbrenners und sind teils noch nicht wirtschaftlich zu produzieren. Damit haben beide Antriebsarten zwar eine hohe kurzfristige Versorgungssicherheit. Diese wird jedoch umso weniger vorhersagbar, je länger der angesetzte Zeitraum wird.

Fakten Plug-In-Hybriden

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Die Tankstellenzahl sinkt seit Jahrzehnten ununterbrochen. Gleichsam bleibt Kraftstoff jedoch ein preislich unvorhersagbares Politikum. Foto: Stock.adobe.com © Piman Khrutmuang

Einer der größten Vorteile von PIHs ist die Tatsache, dass sie Verbrenner und Stromer kombinieren. Einerseits lassen sie sich an Stromtankstellen aufladen. Andererseits können sie auch auf das Tankstellennetz zurückgreifen.

Für kurzfristige Versorgungssicherheit ist das ideal. Denn es entbindet von der Notwendigkeit, überall Stromsteckdosen zur Verfügung haben zu müssen. Wenn sowohl Tank wie Akku leer sind, genügt es, ersteren rasch aufzufüllen, um auch letzteren zu laden. Gleichsam allerdings ist die Reichweite nicht so hoch, dass man gänzlich unabhängig von normalen Tankstellen, deren Preisanstiege und Schließungen wäre. Das ist schlechter für die mittel-/langfristige Versorgungssicherheit.

Hinzu kommt auch, dass in anderen Ländern das Ladestationen-Netz noch nicht so gut ausgebaut ist und man wegen der Anschluss-Vielfalt (ähnlich wie beim reinen Stromer) immer Adapter mitführen sollte.

Fakten Elektro

Elektroauto-Besitzer sind vollends auf Lademöglichkeiten angewiesen. Allerdings sind diese mittlerweile sehr zahlreich. Anfang März 2020 zählte Deutschland mit über 25.000 Säulen mehr Ladestationen als Kraftstoff-Tankstellen. Vor allem aber muss man bedenken, dass Stromer gänzlich unabhängig von der Stromherkunft sind. Liegen an der Steckdose 400 Volt, mit Adapter notfalls nur 230 Volt an, kann ein Elektroauto geladen werden. Das macht vor allem die langfristige Versorgungsicherheit groß.

Zumal man auch bedenken muss, dass Kraftstoffpreise langfristig nur eine Richtung kennen, wo es beim Strom zumindest theoretisch möglich ist, dass er mit dem Abschluss der Energiewende günstiger wird.

Entscheidungshilfe

Letzten Endes kommt es in höchstem Maß darauf an, wie flexibel man sein kann. Wer mit dem Fahrzeug häufig quer durch Europa fährt, wer spontan sein muss, sollte sich noch auf Verbrenner fokussieren.

Wer jedoch ein ungleich vorhersagbareres Fahrprofil hat (wie es die allermeisten Deutschen tun) und sich vor allem weniger abhängig, bzw. sogar vollkommen unabhängig vom Öl machen will, ist mit Hybriden und besonders Stromern langfristig besser versorgt.

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Wer zuhause laden kann, ist für Fahrzeuge mit Elektroantrieb gut aufgestellt. Wer sich jedoch nur auf Stromtankstellen verlassen muss, sollte besser überlegen. Foto: Stock.adobe.com © lightpoet

4. Wie ist es um das generelle Wohnumfeld bestellt?

Das Wohnumfeld ist nicht nur hinsichtlich bestehender oder potenzieller Fahrverbote von zentraler Wichtigkeit. Es spielt auch beim Fahr- und Ladeprofil eine große Rolle.

Fakten Benziner

Benziner erreichen, wie angemerkt, schon nach wenigen Kilometern ihre Betriebstemperatur. Daraus entsteht aber auch ein weiterer Fakt: Jeder Motorstopp auf dieser Strecke erhöht den Verschleiß wegen des anschließenden „Semi-Kaltstarts“. Zudem ist zu bedenken, dass der Benziner, wie jeder Verbrenner, idealerweise einen maximalen Prozentsatz auf Betriebstemperatur fährt. Wer also nur eine Handvoll Kilometer zur Arbeit pendelt, den Wagen dann abstellt, wenn er gerade betriebswarm ist, tut dem Antriebsstrang nichts Gutes.

Dass man zum Auftanken selbst im Stoßverkehr kaum fünf Minuten benötigt, mildert dies nur unwesentlich ab.

Fakten Diesel

Noch stärker kommt dies beim Diesel zum Tragen. Dieser benötigt lange, ununterbrochene Strecken – er ist deshalb dort am effizientesten, wo er schnell den kommunalen Stop-and-Go-Verkehr verlassen und auf Bundesstraßen und Autobahnen gelenkt werden kann.

Fakten Plug-In-Hybriden

Hybriden sind nicht nur Meister des Stop-and-Go auf kürzesten Strecken, sie sind auch im besonderen Maße ein Auto für Stadtbewohner. Dadurch, dass sie ihren eigenen Generator mitführen, entbinden sie von drei Notwendigkeiten:

  • Es ist weder zuhause noch auf der Arbeit eine Lademöglichkeit notwendig.
  • Man kann, wenn die Zeit drängt, externe Ladezyklen überspringen.
  • Im E-Betrieb gibt es keine Aufwärmphase – somit spielt die Streckenlänge bei diesem Punkt keine Rolle.

Damit werden Hybriden zur schlagkräftigen Antwort für alle, deren Lebensumfeld urban ist und deren Fahrten weniger vorhersagbar sind. 

Fakten Elektro

Elektrofahrzeuge benötigen zwingend eine feste Lademöglichkeit. Das gilt selbst in gut mit Ladesäulen versorgten Regionen– denn einerseits dauert selbst eine Schnellaufladung 20 bis 30 noch etwa 20 Minuten. Andererseits gibt es heiße Diskussionen, dass Schnellladen der Akku-Lebensdauer abträglich sei. Damit sind reine Stromer Fahrzeuge für Menschen geeignet, die in ihrem Alltag eine gute Lade-Infrastruktur mit einer hohen Strecken-Planbarkeit kombinieren können.

Entscheidungshilfe

Letzten Endes kommt es darauf an, wie „gestückelt“ die Wegstrecken sind. Wer morgens einfach nur von zuhause auf die Arbeit fährt, kann, solange die hinreichend weit entfernt ist, auf Verbrenner setzen. Ähnliches gilt auch für Menschen, deren tägliche Fahrten nicht gut kalkulierbar sind.

Wer allerdings ein Eigenheim oder eine Mietwohnung samt (Tiefgaragen-)Wallbox hat, oder zumindest beim Arbeitgeber eine Ladesäule vorfindet, kann heute schon auf Hybride oder auch reine Stromer zurückgreifen.

Beide Techniken brillieren zudem dort, wo man immer wieder anhalten muss. Hier zum Bäcker fährt, dann das eine Kind bei der Kita, das nächste an der Schule abliefern muss. Alles also, was Elektroantriebe mangels Warmlaufphase klagloser verkraften als die Verbrenner-Modelle.

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Große Entwicklungssprünge sind für Verbrenner nicht mehr zu erwarten – auch wegen der politischen Unsicherheit Foto: Stock.adobe.com © Gorodenkoff

5. Wie ist es um die Planbarkeit bestellt?

Die Mobilitätswelt befindet sich derzeit im Umbruch. So, wie jeder Antrieb aus einem Blickwinkel des technischen Zukunftspotenzials und der Entwicklungstätigkeit betrachtet werden muss, sollte auch der heutige Ist-Zustand in die Kaufentscheidung einfließen.

Fakten Benziner

Nicht wenige Umweltschützer attestieren allen Verbrennungsmotoren ein baldiges Aus und verweisen auf die nunmehr fast 150 Jahre lange Entwicklung. Nun stimmt es zwar, dass sich Verbrenner dicht am Ende ihrer Entwicklungsfähigkeit befinden – für eine Leistung X lässt sich angesichts der Leistungsdichte von Benzin und Diesel der Verbrauch und Schadstoffausstoß nicht ins Bodenlose senken.

Allerdings kommt der Benziner dabei etwas besser weg als der Diesel. Vor allem in Form des „Diesotto“-Motors. Ein Benziner, der aber nicht auf herkömmliche Weise fremdgezündet wird, sondern wie ein Diesel rein durch hohe Verdichtung selbstzündet. Bislang hat nur Mazda dieses schwierige Konzept mit dem Modell SkyactivX zur Serienreife gebracht. Dies zeigt jedoch, dass es möglich ist, das bessere Schadstoffverhalten des Benziners mit der Verbrauchsarmut des Diesels zu kombinieren.

Fakten Diesel

Der Diesel wurde lange Jahre als die Zukunft des Verbrennungsmotors gesehen. Deshalb stand er auch seit den 1990ern im Forschungs-Fokus aller Autohersteller. Allerdings zeigt nicht zuletzt der Dieselskandal, dass selbst die großen Hersteller und mit ihnen die Zulieferer kaum noch in der Lage sind, dieser Antriebsform eine weitere Verfeinerung zuteilwerden zu lassen.

Zwar verbindet Diesel und Benziner die Tatsache, von buchstäblich jedem Automechatroniker repariert werden zu können und eine vorzügliche Ersatzteillage mit zahllosen Drittherstellern zu besitzen. Dennoch ist, selbst ohne weitere politische Eingriffe, das technische Ende der Fahnenstange sehr nah.

Fakten Plug-In-Hybriden

PIHs stellen in diesem Sinne den Mittelweg dar. Zwar eint sie, dass auch sie mit dem geringen Weiterentwicklungspotenzial des Verbrenners gestraft sind. Auf der elektrischen Seite indes besteht noch sehr viel Potenzial. Ein kleiner Nachteil ist allerdings die Tatsache, dass die Zahl an Mechatronikern, die mit den elektro- und oft auch sehr modellspezifischen Komponenten vertraut ist, noch deutlich geringer ist – mit den kommenden Jahren allerdings wird dieser Faktor immer kleiner werden.

Fakten Elektro

Elektromotoren sind älter als Verbrennungsmotoren, haben aber, weil ihre Verwendung im PKW-Bereich vergleichsweise neu ist, noch viel mehr Entwicklungspotenzial. Wo es jedoch wirklich noch mehr Möglichkeiten gibt, ist bei der Speichertechnik. Insbesondere weil es hier so viele Überschneidungen mit der Energiewende sowie weiteren Elektro-Anwendungen gibt, sind sehr viele globale Forschungsanstrengungen darauf gerichtet - wo es bei Verbrennungsmotoren „nur“ die Fahrzeugszene als solche war.

Das bedeutet aber auch, dass hier durchaus in kurzer Zeit viele Entwicklungssprünge passieren können, die ein vergleichsweise neues E-Auto schnell „alt“ aussehen lassen, weil es von der Entwicklung überholt wurde.

Entscheidungshilfe

Letzen Endes muss man hier überlegen, wie lange man sich auf ein Fahrzeug festlegen will. Wer kein Problem damit hat, etwa über Leasing, mit schnellen Entwicklungszyklen Schritt zu halten, kann bereits heute, sofern die anderen Faktoren in seinem Umfeld stimmen, auf Hybride und Stromer setzen.

Umgekehrt sind Verbrenner eher etwas für diejenigen, die ein Mitglied einer der letzten Verbrenner-Generationen möglichst lange behalten möchten – allerdings darf man das nicht mit einem Gedanken des Werterhalts tun. Dagegen spricht bereits das andauernde politische Risiko.

Fazit

Es ist leider keineswegs so einfach, sich für ein Antriebskonzept zu entscheiden, wie es vonseiten vieler Verfechter dieses oder jenes Antriebs oft kolportiert wird. Tatsache ist, dass wir uns aktuell, vor allem aus politischen Gründen, zwischen zwei Stühlen befinden. Die Entscheidung für oder gegen einen Antrieb ist deshalb im höchsten Maß eine persönliche – und sollte deshalb maximal vernunftbasiert erfolgen.

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