Ernährung
Abnehmen ohne Hunger – warum Bennys Low Carb Diät funktioniert

Bislang stand eine Diät im Ruf, mit Verzicht, Askese und Leidensdruck verbunden zu sein. Dadurch, dass durch den ständigen Mangel der Heißhunger niemals befriedigt werden könne, drohe das Leiden kein Ende zu nehmen. Der Feind einer jeden Diät, der Jojo-Effekt, stand immer vor der Tür. Doch dass nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg zu einer Diät attraktiv sein kann, zeigt Benjamin Oltmann mit seinem Low Carb Ernährungsplan. Wichtig zu wissen dabei ist, dass Bennys Konzept mehr ist als nur Low Carb. Sein Plan hat nicht weniger als den Anspruch, das bislang scheinbar Unvereinbare einer Diät, nämlich die Gewichtsreduzierung und die Lust aufs Essen, miteinander zu versöhnen. Wir stellen uns der Frage, ob dies dem Bestseller gelingt.

Dienstag, 18.02.2020, 11:08 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 11:13 Uhr
Ernährung: Abnehmen ohne Hunger – warum Bennys Low Carb Diät funktioniert
Foto: Unsplash.com

Wer ist Benjamin Oltmann ?

Benjamin Oltmann ist ein 30-Jähriger Lüneburger. Er hatte einst selbst stark mit Übergewicht zu kämpfen und nach Ideen gesucht, wie er mit einer Diät ohne Verzicht zu seinem Wohlfühlgewicht gelangen kann. Nachdem er sich in die Materie eingearbeitet hatte, kam ihm schließlich der Geistesblitz. Er wendete seine Ideen an und sein Konzept funktionierte: In nur wenigen Monaten hatte Oltmann 30 kg an Gewicht verloren und war nun so rank und schlank wie gewünscht. Mit Vorher-Nachher-Fotos belegte er seinen Erfolg und hat sich nun der Aufgabe verschrieben, auch anderen Menschen, die mit Übergewicht zu kämpfen haben, ohne Leidensdruck zu ihrem Traumgewicht zu verhelfen. In seinem Ernährungsbestseller: „Abnehmen ohne Hunger“ finden Kunden viele Rezepte ohne Kohlenhydrate für schnelle Erfolge, die auch für Anfänger gut geeignet sind. Sein Werk wird in der Szene bereits als Abnehmbibel gehandelt.

Der Kauf ist mit weiteren Vorteilen wie einer dauerhaften Mitgliedschaft in Oltmanns Facebook-Premiumgruppe verbunden. Durch sein Ernährungskonzept erreichten bislang nach Oltmann 150.000 Menschen ihre Ziele. Irgendetwas muss Benjamin Oltmann also besser machen als andere. Erste Tuchfühlung mit dem Ernährungsberater kann der User durch einen Besuch auf Bennys Blog aufnehmen, der bereits mit einigen hilfreichen Tipps zum Abnehmen gespickt ist.

Unterscheidung zwischen Low Carb und No Carb

Der englische Begriff „Carb“ steht für Kohlenhydrate. Auch wenn Low Carb und No Carb gern miteinander verwechselt werden, so ist der Unterschied wichtig: Low Carb bedeutet nicht keine Kohlenhydrate und damit eine gänzlich kohlenhydratfreie Ernährung, sondern nur wenig Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind wiederum unterschiedlich stark miteinander verzweigte Zuckermoleküle. Unterschieden wird dabei in Einfachzucker (Monosaccharide), Zweifachzucker (Disaccharide), Mehrfachzucker (Oligosaccharide) und Vielfachzucker (Polysaccharide). Wer in Biologie aufgepasst hat, weiß, dass der Makronährstoff Zucker zu den Grundbausteinen des Lebens gehört und beispielsweise bei der Photosynthese gebildet wird.

Trotzdem ist es nicht per se abwegig, generell auf Zucker zu verzichten, denn der menschliche Körper kann sich durchaus unter Umgehung des Glucose-Stoffwechsels ernähren. Wer sich No Carb ernährt, sucht deshalb gezielt ketogene Rezepte und strebt eine ketogene Form der Ernährung an, indem sich der Körper seine Energie ausschließlich aus den fettreichen Ketonkörpern holt. Der Vorteil wäre eine beständigere Ernährungsform ohne das ständige Auf und Ab, wie dies beim Glucose-Stoffwechsel mit den ewigen Heißhungerattacken der Fall ist. Dies ist aber nicht das, was Benjamin Oltmann möchte, denn die Umstellungsphase ist einschneidend und der Verzicht wäre groß und dauerhafter Natur. Zudem geht eine fettreiche Ernährung wiederum mit neuen Risiken einher. Auch mit Low Carb kann man viele Effekte von No Carb realisieren, allerdings ohne den mit dieser Diät bzw. dem Essen ohne Kohlenhydrate verbundenen Leidensdruck und unter Umgehung einer neuen Einseitigkeit. Für Oltmann sind der Goldstandard unter den Makronährstoffen deshalb nicht Fette, sondern Eiweiße. Seine Gerichte sind in der Regel einfach zuzubereiten, lecker und proteinreich.

Zucker: Vom Naturstoff zum Kunstprodukt

Zucker gehörte in der Steinzeit bereits zum Speiseplan der Höhlenmenschen. Der Urmensch konsumierte Zucker aber in Maßen und nicht in Massen. Der erste Einschnitt erfolgte während der neolithischen Revolution, als der Mensch sesshaft wurde und begann Ackerbau zu betreiben. Durch die in Getreideprodukten (und auch im Reis und der Kartoffel) enthaltene Stärke stieg der Zuckerkonsum spürbar an. Besonders eklatant verlief der Zuckerkonsum nach der Entdeckung Amerikas und dem Anbau des Zuckerrohrs sowie durch die Weiterentwicklung der Runkelrübe zur Zuckerrübe. Dies war eine preußische Erfindung gewesen, damit das auf vorpreschende Land ohne Kolonien ebenfalls in den Genuss von Zucker kam.

Beide Pflanzen dienten nun der Gewinnung von Rohzucker. Im Zuge der industriellen Revolution schossen Zuckerraffinerien und andere Zuckerfabriken wie die Pilze aus dem Boden. Als nachgefragter Geschmacksverstärker wurde Zucker systematisch in immer mehr Lebensmitteln eingearbeitet. Heute liegt der Zuckerkonsum des Einzelnen in der westlichen Welt bereits um das Zwanzigfache im Vergleich noch vor 200 Jahren. Benjamin Oltmann und andere Anhänger von Low Carb Diäten weisen stets darauf hin, dass diese Zuckermengen dem biologischen Grundbauplan des Menschen widersprächen und ihm nicht gut täten. Die Gründe dafür erscheinen durchaus gravierend:

Warum Zucker uns in Massen schadet

Zunächst wohnt dem Zucker im Vergleich zu Fetten und Proteinen etwas Volatiles inne. Ernährungswissenschaftler vergleichen Zucker hier gern mit Papier als Heizmaterial für den Kamin, während Fette mit Kohlebriketts verglichen werden. Auf die Ernährung übertragen bedeutet dies, dass Zucker kaum sättigt, sodass Unmengen an Zuckermolekülen verschlungen werden müssen, um das Hungergefühl abzutöten. Wer hier an eine Tüte Chips vor dem Fernseher denkt, hat das Problem bereits verstanden. Und ist der Hunger endlich gestillt, ist auch dies nichts Nachhaltiges, denn während fett- und proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch und Eier für lange Zeit sättigen, meldet sich der Hunger bei einer unausgewogenen Zuckerkost viel zu schnell wieder. Der Zusammenhang ist klar: Wer wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt, stillt seinen Hunger nachhaltig. Er nimmt also vergleichsweise weniger Kalorien zu sich.

Hinzu kommt, dass der Zucker an den Botenstoffen im Gehirn andockt, die für Glück und Motivation stehen. Aus diesen Gründen sprechen Ernährungswissenschaftler vom Zucker auch als dem „weißen Gift“ oder von der „Droge Zucker“. Das Verlangen nach Zucker kommt also von zwei Seiten, zum einen physisch durch die sprunghafte Verwertung im Stoffwechsel und zum anderen psychisch aus dem Gefühl der inneren Abhängigkeit. Ein weiteres Problem durch Zucker ist, dass zu viel Zucker die Gefäße verkalken lässt, Entzündungen hervorruft und den Zellstoffwechsel verlangsamt. Besonders problematisch sind die kurzkettigen Kohlenhydrate, die Einfachzucker und Vielfachzucker. Diese fallen durch ihren süßen Geschmack auf. Werden sie in rauen Mengen eingenommen, wird der Stoffwechsel quasi überflutet und das Auf und Ab verläuft in Geschwindigkeiten, die der menschliche Körper kaum noch kontrollieren kann.

Mental liegt die Gefahr in einer Überbeanspruchung der Glückshormone und damit in einem Gewöhnungseffekt, sodass der Körper nach immer größeren Mengen von Serotonin, Dopamin und Endorphinen verlangt, um dasselbe Maß an Glück zu erfahren. Zudem nimmt der Konsument ungute Gewohnheiten an, indem er meint, dass nicht die Erfüllung längerfristiger Ziele für das seelische Wohlbefinden notwendig sei, sondern bereits durch Zuckerkonsum (oberflächlich) hergestellt werden könne. Übrigens ist Obst durchaus gesund, aber Fruchtsäfte sind dies nicht, vor allem, wenn diese literweise getrunken werden. Diese bieten zwar im Gegensatz zu Sprite und Cola Vitamine, besitzen aber unnatürliche Mengen an Fructose. Um das zu verstehen, hilft das Gedankenexperiment weiter, wie viel Orangen man für einen Liter Fruchtsaft zusammenpressen muss. Fructose ist im Endeffekt noch schädlicher als Glucose, weil der Glucose-Stoffwechsel ganzheitlich ist, während Fructose nur von der Leber abgebaut werden kann. Schüttet man nun literweise Fruchtsäfte in sich hinein, dann wird die Leber überschwemmt und mutiert zur Fettleber.

Der Tagesplan nach Bennys Konzept

Bennys Konzept basiert darauf, den Menschen von seiner Zuckerabhängigkeit zu erlösen, ohne ihn zu überfordern. Dies erreicht er, indem er die Fettverbrennung des Menschen primär in der langen Nachtspanne geschehen lässt, sodass jeder mit seiner Methode im Schlaf abnehmen kann. So gibt es morgens die wenigsten Beschränkungen, damit sich der Körper für den Tag die Energie holen kann. Als Richtwert gelten lediglich 300 Gramm für das Frühstück. Auch am Mittag verläuft die Umstellung noch moderat. Für das Mittagessen gilt dieselbe Obergrenze, während die Kohlenhydrate langsam auf 30 Gramm zurückgefahren werden. Ganz wichtig ist nun das Abendessen, der „Kern“ von Bennys Konzept. Erneut sollen nicht mehr als 300 Gramm konsumiert werden, aber für die Kohlenhydrate gilt nun die strikte Obergrenze von 10 Gramm. Der Clou: Indem der Stoffwechsel sich kaum noch mit der Abspaltung und Verwertung der Zuckermoleküle beschäftigen muss, kann er sich in der Nacht ganz der Fettverbrennung widmen.

Wie man Oltmanns Wochenplan erhält?

Um alle Vergünstigungen und Bonusse von Benjamin Oltmann beanspruchen zu dürfen, reicht bereits der Kauf seines Bestsellers: „Abnehmen ohne Hunger“ aus. In dem Kochbuch findet der Leser weit über 100 leckere Abnehmrezepte, ob warm oder kalt und für alle Tageszeiten, darunter auch Gerichte ohne Kochen zu müssen. Auch das ein oder andere leichte Sommergericht wird dem Kunden dabei helfen, neue Temperaturrekorde zu überstehen.

Zusätzlich stellt Oltmann sein Konzept ausführlich vor und hilft seinen Lesern mit zahlreichen Abnehmtipps und Tricks bei der Stange zu bleiben. Als Krönung erfolgt die Freischaltung des Kunden in Oltmanns Facebook-Gruppe. Hier können sich alle Gleichgesinnte miteinander austauschen. Zusätzlich steht ein Premium-Support dem Kunden zu jedem Thema Rede und Antwort. Abschließend folgt der Hinweis, dass Oltmanns Low Carb Diät letzten Endes noch besser funktioniert , wenn man so viel Sport und Bewegung wie möglich in seinen Tageslauf integriert. Denn letztendlich basiert bekanntlich jede Diät auf dem einfachen Grundsatz, dass man abnimmt, sobald man mehr Energien verbrennt als man dazugewinnt.

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