SUV mit Zwischengröße
Der Mazda CX-30 im ersten Test

30 Zentimeter waren offenbar zu viel. Das ist der Abstand, der bislang zwischen dem CX-3 und CX-5 von Mazda gelegen hat. Mit dem CX-30 schließen die Japaner jetzt die Lücke. Der zielt zwar auf ein durch und durch gängiges Segment, erlaubt sich aber ein paar Eigenheiten.

Donnerstag, 08.08.2019, 12:27 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 12:32 Uhr
Der Mazda CX-30 fällt nicht nur durch sein dezentes Außendesign auf. Auch Innen lassen die Japaner viel Zurückhaltung erkennen.
Der Mazda CX-30 fällt nicht nur durch sein dezentes Außendesign auf. Auch Innen lassen die Japaner viel Zurückhaltung erkennen. Foto: davidlfsmith

Berlin (dpa-infocom) - Zu seinen beiden Geschwistern lässt Mazdas CX-30 jeweils einen Respektabstand von rund zehn Zentimetern. Zudem reiht sich das SUV mit einer Länge von 4,40 Metern gefügig ins Segment. Aber so gewöhnlich das Format auch ist, so hebt sich der CX-30 doch deutlich von seinen Konkurrenten ab.

Denn während andere Autobauer auf auffällige Kontrastlackierungen und ein bisweilen überzeichnetes Design setzen, nehmen sich die Japaner bewusst zurück. Nur ganz wenige Ecken und Kanten geben den liebevoll modellierten Flächen ein eigenes Profil.

Stil statt Smartphone im Innenraum

Auch innen geht Mazda dezent vor: Wo andere große Bildschirme platzieren, gibt es im Cockpit noch zwei analoge Instrumente und dazwischen einen Monitor, den man erst auf den zweiten Blick als solchen erkennt. Und das Display auf der Mittelkonsole ist kleiner als bei manch einem Smartphone. Die Japaner wollen damit die Ablenkung minimieren und das Augenmerk auf schön inszenierte Schalter und vornehme Materialien lenken. Und wem Projektionsfläche fehlt, den verweisen sie auf ihr serienmäßiges Head-Up-Display. Doch irgendwie erinnert der CX-30 damit etwas an die 1990er Jahre.

Während das noch eine Frage des Geschmacks ist, geht es bei ein paar praktischen Tugenden, die auf der Strecke geblieben sind, eher um Komfort. Man sitzt zwar bei einem Radstand von 2,66 Metern im Fond angenehmer als im Mazda3. Die Füße passen besser unter den Vordersitz, und unter dem Dach ist mehr Platz fürs Haupthaar. Doch eine verschiebbare oder wenigstens in der Neigung verstellbare Rückbank haben die Japaner nicht zu bieten. Und wer den 430 Liter großen Kofferraum auf bis zu 1406 Liter erweitert, muss mit einer kleinen Stufe im Ladeboden leben.

Diesotto soll konventionelle Verbrenner ablösen

Ihren eigenen Weg gehen die Japaner auch beim Antrieb. Erstens, weil sie in diesem Segment einen Allrad im Programm haben. Und zweitens, weil sie auf die Frage nach Benziner oder Diesel eine neue Antwort gefunden haben: Den Diesotto. Denn an der Spitze des Motorenportfolios steht ein 132 kW/180 PS Benziner, der in bestimmten Betriebssituationen selbst zündet wie ein Diesel und so die Drehfreude eines Ottos mit dem Drehmoment und der Sparsamkeit eines Selbstzünders vereinen will.

Weil es den Motor allerdings erst zum Jahreswechsel gibt, müssen die Kunden der ersten Stunde mit zwei konventionellen Motoren vorliebnehmen, die verglichen mit gleichklassigen Fahrzeugen eher am unteren Ende der Leistungsskala stehen. Schließlich hat der 2,0 Liter große Benziner gerade einmal 90 kW/122 PS und der Diesel schöpft aus seinen 1,8 Litern sogar nur 85 kW/116 PS.

Schwache Motorleistung, aber sportliche Abstimmung

Wer mit diesem Selbstzünder unterwegs ist, der macht vergleichsweise kleine Sprünge. Erst recht, wenn der Motor auch noch mit der sechsstufigen Automatik kombiniert wird. Dann dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h ganze 12,6 Sekunden. Und schneller als 183 km/h lässt sich der CX-30 gar nicht erst beschleunigen. Zwischendrin klingt der Vierzylinder manches Mal auch noch so angestrengt, dass die Freude über die geringen Windgeräusche der schnittigen Karosserie ins Gegenteil umschlägt - weil man dann den Motor umso deutlicher hört.

Das ist auch deshalb besonders schade, weil so der Verbrauch durch einen schweren, ungeduldigen Gasfuß schnell über den Normwert von 5,0 Litern (CO2-Ausstoß 129 g/km) steigt und weil man nur schwerlich den größten Vorzug des CX-30 genießen kann: sein eingängiges Fahrverhalten. Einmal mehr ist es den Japanern gelungen, eine enge Verbindung zwischen Mensch und Maschine zu schaffen. Sie haben den Wagen so abgestimmt, dass man ihn leidenschaftlicher fährt als die meisten Konkurrenten.

Fazit: Der bessere Mazda3

Im Feld der extrovertierten und durchdigitalisierten Geländewagen für den Großstadtdschungel mag es der CX-30 mit seinem eher leisen Auftritt vielleicht etwas schwer haben - zumal die Motoren in der Startaufstellung nicht so recht zum schnittigen Design und der ambitionierten Abstimmung passen. Dennoch hat das Modell gute Aussichten auf Erfolg - auch wenn der auf Kosten des Mazda3 gehen dürfte. Schließlich ist der CX-30 das praktischere Auto, sieht gefälliger aus und fährt kein bisschen schlechter.

Datenblatt: Mazda CX-30 Skyactiv-D 1.8

Motor und Antrieb: Vierzylinder-Commonrail-Diesel
Hubraum: 1759 ccm Max.
Leistung: 85 kW/116 PS bei 4000 U/min Max.
Drehmoment: 270 Nm bei 1600 - 2600 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Sechsgang-Automatik
Maße und Gewichte  
Länge: 4395 mm
Breite: 1795 mm
Höhe: 1540 mm
Radstand: 2665 mm
Leergewicht: 1446 kg
Zuladung: 598 kg
Kofferraumvolumen: 430-1406 Liter
Fahrdaten  
Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 12,6 s
Durchschnittsverbrauch: 5,0 Liter/100 km
Reichweite: 1020 km
CO2-Emission: 129 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: Eu6D Temp
Energieeffizienzklasse: k.A.
Kosten  
Basispreis des Mazda CX-30: 24.290 Euro
Grundpreis des Mazda CX-30 Skyactiv-D 1.8: k.A.
Typklassen: 15 (HP), 23 (VK), 24 (TK)
Kfz-Steuer: 239 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung  
Sicherheit: Sieben Airbags, LED-Scheinwerfer, Notbremsassistent
Komfort: Klimaanlage, Head-Up-Display, Navigationssystem
Spritspartechnik: Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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