Digitales
Verschlüsselt surfen - ein hilfreicher Schutz?

Sicherheitsexperten empfehlen immer wieder, nur über verschlüsselte Internetverbindungen zu surfen. Im Heimbereich geschieht das bei modernen Routern zumindest insoweit, als dass der Zugriff auf die Verbindung nicht ganz so einfach möglich ist. Allerdings verhält sich diese Tatsache unterwegs völlig anders, denn die öffentlichen WLAN-Netze sind, da öffentlich, für jedermann frei zugänglich. Somit können über diese Verbindungen auch sehr leicht Daten abgegriffen werden. Aber wie kann sich jeder Einzelne schützen und wie wichtig ist die Verschlüsselung? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Montag, 26.08.2019, 09:17 Uhr aktualisiert: 26.08.2019, 14:10 Uhr
Digitales: Verschlüsselt surfen - ein hilfreicher Schutz?
offenes WLAN ist besonders anfällig. Foto: Bernhard Hermant / Unsplash.com

WLAN – ohne Verschlüsselung problematisch

Es soll sie noch geben. Die heimischen WLAN-Netzwerke, die gar kein oder nur das einfachste Passwort besitzen: 1234. Unverschlüsselte Verbindungen bieten Fremden quasi einen idealen Zugriff auf alles, was innerhalb dieses Netzwerks abläuft. Zu Recht weisen Sicherheitsexperten immer wieder auf die massiven Sicherheitslücken hin. Aber wie lassen diese sich vermeiden?

  • Aktueller Router – wichtig ist vorab ein moderner und aktueller Router. Die WPA2-Verschlüsselung ist bei den gängigen Routern bereits Pflicht und bietet schon von Haus aus einen gewissen Schutz. Über die Routereinstellungen lässt sich die Verbindung jedoch noch weiter absichern, beispielsweise über die Reichweite. Wird die Reichweite, also die möglichen Zugriffspunkte, beschränkt, lässt sich verhindern, dass das Netzwerk überhaupt aus dem Haus herausstrahlt. Wie es aktuell bei einem selbst aussieht, lässt sich mit einem simplen Kniff prüfen: Einfach mit dem Smartphone, welches über WLAN eingeloggt ist, aus dem Haus gehen und prüfen, an welchem Punkt es sich mit dem mobilen Netz verbindet. Liegt dieser Punkt deutlich im Außenbereich, ist die Reichweite zu hoch eingestellt.
  • Passwort – das Internetpasswort muss und sollte geändert werden. Wer bislang zumindest das hinten auf der Box stehende Passwort verwendet, der stellt wenigstens sicher, dass kein Fremder von draußen herankommt. Besser ist aber, gleich ein eigenes und wirklich sicheres Passwort einzustellen.

Ein wenig anders verhält es sich, wenn es sich nicht um das eigene Netzwerk, sondern ein öffentliches WLAN-Netzwerk handelt . Diese kommen in Cafés, Einkaufspassagen und auch in der Bahn vor. Da der Zugriffspunkt offen gehalten wird, ist es Betrügern auch möglich, eigenständig in das Netzwerk zu gelangen und Daten anderer abzufangen oder auszulesen. Daher gilt:

  • Wichtige Daten – über öffentliche Netze sollte niemals Onlinebanking betrieben werden.
  • Schutzsoftware – sicherheitshalber sollte auf dem Gerät eine Schutzsoftware vorhanden sein.

Verschlüsselt surfen per VPN

Das Virtual Private Network (VPN) ist ein Internetnetzwerk, welches gezielt eine verschlüsselte Verbindung erlaubt. Früher wurden diese Netzwerke gerne dazu genutzt, um Ländersperren beim Surfen zu umgehen, heute sind sie auch für mobile Geräte verfügbar. Ein Top VPN bietet mehrere Vorteile :

  • Verschleierung – die IP ist nicht direkt zuzuordnen, was wiederum eine Verfolgung erschwert. Wer es generell schätzt, im Internet noch möglichst privat zu surfen, ohne überall über Cookies und die IP Daten und Verläufe zu hinterlassen, der sollte ein VPN wählen.
  • Verschlüsselung – das Netzwerk ist verschlüsselt. Fremde können somit nicht auf die versendeten und empfangenen Daten zugreifen. Das macht VPN-Lösungen wieder für Geschäftspersonen interessant. Sie können von unterwegs aus arbeiten, auf das Firmennetzwerk zugreifen und sensible Daten einsehen, ohne befürchten zu müssen, dass diese Daten von Dritten abgegriffen werden.
  • Unternehmenssicherheit – Unternehmer selbst können mit einem VPN-Netzwerk die wichtigen Daten ihres Betriebes besser schützen. Insbesondere der Datenschutz lässt sich so besser gewährleisten, denn wenn von außen niemand auf die Daten zugreifen kann, sind diese sicherer aufbewahrt.

Generell empfehlen sich VPN-Lösungen sowohl für den Privatgebrauch als auch für die geschäftliche Nutzung. Die Nachfrage im beruflichen Bereich ist sicherlich höher, dennoch interessieren sich immer mehr Privatpersonen für diesen zusätzlichen Schutz.

E-Mailverkehr verschlüsseln – notwendig oder nicht?

Eine versandte E-Mail ist nichts anderes als ein im Briefumschlag steckender Brief in virtueller Form. Den Unterschied macht jedoch das Briefgeheimnis. Natürlich existiert dieses auch im virtuellen Bereich, doch wo das unerlaubte Öffnen eines Briefumschlags zumindest Aufwand bereitet und oft sichtbar ist, ist es für den Empfänger einer bereits gelesenen E-Mail absolut nicht nachvollziehbar, ob diese auf dem direkten Weg zum Empfänger ging oder nicht. Zumal gilt:

  • Abfangen – es ist relativ einfach, E-Mails abzufangen und auszulesen. Die meisten Menschen müssen darauf vertrauen, dass der E-Mail-Provider gut geschützt ist und Hacker nicht die Möglichkeit haben, sich in das System einzuhacken.
  • Datenschutz – mit der DSGVO sind Unternehmen dazu verpflichtet, die Daten ihrer Kunden und Geschäftspartner besser zu schützen. Das schließt natürlich auf die Datenverschlüsselung von E-Mails mit ein.
  • Vertrauliches – generell sollten vertrauliche Informationen nicht via E-Mail verschickt werden. Doch gibt es auch Vertraulichkeiten, die eher in den privaten Raum fallen: Dem Partner per unverschlüsselter E-Mail mitzuteilen, welche Zärtlichkeiten am Abend ausgetauscht werden, dürfte ebenso dazugehören, wie von eigenen Krankheiten zu sprechen.

Generell sollten drei Bereiche verschlüsselt sein:

  • Anbieter - das ist die Verbindung zu dem E-Mail-Anbieter. Das funktioniert über die https-Verschlüsselung. Wer einen Client zum Abrufen und Versenden von E-Mails nutzt, der muss auf die SSL-Verschlüsselung achten.
  • E-Mails - ab dem Augenblick, an dem die E-Mail den Server des Anbieters verlässt, ist sie gefährdet. Via OpenPGP oder S/MIME können diese E-Mails verschlüsselt werden. Absolut sicher sind die kostenlosen Lösungen jedoch nicht.
  • Archiv - viele Anwender speichern auf ihrem Gerät oder im Client E-Mails. Das können Zugangsdaten sein, aber auch Rechnungen oder E-Mails, die einfach aufbewahrt werden sollen. Trotz der Sicherheitsvorkehrungen des Geräts sind die Mails aber angreifbar. Auch für archivierte E-Mails gibt es Verschlüsselungsmöglichkeiten.

Die höhere Sicherheitsstufe bedeutet natürlich ein wenig Aufwand und zum Lesen einer verschlüsselten Mail muss der Empfänger ebenfalls eine Software besitzen. Im unternehmerischen Bereich zwischen Hauptsitz und Außendienstmitarbeitern ist dieser Aufwand jedoch absolut zu empfehlen.

Petter Lagson / Unsplash.com
Foto: Petter Lagson / Unsplash.com

Fazit – Verschlüsselung ist nützlich

In einigen Internetbereichen ist die Verschlüsselung absolut notwendig. Kaum jemand würde wohl eine Datenübertragung zur Onlinebank starten, wenn die Verbindung offen ist. Aber auch im E-Mail-Bereich oder rund um das Netzwerk bieten sich die diversen Verschlüsselungstechniken an. Ein VPN-Netzwerk ist beispielsweise für alle sinnvoll, die von verschiedenen Standorten auf empfindliche Firmendaten zugreifen müssen – oder diese versenden.

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