foodwatch-Ranking
Das sind die zehn zuckrigsten Kindergetränke

Berlin - Die Verbraucherorganisation foodwatch hat Lebensmittelhersteller dafür kritisiert, überzuckerte "Erfrischungsgetränke" mit Comicfiguren schon an Kleinkinder zu bewerben. 

Mittwoch, 14.11.2018, 16:53 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.11.2018, 16:13 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 14.11.2018, 16:53 Uhr
foodwatch-Ranking: Das sind die zehn zuckrigsten Kindergetränke
Foto: colourbox.de (Symbolbild)

Ein von foodwatch veröffentlichtes Ranking zeigt die zehn zuckrigsten Kindergetränke, die bei den fünf größten Handelsketten zu finden sind. Vier der zehn zuckrigsten Produkte stammen von Solevita, einer Eigenmarke von Lidl . Dabei habe die Handelskette in der Vergangenheit wiederholt damit geworben, den Zuckergehalt im Eigenmarken-Sortiment zu reduzieren, so foodwatch.

Flüssige Zuckerbomben

"Die Lebensmittelindustrie nutzt Comicfiguren, um schon die kleinsten Kinder zu ködern und ihnen flüssige Zuckerbomben anzudrehen. Die Hersteller torpedieren damit die Bemühungen von Eltern und Lehrern, Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern. Ganz vorne dabei ist ausgerechnet Lidl - eine Handelskette, die sich als Vorreiterin der Zuckerreduktion feiert", erklärte Luise Molling von foodwatch. Lidl habe sich das Ziel gesetzt, bis 2025 den Zucker im Eigenmarken-Sortiment um 20 Prozent zu reduzieren. Die Verbraucherorganisation forderte die Getränke-Industrie auf, das Kindermarketing für Zuckergetränke umgehend zu beenden.

Ranking

Für die aktuelle Recherche hat foodwatch bei den fünf Filialen der größten Handelsunternehmen sämtliche sogenannte Erfrischungsgetränke, die mit Comicfiguren auf der Verpackung an Kinder beworben werden, ermittelt und auf ihren Zuckergehalt geprüft. Die zehn zuckrigsten Kindergetränke im Überblick:

Die zehn zuckrigsten „Erfrischungsgetränke“ mit Comic-Figuren

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  • Wahre Zuckerbomben: Das sind laut foodwatch die zehn zuckrigsten „Erfrischungsgetränke“, die mit Comicfiguren an Kinder vermarktet werden. Dabei empfehle die Weltgesundheitsorganisation, gesüßte Getränke generell nicht an Kinder zu bewerben, so foodwatch.

    Foto: foodwatch
  • Gleich vier der zehn süßesten „Erfrischungsgetränke“ mit Comicfiguren stammen laut foodwatch von der Lidl-Eigenmarke Solevita – obwohl Lidl sich als Vorreiter in Sachen Zuckerreduktion positioniere. "Verantwortungsvolles Marketing sieht anders aus", resümiert foodwatch.

    Foto: foodwatch
  • Die Nummer eins im Ranking: Auch das zuckrigste mit Comicfiguren an Kinder beworbene Produkt stammt von Lidl. Ein Trinkpäckchen enthält sieben Zuckerwürfel!

    Foto: foodwatch
  • Diese „Kids Cola“ von Sonic-Drink wirbt mit der Nickelodeon-Figur Spongebob Schwammkopf. In einer 500ml-Flasche stecken ganze 16 ½  Zuckerwürfel!

    Foto: foodwatch
  • In diesen Kinderprodukten des Fruchtsaftherstellers Rauch stecken nur 12 Prozent Frucht – dafür aber jede Menge Zucker – ganze 9 ½ bzw. 10 Zuckerwürfel pro Flasche!

    Foto: foodwatch
  • Auch der Marktführer Coca-Cola lockte zu Halloween die Kinder mit diesem Comic-Vampir. Ein 250ml-Glas Fanta enthält 7 ½ Zuckerwürfel, die ganze Literflasche 30 ½.

    Foto: foodwatch
  • Gleich zweimal unter den Top 10 vertreten sind die bei Kindern beliebten Trinkpäckchen von Capri Sun. Die Sorten Monster Alarm und Safari Fruits enthalten 6 beziehungsweise 6 ½ Zuckerwürfel pro Päckchen.

    Foto: foodwatch

WHO: "Gesüßte Getränke generell nicht an Kinder bewerben"

"15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig oder fettleibig", so foodwatch. Im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jahren sei der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent gestiegen. Zuletzt habe sich der Anteil auf dem hohen Niveau stabilisiert. Zuckergesüßte Getränke gelten laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "eine der Hauptursachen" für die Entstehung von Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes. Die WHO empfehle daher, gesüßte Getränke generell nicht an Kinder zu bewerben.

Die Crux mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen 

Die weltweit führenden Lebensmittelunternehmen hätten bereits 2007 in einer freiwilligen Selbstverpflichtung versprochen, Werbung an Kinder verantwortungsvoll zu gestalten, berichtet foodwatch. In dem sogenannten "EU Pledge" hätten Coca-Cola, Ferrero, Nestlé & Co zugesichert, nur noch Lebensmittel, die bestimmte Nährwertanforderungen erfüllen, an Kinder unter zwölf Jahren zu bewerben. Mehrere unabhängige Untersuchungen hätten gezeigt, dass solche freiwilligen Selbstverpflichtungen das Marketing für unausgewogene Produkte an Kinder nicht verhinderten.

foodwatch: "Kinder vor Profitinteresse der Konzerne schützen"

"Bundesernährungsministerin Julia Klöckner muss endlich dafür sorgen, dass Zuckerbomben und Snacks nicht mehr aggressiv an Kinder vermarktet werden", erklärte Luise Molling von foodwatch. "Wenn die Ministerin es ernst meint mit dem Kampf gegen Fehlernährung, muss sie das Kindermarketing für unausgewogene Lebensmittel verbieten und die Kinder vor dem Profitinteresse der Konzerne schützen." 

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