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Hat die Privatsphäre im Internet noch eine Zukunft?

Datenschutz und Privatsphäre sind in Zeiten des sich wandelnden Internets zwei Punkte, die oft und gerne übersehen werden. Dabei sind es nicht nur die Unternehmen, die vermehrt Daten und Analysen ausbauen möchten, sondern auch Nutzer, die sich darüber nicht wirklich Gedanken machen, was mit ihren Daten passiert und wer welche Daten überhaupt bekommt. Hinzu kommt, dass mit Social Media viele Nutzer ihre Privatsphäre selbst auch in den Hintergrund stellen und private, wenn nicht sogar intime Sachen von sich posten. Ist die Privatsphäre im Internet noch zukunftstauglich und wie kann man sich als Nutzer diesbezüglich schützen?

Montag, 12.08.2019, 09:37 Uhr aktualisiert: 12.08.2019, 09:49 Uhr
Digitales: Hat die Privatsphäre im Internet noch eine Zukunft?
Foto: Colourbox

Datenkrake Internet

Das Internet lebt von unseren Daten und erweitert sich auch gekonnt durch unsere Daten. Egal, was wir im Internet tun, wir hinterlassen immer und überall unsere Fußspuren, wenn sie auch nicht immer auf uns persönlich rückverfolgbar sind. Alleine der Besuch einer Webseite oder Blog bietet die Möglichkeit zu sehen, woher der Besucher kommt, auf welchen Seiten er surft, wie lange er bleibt, ob er auf einen Link klickt etc. Bei Webseiten und Shops, bei denen man eingeloggt ist, ist es natürlich auf die Person zurückzuführen.

Bei Gewinnspielen gibt man seine Adresse an, bei Newsletter-Anmeldungen gibt’s die E-Mail-Adresse; Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest wissen so eh immer, was ihre User nutzen und tun, vor allem, wenn sie sich nicht ausloggen.

Das Internet lebt von unseren Daten und wir füttern es nur zu gerne damit, um an Neuigkeiten zu kommen, tolle Gewinnspiele mitzumachen, Klicks zu erhalten und einfach dabei sein zu können. Und dabei vergessen auch wir als User oft die Privatsphäre.

Eigene Privatsphäre besser kontrollieren

Natürlich ist es ein Leichtes, wenn man sich auf verschiedenen Seiten mit nur einen Account anmelden könnte. Zugleich könnte man in seinen Lieblingsshop einkaufen, die neuesten Nachrichten lesen, E-Mails checken, Musik hören, Reisen buchen und noch vieles mehr. Der Nachteil ist, dass der eine Account eben auch Zugriff auf all unsere Daten hat und entsprechend diese nutzen kann. Wir sind also durchaus selbst für unsere Privatsphäre zuständig und können diese auch im Internet zukünftig besser schützen. Auch wenn es wenige Möglichkeiten gibt, kann man durchaus als Nutzer seiner eigenen Privatsphäre etwas Zukunft gönnen.

Seine eigene Privatsphäre schützen

Auch wenn es schwer wird, in naher Zukunft, die eigene Privatsphäre zu schützen, gibt es doch Möglichkeiten fernab der Datensammlerei von Unternehmen, seine Daten zu schützen.

Weniger von sich preisgeben

Nutzen Sie Social Media privat, dann stellen Sie dies auch so ein. Lassen Sie nicht jeden in der Öffentlichkeit Ihre Besuche, Urlaubserlebnisse oder einfach auch die eigenen Bilder sehen. Auf den Netzwerken lässt sich immer einstellen , mit wem man etwas teilen möchte: Privat, Öffentlich oder auch nur für einen bestimmten Personenkreis. Nehmen Sie nicht an jedem Gewinnspiel teil und verteilen Sie entsprechend auch nicht überall Ihre E-Mail-Adresse als auch Ihre Anschrift. Verbinden Sie nicht alle Ihre Accounts untereinander, loggen Sie sich mit E-Mail-Adresse und Passwort ein und nicht mit einem Sozialen Netzwerk.

Nutzen Sie ein Virtuelles Privates Netzwerk

Dieses Netzwerk, kurz VPN genannt, ermöglicht Ihnen durch das Ändern Ihrer IP-Adresse, dass Sie nicht mehr für jeden sichtbar sind, Ihre Wege nicht mehr rückverfolgbar sind und Sie einfach sicherer surfen können auch in öffentlichen Netzwerken wie den WLAN-Hotspots in den Städten. Dieses Netzwerk kann auf PC als auch am Smartphone eingerichtet werden.

Löschen Sie Ihren Datenmüll

Regelmäßiges Löschen des Verlaufs, der Cookies und der Temporären Dateien hilft ebenfalls, mehr Privatsphäre zu erhalten. Gerade Cookies speichern viele Daten, die dann von den jeweiligen Webseiten wieder ausgelesen werden können. Gerade mit der DSGVO war Cookies ein großes Thema und überall tauchen nun diese Banner auf, bei denen man die Cookies akzeptieren muss. Säubern Sie regelmäßig den Datenmüll auf dem Computer und Ihrem Smartphone – zum einen werden Sie so weniger identifizierbar (wenn auch nur im Kleinen), zum anderen schaffen Sie auch wieder Platz.

Privatsphäre wird digitalisiert

In Zukunft werden sich immer mehr Daten digitalisieren und abgleichen lassen. Allein bei der Krankenkasse besteht jetzt schon die Möglichkeit, viele Daten von sich online mit der eigenen Krankenkasse zu teilen, um so mehr Boni erhalten zu können. Entsprechend könnten in der Zukunft die Aktivitäten wie Sport , besuchte Kurse oder auch der allgemeine Krankheitszustand dafür genutzt werden, den eigenen Versicherungstarif zu erhören oder zu senken.

Bereits in China werden die Bürger nach einem Punktesystem bewertet und wer sich „falsch“ verhält – sei es nur bei Rot über die Ampel zu gehen – verliert Punkte. Am Ende warten schlechtere Jobaussichten, Reisen ins Ausland werden nicht genehmigt und weitere negative Effekte kommen auf die Bürger hinzu.

Schlussendlich müssen sich die Bürger selbst dazu entschließen, Ihre Daten eigens zu schützen und nicht mehr so viel von sich preiszugeben. Sogar wenn Boni oder andere positive Effekte auf einen warten, sollte man sich gut überlegen, ob das Unternehmen, das soziale Netzwerk oder sogar die Krankenkasse darüber Bescheid wissen müssen, wann ich esse, wann ich Sport treibe und wo ich am liebsten meine Unterwäsche kaufe.

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