Familie
Mediation als Weg zur gewaltfreien Konfliktlösung

Konflikte sind Teil unseres Alltags. Manchmal fällt es schwer, die notwendige Distanz für die Lösung der Probleme zu bewahren. Hier hilft die neutrale Position des Mediators, der seinen außergerichtlichen und beziehungserhaltenden Beitrag zu einer gewaltfreien Konfliktlösung leistet.

Dienstag, 07.06.2016, 04:06 Uhr

Familie : Mediation als Weg zur gewaltfreien Konfliktlösung
Wenn bei einem Streit kein Ende in Sicht ist kann ein Mediator als neutraler Berater helfen. Foto: Foto Model: colourbox.de

Wer profitiert von der Mediation ?

Die Themengebiete der Mediation konzentrierten sich am Anfang vorwiegend auf die Vermittlung bei familiären Konflikten und Unterhaltsstreitigkeiten. Inzwischen findet die Mediation in vielen Bereichen des wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens ihre Anwendung. Im deutschsprachigen Raum ist sie seit dem Ende der 70er Jahre von Bedeutung. Die Mediation ermöglicht den betroffenen, emotional oft zu involvierten Parteien eine konstruktive Auseinandersetzung. Ob im privaten oder im beruflichen Umfeld, sie ist immer an praktischen, kostensparenden Lösungen interessiert und legt dabei gleichzeitig größten Wert auf den respektvollen Umgang der "Streitparteien" miteinander. Dadurch bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, neue Verhaltensweisen für zukünftige Konfliktsituationen zu entwickeln.

Die Rolle des Mediators

Der Mediator stellt eine neutrale, unparteiische Person dar, die von allen Konfliktparteien akzeptiert werden muss. Er bewertet weder, noch urteilt er, sondern nimmt die Standpunkte, Interessen und Gefühle aller beteiligten Personen ernst und hilft diese klar verständlich zum Ausdruck zu bringen. Der Mediator zeichnet für den Verlauf des vertraulichen Mediationsgespräches verantwortlich und wirkt zudem ausgleichend in hierarchischen Verhältnissen, wie es zum Beispiel zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern der Fall sein kann. Die Lösungen werden jedoch immer von den Betroffenen selbst erarbeitet.

Die Deutsche Gesellschaft für Mediation ( DGM )

Mit inzwischen über 6.000 Mitgliedern werden von den fünf Mediations-Verbänden Basisstandards für die Mediation genannt. Die Ausbildung eines Mediators sollte mindestens 200 Stunden umfassen, wovon ein angemessener Teil auf die Selbstreflexion entfallen sollte. Der Praxisbezug muss zusätzlich durch die Bearbeitung echter Mediationsfälle gegeben sein. Die DGM verleiht den Mediatoren nach erfolgter Überprüfung der Ausbildungsunterlagen befristete Gütesiegel-Zertifikate.

Ablauf einer Mediation

Über die Mediations-Verbände können Interessierte gezielt nach anerkannten Mediatoren in ihrer näheren Umgebung suchen. Nach der ersten Kontaktaufnahme findet üblicherweise ein Erstgespräch statt, in dem die gewünschten Ziele sowie der Inhalt des Mediationsvertrages besprochen werden. Im Anschluss daran werden Themen, Bedürfnisse und Interessen aller Betroffenen zusammengetragen, gewichtet und die Reihenfolge festgelegt, in der sie behandelt werden sollen. Nun beginnt der gemeinsame, kreative Lösungsprozess. Lösungsideen werden gesammelt, vertraulich und unter Ausschluss der Öffentlichkeit kann nun jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen. Auf diese Weise können sogar in emotional sehr belasteten Situationen manche verhärteten Fronten aufgeweicht werden. Der unparteiisch agierende Mediator begleitet diesen Prozess und achtet auf einen respektvollen Umgang der verwickelten Streitparteien. Eine erfolgreiche Mediation wird mit einem Abschlussprotokoll beendet, das alle Beteiligten unterzeichnen und sozusagen als schriftliches Beweismittel der Konfliktlösung mit nach Hause nehmen.

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