Back mal wieder
Einen Struwen am Karfreitag

Nottuln -

Am Karfreitag gehören Struwen einfach dazu - zumindest für die älteren Münsterländer. Doch wie stehen die Jungen zu der Tradition? WN-Redakteur Helmut Brandes fragt nach und staubt dabei noch zwei tolle Rezepte ab.

Freitag, 25.03.2016, 10:03 Uhr

Nach einem alten Rezept der Familie backt Margret Denter vom gleichnamigen Gasthaus in Nottuln am Karfreitag seit vielen Jahren leckere Struwen.
Nach einem alten Rezept der Familie backt Margret Denter vom gleichnamigen Gasthaus in Nottuln am Karfreitag seit vielen Jahren leckere Struwen. Foto: Helmut Brandes
Omas Struwen

Zutaten (für 4 Personen): 1 Würfel Hefe, 1 große Tasse Milch, 1 Beutel Rosinen, 500 Gramm Mehl, 5 Eier, Zucker und Öl.

Zubereitung: Die Milch leicht erwärmen und in eine große Tasse geben, die Hefe zerbröseln und in die warme Milch geben, etwas Zucker hinzufügen. Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine „Kuhle“ drücken und die Hefemilch und die Eier dazugeben, dann alles mischen, bis ein dickflüssiger Teig entsteht. Die Rosinen einmischen, den Teig jetzt mindestens eine Stunde gehen lassen. Danach den Teig noch einmal durchrühren; mit zwei Esslöffeln portionieren und die entstandenen Hefeplätzchen goldbraun backen. Wer keine Rosinen mag, lässt sie einfach weg.

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Der Karfreitag ist ein besonderer Tag im christlichen Kalender. Gläubige gedenken des Todes Christi, außerdem steht der Tag für das baldige Ende der Fastenzeit. Es gab früher feste Regeln, welche Speisen an diesem Tag auf den Tisch durften. „ Im Münsterland isst man seit ‚ewigen Zeiten‘ den berühmten Struwen, ein mächtiges Hefegebäck, das sehr satt macht“, so schildert es zum Beispiel die Volkskundliche Kommission für Westfalen .

Besonders an Karfreitag muss ich an meine verstorbene Mutter denken, sie machte sehr gute Struwen.

Margret Menke

Auch wenn die Fastenregeln nicht mehr so streng und die Essgewohnheiten internationaler sind, als über Generationen vererbte Karfreitags-Tradition spielen die Struwen in vielen Familien noch eine wichtige Rolle. „Besonders an Karfreitag muss ich an meine verstorbene Mutter denken, sie machte sehr gute Struwen“, erinnert sich Margret Menke , die frühere Gastwirtin der Nottulner Ratsschänke. „Offiziell war unsere Gaststätte geschlossen, es kamen aber die Familie, Freunde und treue Stammgäste“, erzählt Margret Menke.

„Gemeinsam haben wir dann die von meiner Mutter (Oma Mia) gebackenen Struwen gegessen. Wir saßen ein paar Stunden gesellig beieinander. Es kam richtige Osterstimmung auf“, erzählt die Nottulnerin. „Das Fastengebot haben wir an diesem Tag großzügig ausgelegt, da gab es zu den Struwen auch Bier. Ein Schinkenschnittchen hat allerdings keiner bestellt.“

„Struwen werden von allen Altersgruppen gegessen.“

Bernhard Denter

Im Gasthof Denter an der Burgstraße werden ebenfalls seit Jahrzehnten am Karfreitag Struwen gebacken. Schon die Großmutter des heutigen Wirtes Bernhard Denter war zuständig für dieses Fastengericht, jetzt steht seine Mutter Margret Denter in der Küche. Sie hofft natürlich, dass auch die nächste Generation diese Tradition weiterführt.

Kennen Sie Struwen (westfälisches Karfreitagsrezept)

„Struwen werden von allen Altersgruppen gegessen“, weiß Bernhard Denter. Ein alter Brauch ist es auch, zu den Struwen eine Biersuppe zu servieren. Die Gäste kommen nicht nur aus Nottuln, sondern auch aus dem Umland. Und natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder bei Denters frische Struwen aus der Pfanne.

„Mit Struwen kann ich viel anfangen.“

Ivon Arnd

Struwen – ein Essen nur für die ältere Generation? Keineswegs. „Mit Struwen kann ich viel anfangen“, erzählt die 23-jährige Ivon Arnd. „Wir gehen am Karfreitag zu meiner Oma. Die Familie sitzt zusammen, wir planen das Osterfest bis hin zum Besuch des Osterfeuers, das ist mittlerweile ein Brauch in der Familie.“

Angesprochen auf Ostern , erzählt die zwölfjährige Carolin Koch: „Ich freue mich jedes Jahr auf den Karfreitag. Da gehen wir zu meiner Oma zum Struwenessen, denn die Struwen esse ich nämlich sehr gern.“ Ihre Mutter Manuela Koch ergänzt: „Das gehört für uns zu Ostern einfach dazu. Die Familie kommt zusammen, immerhin sind acht Kinder dabei.“

Man darf davon ausgehen, dass die westfälischen Struwen noch viele weitere Jahre am Karfreitag auf den Tisch kommen werden . . .

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, hier zwei Rezepte als Download:

Münsterländer Osterspezialität frisch vom Mühlenhof

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