Ernährung
Genuss im Advent – von Hobbyköchen und gutem Essen

Sushimatten, mit Kräutern gefüllte Weidenkörbe, Trüffelhobel – manch ein Hobbykoch hat schon alles, was er benötigt. Wer sich hier ein Weihnachtsgeschenk einfallen lassen muss, ist nicht zu beneiden. Dabei gibt es zwischen saftigem Gemüse, glänzendem Obst und knackigen Hülsenfrüchten eine Menge, was die Herzen von Ehepartnern, Freunden oder interessierten Kindern höher schlagen lässt. Doch wie, so mag sich mancher fragen, bekommt man den eigenen Partner an die Herdplatten?

Freitag, 21.12.2018, 04:30 Uhr aktualisiert: 21.12.2018, 12:52 Uhr
Ernährung: Genuss im Advent – von Hobbyköchen und gutem Essen
Selber kochen nimmt zwar Zeit in Anspruch, ist aber gesünder und günstiger. Und in der Gemeinschaft kochen stärkt zudem noch die sozialen Kontakte. Foto: colourbox.de

Kochen ist etwas, das gelernt werden will. Selbst Menschen, die von sich behaupten, überhaupt nicht kochen zu können, scheitern mit dieser Aussage leicht an eigenen, schlechten Angewohnheiten. Denn Kochen kann jeder lernen und mit dem richtigen Know-how gelingt selbst der Braten zum Weihnachtsfest. Doch wer als Interessierter beispielsweise eine Buchhandlung betritt, fühlt sich schnell erschlagen von dem mannigfaltigen Angebot, das dort zur Auswahl steht. Kochen für Senioren, Rezepte für Singles, Vegane-Küche, glutenfreie Kuchen und vieles mehr. Die Möglichkeiten sind heute so vielfältig wie die Menschen selbst.

Dabei fehlt es vielen bereits an Grundkenntnissen. Hier kann der Kochkurs eine Alternative sein. Profiköche führen in einem ruhigen Ambiente in die hohe Kunst des Kochens ein und gewähren einen Einblick hinter die Kulissen. Zudem lernen Teilnehmer Tricks kennen, die in internationalen Küchen genutzt werden. Die Stimmung ist entspannt und Teilnehmer genießen das sinnliche und haptische Erlebnis, sich Zeit für etwas zu nehmen, das ihnen guttut. Denn bei vielen Menschen bleibt die Küche unter der Woche kalt. Am Wochenende hingegen wird dann das Kochen und Genießen zusammen mit Familie und Freunden regelrecht zelebriert.

Diese entschleunigte Zeit verschwindet jedoch immer mehr aus den Haushalten. Längst haben Fastfood und 5-Minuten-Gerichte Einzug gehalten in den täglichen Ablauf. Dank Köchen wie Tim Mälzer oder gerade  Jamie Oliver ist Kochen wieder populärer geworden und zu etwas, das man zur Entspannung macht – mit Hingabe und Leidenschaft. Dabei ist diese Zeit in der Küche wie viele Dinge, die langsam verschwinden. Sie gewinnen zunehmend an Wert für die Menschen, die sie zu schätzen wissen. Dabei sagte François VI. Duc de La Rochefoucauld einmal selbst, dass „Essen ein Bedürfnis wäre - Genießen hingegen eine Kunst.“

Wie lässt sich ein guter Kochkurs erkennen?

Ein Mangel an Kochkursen gibt es wahrlich nicht. Angeboten werden diese von Restaurants, Küchenstudios aber auch von Privatköchen. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Vegan, asiatisch, afrikanisch, italienisch, vegetarisch, Steak oder mexikanisch. Für Paare, Anfänger, Singles, Freunde, Senioren, Profis oder Kinder. Oftmals gehen die Teilnehmer dabei gemeinsam einkaufen oder gar fischen. Sehr beliebt sind Kochkurse in der Zwischenzeit ebenfalls von Unternehmen. Diese nutzen das entspannte Zusammensein, um teambildende Maßnahmen umzusetzen. Doch bei all den Angeboten ist eines ebenfalls klar: Jeder, der einen Kochkurs anbietet, kocht sein eigenes Süppchen.

Günstige Kurse finden sich zudem oftmals in der VHS . Für unter 50 Euro werden hier Kochbasics vermittelt, finden Spargelkurse statt oder wird die leichte Sommerküche zelebriert. Angebote von Privatköchen, Kochschulen oder Restaurants liegen bei bis zu 100 Euro für einen mehrstündigen Kurs. Jedoch gibt es nach oben hin kaum Grenzen. Sterneköche, Küchenstars oder prestigeträchtige Restaurants rufen andere Preise auf. Um eine kritische Auswahl treffen zu können, sollten ein paar Dinge beachtet werden:

Wie ist die Qualifikation des Kursleiters?
Welche Gerichte sollen zubereitet werden?
Gibt es Einkaufstouren oder eine andere Art der gemeinschaftlichen Lebensmittelbeschaffung?
Wie ist der Auflauf des Kurses?
Wo findet dieser statt?

Einen guten Kochkurs erkennen

Ein professionell geführter Kochkurs wird sich an einem gewissen Ablaufplan orientieren. So wird es üblicherweise im ruhigen und entspannten Ambiente eine Vorstellungsrunde geben, bei der sich die Teilnehmer miteinander vertraut machen und sich kennenlernen. Hier findet dann ebenfalls die Einleitung vom Koch in den Kurs statt. Ebenfalls sollte in diesem Rahmen der Ablauf abgesteckt und näher erläutert werden. Mit passender Musik sowie etwas gereichtem Prosecco wird die Stimmung in ansprechendem Ambiente gehoben und der Kursleiter sorgt so für ein unverkrampftes Miteinander. Wichtig ist bei all dem, das der oder die Teilnehmer selbst genug zu tun bekommen. Optimal wird in bestimmten Punkten auf Einzelheiten eingegangen:

Wie gesund ist Bio?
Richtige Lagerung von Lebensmitteln.
Ist grünes Gemüse wirklich gesund?
Wie erkennt man wertiges Olivenöl?
Welche Fleischsorten gibt es?

Damit wird im Kochkurs neben der eigentlichen Erfahrung des „selbst Zubereiten“ ebenso das Wissen um die Materie gefestigt. Dieses lässt sich dann in der Zukunft mit Mehrwert in den eigenen vier Wänden nutzen.

Wichtig ist auch, dass es bei jedem Schritt die Möglichkeit gibt, Hilfe zu erhalten. Denn nicht jeder kann alles machen. Zudem sollten die Arbeitsschritte erklärt werden. Am Ende des Kochkurses gibt es optimalerweise ein Handout, in dem alles, das in dem Kurs vermittelt wurde, noch einmal zusammengefasst ist. Darin sollten die einzelnen Arbeitsschritte, aber auch die Informationen zu Lebensmitteln sowie Tipps und Tricks enthalten sein. Selbstverständlich ist es zudem, dass sich in dem stimmungsvollen Ambiente jemand um die Getränke kümmert und diese serviert. Ebenso sollte es Personen geben, die sich um das benutzte Geschirr kümmern und dieses entsorgen. Wird das Gekochte anschließend noch serviert und nach den Gängen neu eingedeckt, handelt es sich zumindest von der Organisation her, um einen guten Kochkurs. Zudem wird so eine optimale Arbeitsatmosphäre geschaffen, in denen sich die Teilnehmer maximal wohlfühlen können.

Abschließend sollte es zudem das gemeinsame Essen geben, bei dem die kulinarischen Kreationen in der Gruppe erst vorgestellt und anschließend zusammen genossen werden. Dabei werden Fragen beantwortet, kann auf Details eingegangen werden und es können zusätzliche Tipps gegeben werden. So klingt ein erlebnisreicher und vor allem lehrreicher Abend perfekt aus. Im Anschluss gibt es zudem noch die Rezepte für die Teilnehmer, um die Gerichte ebenfalls in heimischen Ambiente nochmals zu kochen. Damit wird jedem die Möglichkeit gegeben, ebenfalls die Familie und die Freunde mit den gleichen kulinarischen Erlebnissen zu versorgen.

In der Kochschule des Küchenkotten im Raum Münster lassen sich ganz besondere Angebote nutzen. So wird unter der Leitung von Gudrun Stricker und Jürgen Hangschlitt in der Kochschule Riesenbeck italienisches wie Antipasti & Primo, aber auch Secondo & Dolce geboten. Dabei wird schmackhaftes Essen mit südländischem Flair präsentiert, das für die Gaumenfreuden auf den heimischen Tischen sorgen soll. Ebenso werden Fleisch und Fisch mit Beilagen in ansprechendem Ambiente zubereitet und Ost in seiner süßesten Form sowie Eis zubereitet. Im Kurs „Das perfekte Steak“ wird zudem die Kunst vermittelt, Fleisch nach bester Steak-Art zuzubereiten. Dazu wird Wein gereicht und ein reger Austausch angestrebt.

Doch warum sollte man überhaupt mehr selbst kochen?

Hierzu gibt es eine Vielzahl an Gründen. Aus rein psychologischer Sicht heraus bewertet man selbst gemachte Dinge besser als gekaufte. Dies gilt nicht nur für handwerklich gefertigte Gegenstände, sondern ebenfalls für das eigene Essen. Wissenschaftler führen dies auf die „kognitive Konsistenz“ zurück. Menschen wollen alle Widersprüche vermeiden und streben eher nach den Dingen, die ihrer Ansicht entsprechen. Beim Kochen meint das, dass etwas, für das man stundenlang in der Küche zubereitet und geschnippelt hat, gut schmecken muss. In diesem Kontext wird auch klar, warum man beim Einkaufen oftmals bestätigenden Botschaften auf dem Kassenbon, in Form von E-Mails oder Produktbeilegern erhält. Diese sollen dem Käufer das Gefühl geben, etwas selbst getan zu haben.

Wer selbst öfter zum Kochtopf greift, hat einige Vorteile:

Höhere Sättigung
Stärkung der sozialen Gemeinschaft
Gesündere Ernährung
Erfahrung und Vielfältigkeit
Sparsamer der Geldbörse gegenüber

Dabei ist es nicht wichtig, ein Starkoch zu sein. Wie bereits Horst Lichter sagte, muss man kein Virtuose sein. Man muss nur lecker kochen können. Und das ist eine Fähigkeit, die man erlernen kann. Wie beispielsweise in einem Kochkurs. Denn kaum etwas sättigt mehr, als eine vernünftige Mahlzeit. Dabei liegt das oftmals nicht unbedingt an dem Gericht selbst. Eine große Rolle bei der Sättigung spielt zudem die Dauer des Mahls, soziale Komponenten sowie die Optik und die Aufmachung des Tellers und des Umfeldes. Ein großer Fehler hierbei ist, beispielsweise vor dem Fernseher zu essen oder sich anderweitig mit etwas anderem, als dem Essen, zu beschäftigen. Denn generell tritt ein Sättigungsgefühl nach etwa 20 Minuten ein. Daher sollte man sich Zeit lassen.

„Lohnender“ in der Gemeinschaft

Ebenso ist das Essen in der Gemeinschaft nicht nur aus einem sozialen Blickwinkel besser – sondern lässt den Koch ganz anders mit dem Zubereiten der Mahlzeiten umgehen. So ist dieser höher motiviert, würzt ganz anders und legt mehr Freude und Anstrengung in das zubereitete Gericht. Alleine das Sättigungsgefühl durch das ständige Probieren in Kombination mit der Zubereitungsdauer ist nicht zu unterschätzen. Beim gemeinsamen Essen kommt dann ebenfalls die Wertschätzung hinzu, die das Ganze zu einem „lohnenden“ Ereignis macht.

Selbst kochen ist gesünder

Ein wichtiger Punkt im Bezug auf das Selbst kreieren und zubereiten von Speisen ist, dass es deutlich gesünder als das herkömmliche Fast Food ist. Dabei meint Fast Food in diesem Kontext die Pommes und Hamburger, aber auch fertiges vom Bäcker, Döner oder Schnellgerichte aus der Mikrowelle. Hier wird meist eine hohe Zahl an schnell verbrennenden Kohlehydraten aufgenommen. Diese sorgen zwar für schnelle Energie - sind jedoch ebenso schnell wieder verbraucht. In Kombination mit „schlechten“ Fetten und einem verschwindend geringen Anteil an Ballaststoffen, haben diese „Lebensmittel“ kaum Nährstoffe, die gesund für den Metabolismus sind. Denn ähnlich zu einem Auto, benötigt der Körper einen guten Kraftstoff, um Leistung erbringen zu können. Hierfür sind industriell verarbeitete Lebensmittel zwar ab und an okay – auf Dauer jedoch nicht besonders gut.

Im Gegenzug ist eine Portion Nudeln und eine Fertigsoße aus der Dose ebenfalls keine Dauerlösung. Auch wenn das Gericht selbst zubereitet wurde. Ausgewogen muss die Mahlzeit sein. So ist sie sättigend, gesund und wohlschmeckend. Dabei ist das kein Zauberstück. Denn reichhaltiges Essen lässt sich spielend zubereiten. Und das bedeutet nicht, dass man jeden Tag Stunden in der Küche verbringen muss. Nahrhaft und gesund gehen heute auch in unter 20 Minuten. Die Zeit sollte also nicht als Entschuldigung dienen, sich nicht um das eigene Essen kümmern zu wollen.

Spaß und Freude an der Vielseitigkeit

Wer sich dem Kochen vermehrt hingibt, stellt schnell fest, wie sich das eigene Können verbessert. Zudem gibt es immer mehr Gerichte, die sich zubereiten lassen und an die man sich herantraut. So beginnt man sich an komplizierten Rezepten zu versuchen oder lässt die Anleitungen ganz weg und kocht, nach was einem gerade der Kopf steht. In diesem Zusammenhang lernt man ebenfalls viel mehr über die Zutaten, die für die eigenen Gerichte benötigt werden. Wie sind beispielsweise Soßen zusammengesetzt, was enthalten Mischungen oder was bedeuten die ganzen „Fremdwörter“ in Zutatenlisten. Hierdurch wird das Repertoire an unterschiedlichen Speisen sukzessive erweitert.

Ebenso ist es kein Problem mehr, spontan etwas zuzubereiten oder aus den noch vorhandenen Lebensmitteln in der Küche etwas Kreatives zu zaubern. So kommen schnell Spaß und Freunde auf, wenn Freunde oder Familie zu Besuch sind und man diese mit etwas Besonderem bekochen kann. Als Kochanfänger gibt es im Netz unheimlich viele Tipps und Tricks. Denn manchen fällt das Aufziehen von neuen Reifen oder das Ausfüllen einer Steuererklärung immer noch leichter als das Kochen.

Kochen ist günstiger

Was unter dem Aspekt der Kosten für einen Döner für 3,50 Euro oder einer Brezel für 0,65 Cent waghalsig klingt, ist tatsächlich so. Wer sich etwas Warmes zubereitet, spart oftmals Geld. Denn gerade, wenn auf saisonale Produkte geachtet wird, kauft man besonders günstig. Ebenfalls können Möglichkeiten im regionalen Bezug genutzt werden. Ebenso lassen sich in der eigenen Küche leicht große Portionen kochen, die dann aufgeteilt eingefroren werden. Wie ein Eintopf als Beispiel. Dieses Gericht mit Wintergemüse zubereitet, kostet wenig Geld und hält lange. Gleiches gilt für Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis und Nudeln. Diese gibt es vergleichsweise günstig und machen oft mehr als die Hälfte eines Gerichtes aus.

Besonders gespart wird in diesem Kontext beim Essen für die Pausen in der Arbeit. Hier geben viele überdurchschnittlich viel für eine Mahlzeit aus. Wer das Essen selbst vorbereitet, kommt besonders günstig und nahrhaft durch den Alltag.

Ob Kochkurs, im „Learning by Doing“-Verfahren oder im Alltag erlernt – selbst Kochen bereichert nicht nur das eigene Leben, sondern bringt eine Fülle an Vorteilen mit sich. Zudem lernt man eine Vielzahl neuer Möglichkeiten kennen, seinen eigenen kulinarischen Horizont zu erweitern und neue Perspektiven für den eigenen Geschmack zu finden. Besonders für Hobbyköche bieten sich zum Fest ebenfalls viele passende Geschenke. Von der Küchenmaschine über die Gemüsebürste bis zum Schneidebrett und einem Kochkurs ist alles möglich. Denn immer mehr Menschen entdecken das Kochen wieder für sich.

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