Gefährlicher Fahrassistent?
Verbrauchermagazin: Schwere Mängel bei Teslas «Autopilot»

Wie viel Verlass sollte auf einen Autopiloten sein? Diese Frage stellt sich etwa beim Tesla Model Y. Ein US-Verbrauchermagazin hält das Fahrassistenzprogramm des Elektroautos für zu unsicher.

Freitag, 23.04.2021, 12:41 Uhr aktualisiert: 23.04.2021, 12:46 Uhr
Laut einem US-Verbrauchermagazin gibt der «Autopilot» des Model Y von Tesla keine Warnung ab, wenn der Fahrersitz leer bleibt. Ein solches Szenario würde auf der Straße eine «extreme Gefahr» darstellen.
Laut einem US-Verbrauchermagazin gibt der «Autopilot» des Model Y von Tesla keine Warnung ab, wenn der Fahrersitz leer bleibt. Ein solches Szenario würde auf der Straße eine «extreme Gefahr» darstellen. Foto: Hannes Breustedt

New York (dpa) - Das einflussreiche US-Verbrauchermagazin Consumer Reports hat nach eigenen Angaben gefährliche Mängel beim Fahrassistenzprogramm «Autopilot» des Elektroautobauers Tesla festgestellt. Auf einer Teststrecke sei es Ingenieuren beim Model Y gelungen, das Programm trotz leeren Fahrersitzes anzuwenden, teilte Consumer Reports mit.

Dabei habe das System keinerlei Warnungen oder Hinweise abgegeben. Auf öffentlichen Straßen würde ein solches Szenario eine «extreme Gefahr» darstellen, so das Blatt.

Die Untersuchung von Consumer Reports bringt Tesla weiter unter Druck nach einem Unfall mit laut Polizeiberichten leerem Fahrersitz, bei dem jüngst zwei Männer ums Leben kamen. Tesla weist Kunden zwar selbst darauf hin, dass der sogenannte Autopilot nur ein Assistenzsystem sei und deshalb der Mensch im Fahrersitz jederzeit die Hände am Lenkrad behalten müsse. Eigentlich soll die Software es bemerken und Warntöne abgeben, wenn dies nicht der Fall ist.

Doch im Test von Consumer Reports versagte das System angeblich nicht nur dabei sicherzustellen, dass der Fahrer jederzeit das Steuer übernehmen kann - es war dem Bericht nach nicht mal in der Lage festzustellen, ob der Fahrersitz überhaupt besetzt ist. «Tesla fällt bei Modellen mit fortschrittlichen Fahrassistenzprogrammen hinter andere Autohersteller wie General Motors und Ford zurück, die Technik nutzen, die sicherstellt, dass der Fahrer die Straße im Blick behält», meint Experte Jake Fisher von Consumer Reports.

Eine Stellungnahme von Tesla lag zunächst nicht vor. Der E-Autobauer von Starunternehmer Elon Musk steht wegen der Bezeichnung «Autopilot» schon lange unter Rechtfertigungsdruck. Kritiker finden, dass der Name eine Übertreibung ist, die zu fahrlässiger Nutzung einladen könnte. Diese Diskussion dürfte weiter Fahrt aufnehmen. Denn die nächste Evolutionsstufe des Programms, die derzeit in der Testphase ist, nennt Tesla sogar «Full Self-Driving» (komplett selbstfahrend), obwohl es nach gängigen Kriterien weiter ein Assistenzsystem bleibt.

© dpa-infocom, dpa:210423-99-323196/3

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