33 Jahre nach Tschernobyl
Pilze immer noch radioaktiv belastet

Immer noch gibt es stark mit radioaktivem Cäsium belastete Pilze. Um welche Pilzsorten handelt es sich und welche Gebiete sind besonders betroffen?

Mittwoch, 09.10.2019, 14:53 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 14:56 Uhr
Eine Frau geht nahe dem niederbayerischen Wiesenfelden an einem Maronenröhrling-Pilz vorbei.
Eine Frau geht nahe dem niederbayerischen Wiesenfelden an einem Maronenröhrling-Pilz vorbei. Foto: Armin Weigel

München (dpa) - Mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einzelne Wildpilzarten in Bayern immer noch stark mit radioaktivem Cäsium belastet. Das teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)jetzt mit.

Betroffen seien etwa Semmelstoppelpilze, Schnecklinge, Maronenröhrlinge, Elfenbein- und Braunscheibige. «Im Extremfall enthält eine einzelne Mahlzeit dieser Pilze mehr Cäsium-137 als man mit anderen Lebensmitteln aus landwirtschaftlicher Produktion in einem ganzen Jahr zu sich nimmt», sagte Inge Paulini, Präsidentin des BfS. «Wer seine persönliche Strahlenbelastung so gering wie möglich halten möchte, sollte darum keine stark belasteten Pilzarten aus höher belasteten Regionen essen.»

Verbraucher, die Wildpilze im Handel kaufen, müssten keine Bedenken hinsichtlich einer hohen Strahlenbelastung haben, da Wildpilze den Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse nicht überschreiten dürfen, hieß es. Die Einhaltung wird von der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Stichproben kontrolliert.

Nach dem Super-Gau in dem Atomkraftwerk in der Ukraine im Jahr 1986 wurden die genannten Gebiete in Bayern zehn Mal heftiger belastet als beispielsweise Norddeutschland. Das Cäsium-137 sei wegen seiner Halbwertszeit von rund 30 Jahren bisher etwa nur zur Hälfte zerfallen.

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