Nicht nur eine Preisfrage
Superbenzin tanken: E10 weiter wenig gefragt

E5 oder E10? Bei Superbenzin können Autofahrer immer noch zwischen verschiedenen Kraftstoffen wählen. Einen Unterschied macht nicht nur Preis.

Donnerstag, 22.04.2021, 15:23 Uhr aktualisiert: 22.04.2021, 15:26 Uhr
Obwohl E5 rund 6 Cent teurer ist als E10, entscheiden sich Autofahrer häufiger für den ethanolärmeren Kraftstoff.
Obwohl E5 rund 6 Cent teurer ist als E10, entscheiden sich Autofahrer häufiger für den ethanolärmeren Kraftstoff. Foto: Sven Hoppe

Bonn (dpa) - Beim Superbenzin greifen Autofahrer in Deutschlandweiter überwiegend zur Sorte E5, obwohl diese inzwischen rund 6 Centpro Liter teurer ist als E10. Der gewachsene Preisabstand zwischen E5und E10 «scheint die Kaufbereitschaft für E10 allenfalls geringfügigerhöht zu haben», schreibt das Bundeskartellamt im Jahresbericht 2020der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, der nunveröffentlicht wurde. Die Bezeichnungen E5 und E10 geben denmaximalen Anteil von Ethanol am Kraftstoff an. Bei E5 sind es fünfProzent, bei E10 ist er doppelt so hoch.

Während E5 und E10 Anfang 2020 annähernd gleich viel gekostet hätten,habe sich der Preisabstand im Laufe des Jahres schrittweise auf etwa5 Cent erhöht, schreibt das Bundeskartellamt. Die Wettbewerbshütervermuten, dass die Mineralölgesellschaften damit stärkere Anreize zumKauf von E10 setzen möchten, um die Vorgaben der Minderung vonTreibhausgasen zu erfüllen. Der Anteil von E10 am gesamten Absatz vonOttokraftstoffen stieg aber nur geringfügig an - von gut 12 Prozentim Januar auf 16 Prozent im Dezember 2020.

Nach Angaben des ADAC ist E10 auch aktuell 6 Cent günstiger als E5.In der Vergangenheit habe die Preisdifferenz bisweilen 8 Centbetragen. «Aus unserer Sicht ein echter Grund E10 zu tanken, zumalauch der CO2-Ausstoß durch E10 etwas geringer ist als durch E5»,sagte ein Sprecher des Autoclubs. Über 95 Prozent der Autos mitOttomotor könnten problemlos E10 nutzen. Wenn diese Pkw auch alledamit betankt würden, könnten in Deutschland bis zu drei MillionenTonnen CO2 jährlich eingespart werden.

Kritiker zweifeln dagegen eine positive Klimabilanz desEthanolzusatzes an. Außerdem verweisen sie darauf, dass Anbauflächenfür Lebensmittel verloren gehen könnten.

Nach der Untersuchung des Bundeskartellamts gibt es an denTankstellen weiterhin starke Preisschwankungen im Tagesverlauf. Anein und derselben Tankstelle gibt es im Schnitt Preisunterschiede vonrund 12 Cent pro Liter am Tag. Vergleiche man die Tankstellen ineiner Stadt, finde man sogar Differenzen von bis zu 22 Cent proLiter. Die Kraftstoffpreise sind im Schnitt meist morgens (5.00 bis8.00 Uhr) am höchsten und abends (18.00 bis 22.00 Uhr) amniedrigsten.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-310794/2

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