Ernährung
Saisonale Küche: Welche Vorteile haben Gerichte der Saison?

Pilzsuppe im Sommer und im Winter Kopfsalat? Nicht alle Gerichte passen zur Saison. Jede Jahreszeit hat ihre Vorzüge – so auch auf dem Teller. Saisonale Speisen werden immer beliebter. Gründe dafür gibt es viele.

Freitag, 16.10.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 00:10 Uhr
Ernährung: Saisonale Küche: Welche Vorteile haben Gerichte der Saison?
Foto: Colourbox

Das Thema  Nachhaltigkeit beschäftigt den Bundestag  seit Jahren auf verschiedenste Art und Weise. Auch in der Bevölkerung ist der Nachhaltigkeitsgedanke angekommen. Immer mehr Verbraucher bemühen sich um einen nachhaltigeren Lebensstil. Als Teilaspekt davon kommt die Entscheidung für saisonale Lebensmittel sowohl der Umwelt, als auch dem Verbraucher zugute.

Trend mit vielen Vorzügen: Bewusster Konsum

Bis 2030 die CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um mindestens die Hälfte reduzieren. Dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung mit dem Klimaschutzprogramm, das  im Oktober 2019  durch das Kabinett beschlossen wurde. Um die Klimaziele zu erreichen, muss jeder Bundesbürger einen Beitrag leisten. Tatsächlich sind viele Verbraucher zugunsten höherer Nachhaltigkeit  laut Umfragen  zu Verhaltensänderungen bereit. Vor allem, was das Einkaufen und die Lebensmittelwahl betrifft. Diese Bereitschaft äußert sich bei vielen Konsumenten durch die bewusste Entscheidung für saisonale Zutaten aus der unmittelbaren Region. Regionalität und Saisonalität haben sich zu einem regelrechten Trend entwickelt, denn die Vorteile entsprechender Nahrungsmittel liegen auf der Hand.

  1. Umweltbewusst: Regional erzeugte Lebensmittel aus der aktuellen Saison legen bis in den Supermarkt keine langen Transportwege zurück und brauchen keine energieintensiven Gewächshäuser.
  2. Gesundheitsbewusst: Ökologisch angebaute Zutaten der Saison sind besonders vitalstoffreich und gleichzeitig weniger mit Dünger und Pestiziden belastet.
  3. Preisbewusst: Während der Erntezeit regionaler Obst- und Gemüsesorten steigt das Angebot, sodass man saisonale Produkte vergleichsweise günstig erhält.

Abgesehen davon freut man sich mehr auf einzelne Lebensmittel, wenn sie nicht das ganze Jahr über auf dem Speiseplan stehen. Dasselbe gilt für bestimmte Speisen. Grundsätzlich hat Selbstgekochtes aus erntefrischen Nahrungsmitteln den intensivsten Geschmack. Beim Kochen können sich Verbraucher inspirieren lassen, indem sie  leckere Rezeptideen nach Gerichten aus saisonalen Zutaten durchsuchen . Um künftig im Rhythmus der Jahreszeiten zu kochen, hilft ein  kleiner Saisonkalender  zum Erntezeitpunkt der wichtigsten Gewächse.

Kleiner Saisonkalender: Was wächst wann?

Saisonale Rezepte aus erntefrischen Zutaten enthalten vitalstoffreiches Obst und Gemüse, das geschmacklich überzeugt. Was zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort geerntet wird, hängt von den klimatischen Bedingungen der jeweiligen Regionen ab. In der Regel wachsen auf deutschem Boden im

  • Frühling beispielsweise Kräuter, Bärlauch, Rhabarber, Erdbeeren, Karotten, Salate wie Rucola, Spargel und Spinat.
  • Sommer Himbeeren, Blaubeeren, Kirschen, Paprika, Tomaten, Melonen, Zucchini, Pfirsiche, Preiselbeeren und Stachelbeeren.
  • Herbst Äpfel, Birnen, Kürbisse, Mais, Kartoffeln, Pilze, Quitten, Rote Bete und Zwetschgen.
  • Winter Zwiebeln, Steckrüben, Zitronen, Wirsing, Schwarzwurzelgemüse, Orangen und Kohl.

Was ist Lagergemüse? In der Praxis lassen sich Gemüsesorten wie Kartoffeln und Karotten in Deutschland auch außerhalb ihrer eigentlichen Jahreszeit aus regionalem Anbau kaufen. Solche Lebensmittel sind nicht erntefrisch, sondern wurden nach der Ernte für den Rest des Jahres eingelagert. Dadurch verlieren sie meist an Geschmack. Auch ihr Nährstoffprofil kann unter langen Lagerzeiten leiden.

Schon probiert? Vier saisonale Gerichte

  • Frühlingsgericht: Spargel-Erdbeer-Salat. Kaum Kalorien, doch dafür Nährstoffe wie Asparagin, Kalium und Folsäure zeichnen diese Salatvariante aus. Die leichte Frühlingsküche wirkt dank der enthaltenen Polyphenole außerdem antioxidativ und schützt die Körperzellen so vor aggressiven Sauerstoffverbindungen. Perfekt nach langen Wintern.
  • Sommerküche: Antipasti aus Tomaten, Zucchini und Paprika. Ob in gesunde Öle eingelegt oder vom Backblech: Antipasti zählen zu den beliebtesten Gerichten der mineral- und vitaminreichen Mittelmeerküche. Von Kalium bis hin zu Vitamin C enthält die Kombination aus Tomate, Zucchini und Paprika etliche Mikronährstoffe und schmeckt für viele Menschen außerdem nach Urlaub.
  • Herbstessen: Pfifferlingsragout mit selbstgemachten Spätzle. Als Edelpilzsorte schmecken erntefrische Pfifferlinge besonders intensiv und passen ideal zu Petersilie sowie Majoran. Bei hohem Eisen- und Proteingehalt ist die Pilzsorte ballaststoffreich, aber enthält kaum Fett und Kohlenhydrate. Obwohl sie zu 80 Prozent aus Wasser besteht, zeichnet sie sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin D, Beta-Carotinen und Kalium aus.
  • Winterrezept: Steckrübensuppe. Mit ihrem Beta-Carotin, Vitamin C und reichlichen B-Vitaminen boosten Steckrüben in der kalten Jahreszeit das Immunsystem. Außerdem ist die Wintergemüse-Art reich an Ballast- und Mineralstoffen sowie Antioxidantien. Der süßlich-scharfe Geschmack der Suppe erinnert an eine Kombination aus Pastinaken und Kohlrabi. Köstlich und gesund!

Übrigens: Je weniger tierische Erzeugnisse Verbraucher zu sich nehmen, desto klimafreundlicher essen sie. Mit Viehwirtschaft sind hohe CO2-Emissionen verbunden und auch Rodungen für Futterwiesen sind beachtenswert. Das heißt natürlich nicht, dass jeder zum Veganer werden muss. In Maßen und von regionalen Bio-Erzeugern ist der Konsum tierischer Nahrungsmittel im Einzelfall durchaus vertretbar.

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