Zwischen Superfood und Hautpflege:
Wie wirken Hanfprodukte aus dem Bioladen?

In den vergangenen Jahren hielten immer mehr Hanfprodukte Einzug in den hiesigen Einzelhandel: Von "Superfood" ist zu lesen, Kosmetika in unterschiedlicher Form füllen die Drogerie- und Biomärkte und doch schwingt auch bei den legalen Produkten immer ein Hauch von "Kiffer-Image" mit. Das mag zu einem großen Teil an der Verwirrung der Verbraucher liegen, die aus den zahlreichen unterschiedlichen Bezeichnungen für die verschiedenen Pflanzenbestandteile resultiert, die alle wiederum unterschiedliche Wirkung versprechen. Unser Ratgeber erklärt, wie die Hanfprodukte wirken und warum sie nichts mit der artverwandten Droge zu tun haben.

Dienstag, 23.05.2017, 04:05 Uhr

Zwischen Superfood und Hautpflege: : Wie wirken Hanfprodukte aus dem Bioladen?
Foto: Flickr Hemp Martin Abegglen CC BY-SA 2.0

High wird man von den Produkten aus dem Bioladen nicht – so viel steht fest. Denn die in Deutschland zugelassenen Produkte enthaltenen keine nennenswerten Mengen an Tetrahydrocannabinol (THC). THC ist dasjenige Cannabinoid, das für die berauschende Wirkung der Pflanze sorgt. Legal ist THC in Deutschland lediglich in einigen rezeptpflichtigen Medikamenten und in puren Cannabisblüten aus der Apotheke. Diese sind in Deutschland seit dem 10. März  für die Therapie von schwerkranken Patienten mit chronischen Schmerzen freigegeben – unterliegen aber noch immer strengen Verordnungen. Zudem müssen die Blüten und andere Cannabis-Arzneimittel derzeit aus den Niederlanden und Kanada importiert werden. Zudem ist längst nicht jeder Arzt bereit, die Medikamente auch zu verschreiben.

Hanfsamenöl in Hautpflegeprodukten

Demgegenüber basieren die Kosmetika in der Regel auf Hanfsamenöl. Das Öl wird  diesem Artikel zufolge "aus gepressten Hanfsamen extrahiert" und ist aufgrund seines sehr geringen THC-Gehalts in den meisten Ländern legal. Nicht zu verwechseln ist Hanfsamenöl mit CBD-Öl, das aus Cannabisblüten extrahiert wird und dessen Inhaltsstoff "CBD" ebenfalls kaum eine psychoaktive Wirkung hat.

Hanfsamenöl ruft keinen Rausch hervor und kann auch nicht als effektives Schmerzmittel eingesetzt werden, entfaltet seine Wirkung aber in anderen Bereichen: So kommt es beispielsweise in Hautpflegeprodukten vor und schützt die Haut vor dem Austrocknen. Diesen Effekt erzielen beispielsweise Körperbutter oder Gesichtscreme auf Basis von Hanfsamenöl. Ein  Produkttest von Spiegel Online beschreibt die Wirkung als feuchtigkeitspendend und schnell einziehend. Die Haut sei nach der Anwendung einer hanfhaltigen Körperbutter "samtweich". Darüber hinaus wird in der Forschung zunehmend  auch der konkret medizinische Effekt des Öls untersucht : So soll die in Hanf reichlich enthaltene und entzündungshemmende Linolsäure bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte helfen. Daher kommt Hanfsamenöl für die Behandlung solcher Krankheiten auch in Seifen, Cremes oder als Badezusatz zum Einsatz.

Superfood: Reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Darüber hinaus ist Hanfsamenöl reich an ungesättigten Fettsäuren: Dank der massig enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zählt man es gerne zu den Superfoods. Es eignet sich dementsprechend hervorragend zum Kochen: So verfügt Hanfsamenöl über einen nussigen Geschmack und wird gerne für die Zubereitung von Dressings, Soßen oder Marinaden genutzt. Allerdings sollte man es nicht zum Braten oder Frittieren verwenden, da das Öl über einen sehr niedrigen Rauchpunkt verfügt.

Die reinen Samen des Nutzhanfs haben ebenso die Bezeichnung "Superfood" verdient: Sie sind enorm proteinreich und enthalten neben Vitamin E, Magnesium und Eisen auch sehr viel Vitamin B. Man verwendet sie gern als Topping für Salate oder gibt sie ins Müsli. Hanfsamen werden sowohl geröstet als auch pur, geschält und ungeschält verkauft. Der Verzehr wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus und soll dank der reichlichen Ballaststoffe auch die Verdauung anregen. Bei der Wahl des Produktes sollte man die Qualität beachten: So gibt es – wie auch bei den Ölen – teilweise gravierende qualitative Unterschiede. Denn längst nicht jedes von den Anbietern als Superfood angepriesene Hanfprodukt ist auch wirklich "super". Das haben Testberichte von Öko-Test erst kürzlich erwiesen. Vor dem Kauf empfiehlt es sich daher, erst zu vergleichen und Informationen zum Anbau und Ursprung einzuholen.

Bildrechte: Flickr  Hemp   Martin Abegglen

CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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