Grundregeln für sicheres Grillen
Hände weg vom Brennspiritus

Münster -

Bei sommerlichen Temperaturen werden über die anstehenden Feiertage deutschlandweit wieder die Grills qualmen. Für ein sicheres und gesundes Grillen sollten einige Ratschläge beherzigt werden. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Dienstag, 08.05.2018, 15:32 Uhr aktualisiert: 08.05.2018, 16:13 Uhr
Grundregeln für sicheres Grillen: Hände weg vom Brennspiritus
Die Grillsaison ist in vollem Gange. Foto: Daniel Maurer/dpa

Wo sollte der Grill stehen? Der Grill sollte auf festem und ebenem Untergrund stehen. In der Nähe sollten sich keine brennbaren Materialien befinden. Wer einen Holzkohlegrill im Windschatten platziert, vermeidet Funkenflug. Spielende Kinder müssen in jedem Fall vom Grill fern gehalten werden – Experten empfehlen einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern.

Grillen mit freiem Oberkörper – geht das? Davon ist dringend abzuraten. Schürze, Grillhandschuh und langes Grillbesteck sind die besten Mittel, um sich vor heißen Fettspritzern und Funken zu schützen. Wer solch einen Aufzug albern findet, sollte sich die Statistiken ansehen. Jedes Jahr gibt es etwa 4000 bis 5000 Unfälle beim Grillen. Rund 500 davon enden mit schweren Verbrennungen.

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Experten raten zu Schürze und Grillhandschuh. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Wie wird die Holzkohle am besten entzündet? Der TÜV Rheinland rät von Brennspiritus oder gelartigen Grillpasten ab. Werden Spiritus und Benzin auf bereits entzündete Kohle gegossen, gibt es gefährliche Verpuffungen oder Stichflammen. Am sichersten sind feste Grillanzünder wie Würfel auf Petroleumbasis oder auch biologische Holzwolle.

Wann dürfen Fleisch und Würstchen auf den Grill? Erst sollte die Kohle gut durchgeglüht sein, bevor das Grillgut auf den Rost kommt. Die richtige Grilltemperatur ist erreicht, wenn sich auf der Kohle eine weiße Ascheschicht bildet – was je nach Grill bis zu einer knappen Stunde dauern kann. Das Grillgut lieber bei niedrigen Temperaturen etwas länger grillen. Verkohltes Fleisch schmeckt nicht nur schlecht, es ist auch ungesund.

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Wozu sind Grillschalen gut? Sie sind sicherer, weil vom Grillrost herabtropfendes Fett sich entzünden kann. Sie dienen aber auch der Gesundheit, denn bei der Verbrennung von tierischem Fett, Fleischsaft oder Marinade werden zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gebildet, die als krebserregend gelten. Das Garen in Grillschale oder Alufolie reduziert die Schadstoffbelastung.

Bergen Alugrillschalen gesundheitliche Risiken? Aluminiumverbindungen können durchaus ins Grillgut gelangen, andererseits schützen die Grillschalen vor Schadstoffen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält daher den gelegentlichen Gebrauch von Aluschalen beim Grillen für „vertretbar“. Gesalzen und gewürzt werden sollte allerdings erst ganz am Ende. Eine Alternative sind Grillschalen aus Edelstahl oder Keramik.

Grill-Glossar

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  • Plancha: Bratplatte, auf der Speisen beim Grillen schonender und aromatischer zubereitet werden.

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  • Hot Spots: die heißesten Stellen auf dem Grill; nur für schnelles, direktes Grillen geeignet.

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  • Bark: Kruste, die an der Fleischoberfläche beim Garen durch die Gewürzmischung entsteht.

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  • BBQ: Kurzwort für Barbecue, sowohl die Bezeichnung für eine Garmethode als auch für das damit zubereitete Essen oder eine Veranstaltung.

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  • Parieren: Entfernen von Sehnen oder Fett mit einem scharfen Messer.

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  • Beef Brisket: Rinderbrust, die über einen längeren Zeitraum bei ca. 110 Grad zubereitet wird, häufig im Smoker.

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  • Bun: Hamburgerbrötchen

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  • Wood Chips: Holzchips, die beim Grillen einen rauchigen Geschmack erzeugen.

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  • Dry Rub: Trockengewürzmischung, wird zum Einreiben des Grillfleisches benutzt.

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  • Pulled Pork: zerrupftes Schweinefleisch, das zuvor mehrere Stunden gegrillt wurde.

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  • Glaze: zuckerhaltige Sauce, die kurz vor dem Ende der Garzeit auf das Grillgut aufgetragen wird.

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  • Dry Aged Beef: trocken abgehangenes an der Luft gereiftes Rindfleisch.

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  • SmokerOfen, der mit Holz oder Kohle befeuert wird und die Speisen räuchert oder gart.

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Ist jedes Fleisch geeignet? Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren wie zum Beispiel Kasseler Koteletts gehören nicht auf den Grill. Sie enthalten Nitritpökelsalz, aus dem bei großer Hitze als krebserregend geltende Ni­trosamine entstehen können. Auf keinen Fall drinnen grillen: Beim Verbrennen von Holzkohle bildet sich neben Brandgasen auch Kohlenmonoxid. Die Gase können nicht abziehen, konzentrieren sich immer stärker in der Raumluft und werden von den Betroffenen unbemerkt eingeatmet. Das geschmacks- und geruchlose Kohlenmonoxid kann im schlimmsten Fall zum Tod führen. Vergiftungsgefahr besteht nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung auch bei geöffnetem Garagentor.

Was hilft bei Brandverletzungen? Bei brennender Kleidung die Flammen mit Wasser übergießen, mit einer Decke ersticken oder das Opfer auf dem Boden rollen. Kleinere Verbrennungen können zur Schmerzlinderung sofort unter fließendes lauwarmes Wasser gehalten werden. Das Wasser sollte nicht kühler als 15 bis 20 Grad Celsius sein. Brandblasen sollten keinesfalls aufgestochen werden, weil sonst Infektionen drohen. Hausmittel wie Öl, Butter oder Margarine sind absolut tabu, weil sie alles noch schlimmer machen.

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