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Du erkennst mich nicht wieder – was tun, wenn die Festplatte nicht erkannt wird?

Ob Fotos aus dem Urlaub, Bilder der Familie oder wichtige Dokumente für die Arbeit. Um ihre Daten zu sichern und zu schützen, haben Sie sie vielleicht auf einer externen Festplatte gespeichert.

Montag, 05.10.2020, 02:32 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 12:39 Uhr
Digitales: Du erkennst mich nicht wieder – was tun, wenn die Festplatte nicht erkannt wird?
Foto: Colourbox

Doch auch das bringt wenig bis nichts, wenn Ihr Rechner das Medium nicht mehr erkennt – das gilt ebenso für interne Platten. Das ist zunächst besorgniserregend, aber noch lange kein Grund zur Panik. Wenn die Festplatte nicht erkannt wird , bewahren Sie Ruhe und beauftragen Sie Profis.

Normalerweise erkennen PC und Windows interne oder auch externe Festplatten automatisch und binden sie mit einem Laufwerksbuchstaben ein. Allerdings funktioniert das nicht immer, es kann passieren, dass das System die Festplatte nicht erkennt oder nicht zuordnet. Der Speicher der Platte landet gewöhnlich als Verzeichnis mit einem Laufwerksbuchstaben, beispielsweise "D:\", in Windows. Es kann passieren, dass die automatische Vergabe nicht klappt, etwa weil alle Buchstaben belegt oder reserviert sind oder weil Windows meint, die Platte müsse unbedingt einen speziellen Buchstaben erhalten, der jedoch bereits vergeben ist. Das ist ein Betriebssystem-internes Problem, das eher bei Festplatten auftritt, die schon mal in Gebrauch waren. Ebenfalls eine nicht mit Windows kompatible Formatierung, zum Beispiel in einem macOS-Format, kann dazu führen, dass ein Laufwerksbuchstaben nicht vergeben wird. Oder es fehlt ein Dateisystem: Unter Windows sollte das NTFS (New Technology File System) oder FAT (File Allocation Table = Dateizuordnungstabelle) sein. Es tritt seltener auf, ist aber nicht auszuschließen, dass kann beim Anschließen einer neuen Festplatte die notwendige Partitionierung fehlt. Das können Sie über die Datenträgerverwaltung über das Kontextmenü lösen. Sind Sie aber selbst nicht der Fachmann bzw. die Fachfrau in Sachen Computer, beauftragen Sie am besten Experten mit der Lösung von Problemen.

Erste Schritte zur Identifikation des Problems

Manchmal fällt die Behebung der Angelegenheit aber auch recht simpel aus. Überprüfen Sie in jedem Fall zunächst die Anschlusskabel. Sitzen die Stecker locker oder wurde das Kabel womöglich zu scharf geknickt, kann es aufgrund eines Kabelbruchs zu Verbindungsstörungen kommen. Vor allem preisgünstigen Festplatten liegen oft sehr dünne Kabel bei, die entsprechend empfindlich bei Biegungen sind. Zudem sind lange USB-Kabel bei Festplatten wesentlich störungsanfälliger. Wenn vorhanden, testen Sie ein anderes USB-Kabel. Es gibt USB-Kabel, die ausschließlich zum Laden vorgesehen sind und deswegen keine Datenübertragungen ermöglichen. In manchen Fällen kann es helfen, zurzeit nicht benötigte USB-Geräte herauszuziehen, um die erforderlichen USB-Ressourcen im System freizugeben. Jeder USB-Controller im System kann eine limitierte Zahl an Geräten betreiben.

Oft reicht auch die Stromversorgung schlicht nicht aus. Auch wenn die LED der Festplatte ohne Netzteil leuchtet, bedeutet das nicht unbedingt, dass die Stromversorgung der USB-Buchse auch zur Datenübertragung ausreicht. Das kommt auch immer auf den benutzten PC an. Während die Spannung an einem USB-Port einheitlich fünf Volt beträgt, schwankt die maximal abgegebene Leistung an modernen USB-3.1-Anschlüssen allerdings zwischen 0,5 Watt und bis zu 4,5 Watt.

Auch können einfach die Anschlüsse Defekte aufweisen – egal ob externe oder interne Festplatte . Vornehmlich USB-Anschlüsse sind aufgrund ihrer Bauart sowie der häufigen Belastungen oder Windows-interner USB-Fehler recht häufig. In beiden Fällen nehmen die Schwierigkeiten mit dem Alter zu. Die Lösung könnte also einfach ein anderer USB-Port am Rechner sein. Es kommt in der Tat immer wieder mal vor, dass USB-Geräte an dem einen Port funktionieren und ein anderer sie nicht erkennt. Bei internen Festplatten tritt das erheblich seltener auf und wenn doch, dürfte der Fehler von vorneherein bestehen. Obwohl Windows im Laufe der Zeit weder etwas kaputt konfiguriert, noch es ständige mechanische Belastungen gibt, kann es vorkommen. Deshalb klemmen Sie die Festplatte an einen anderen freien SATA-Anschluss und/oder eine definitiv funktionierende Platte an den möglicherweise defekten SATA-Anschluss. Ein Defekt bei SSD-Modellen kann sich unter Umständen durch Erwärmung oder sehr langsame Arbeitsgeschwindigkeiten abzeichnen, es kann aber nach dem Einstecken auch plötzlich nichts mehr funktionieren. Denn auch SSDs haben eine limitierte Anzahl an Schreib- und Lesezyklen. Dimensionieren Sie eine solche Festplatte allerdings großzügig, gibt es genug innere Reserve, um auf funktionierende Speicherzellen wieder Bezug nehmen zu können.

Sollte die Festplatte letztendlich doch komplett defekt sein, helfen selbstverständlich alle Maßnahmen nichts. Dabei sind Hardwaredefekte nicht unbedingt immer klar ersichtlich, manchmal bleibt lediglich die Feststellung, dass sämtliche Versuche nicht weitergeholfen haben. Jedoch gibt es Hinweise auf solche Defekte: Bei mechanischen HDDs sind die Geräusche häufig ein Indiz. Wenn etwa der Lesearm von der Platte rutscht, gibt es ein lautes und hörbares "Klick". Dann hat es die HDD hinter sich, wirtschaftlich ist da nichts mehr zu retten. Auch leicht "scharrende" Geräusche durch Dateizugriffe können auf Defekte hinweisen. In dem Fall sind zum Glück nicht unbedingt alle Daten verloren. Profis für die Datenrettung können Ihnen dabei helfen, verloren geglaubte Daten wieder zu beschaffen. Denn Datenrettung erfordert technische Expertise sowie praktisches Knowhow. 

Prävention – so verhindern Sie Defekte im Vorfeld

Natürlich sollten Sie mit ihren Geräten, vor allem wenn sich wichtige Daten darauf befinden, pfleglich umgehen. Bei internen Festplatten empfiehlt es sich nicht nur, Daten regelmäßig zu sichern, sondern Festplatten auch regelmäßig zu warten (defragmentieren). Neben Ordnung spielt auch Sauberkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Stetiger Staub kann für einen deutlich schnelleren Verschleiß der Schnittstellen sorgen. Für die Reinigung dieser Schnittstellen können Sie etwa ein feuchtes Tuch verwenden, aber achten Sie darauf, dass der Lappen nicht zu durchnässt ist. Geben Sie außerdem bei der Verwendung von alkoholischen Lösungen Acht: Gelangen übermäßig Flüssigkeiten über die Schnittstellen in den Rechner, kann dies schließlich den Totalausfall des Geräts zur Folge haben.

Um Kabelbrüche zu vermeiden, achten Sie darauf, diese möglichst nicht zu knicken oder übermäßig zu biegen. Anfällig ist vor allem der Bereich unmittelbar am Stecker, der gerne mal geknickt wird. Mit einer kleinen Feder können Sie diesen Bereich schützen bzw. flexibler gestalten. Gut eignen sich meist die Federn von Kugelschreibern, die sich leicht entnehmen und dann am Kabelstecker anbringen lassen. Wickeln Sie dafür die Feder behutsam um das Kabel und ziehen sie dann in Richtung des Steckers. Dadurch lässt sich das Kabel nicht mehr so leicht knicken und ein möglicher Kabelbruch rückt vorerst in weite Ferne. Bewahren Sie USB-Kabel im Idealfall bei den entsprechenden Geräten auf, um nicht die falschen Verbindungen zu nutzen. Ebenfalls hilft dabei eine farbliche Markierung oder eine Beschriftung.

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