Familie
Studie: Was man über die Risikolebensversicherung wissen sollte

Haftpflicht- und Hausratversicherung sind den meisten Deutschen vertraut; doch über eine Risikolebensversicherung haben sich viele noch keine Gedanken gemacht.

Mittwoch, 20.03.2019, 10:37 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 10:39 Uhr
Familie: Studie: Was man über die Risikolebensversicherung wissen sollte
Das finanzielle Risiko bei Tod eines Partners wird häufig stark unterschätzt. Foto: Flickr.com / SariMontag

Das zeigt eine Befragung des Beratungsunternehmens Assekurata Solutions. Bei dieser ging es darum, welches Wissen die Deutschen über das Thema „Risikolebensversicherung“ haben. Das zentrale Ergebnis: Viel wissen sie über diese Art der Versicherung nicht.

Die Befragung von 1.000 Personen zwischen 30 und 69 Jahren ergab, dass nur etwa 15 bis 18 Prozent von ihnen den eigenen Tod oder den des Partners als mögliches finanzielles Risiko für sich und andere Hinterbliebene einschätzen. Dabei liegt die Zahl derjenigen, die in Deutschland zwischen dem 45. und 64. Lebensjahr versterben, aktuell bei 13 Prozent. Wenn ein solcher Todesfall eintritt und die finanziellen Verpflichtungen auf die Hinterbliebenen übergehen – also beispielsweise der Partner nun Kinder oder andere Familienmitglieder allein versorgen muss – ist die finanzielle Not mitunter groß. Daher ist die Risikolebensversicherung (RLV) besonders für Familien eine der wichtigsten Policen überhaupt und wird von Verbraucherschützern dringend empfohlen. Sie zahlt im Fall des Todes des Versicherungsnehmers eine vereinbarte Versicherungssumme aus, die den Hinterbliebenen hilft, ihre Kosten zu decken.

Die RLV lohnt sich allerdings nicht nur bei der Familiengründung, sondern auch bei der Aufnahme eines Kredits – sei es als Paar, als alleinstehende Person oder als Familie mit Kindern. Wie auf dieser Seite erläutert ,  kann die Risikolebensversicherung nämlich zur Kreditabsicherung genutzt werden. Meist bietet sich eine Police mit fallender Versicherungssumme an. „Fallende Versicherungssumme“ bedeutet, dass die Versicherungssumme immer niedriger wird, je mehr von dem aufgenommenen Kredit abbezahlt wird. Man versichert dabei also stets nur die Summe, die auch wirklich benötigt würde, wenn die Kreditnehmer das Darlehen aufgrund eines Todesfalls nicht mehr abbezahlen könnten. Einen Puffer für unvorhergesehene Ereignisse sollte man allerdings in jedem Fall auf aufschlagen. Bei der fallenden Versicherungssumme sind die Beiträge im Schnitt (also über den gesamten Zeitraum hinweg betrachtet) wesentlich günstiger als bei einer Police mit gleichbleibender Versicherungssumme.

Die Befragung von Assekurata Solutions ergab außerdem, dass fast 80 Prozent der Teilnehmer keine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben. 45 Prozent besitzen eine andere Form der Lebensversicherung ,  beispielsweise die teurere Kapitallebensversicherung, bei der beim Erreichen eines bestimmten, im Vertrag festgehaltenen Alters ein Anteil der Beiträge als Altersvorsorge ausgezahlt wird. 25 Prozent der Befragten haben bisher noch gar nicht über den Abschluss einer Lebensversicherung nachgedacht.

Wer eine Risikolebensversicherung abschließt, tut dies offenbar meist noch in recht jungen Jahren: Laut der Studie sind über vierzig Prozent der Versicherten jünger als 30 Jahre. Rund 12 Prozent schließen sie zwischen 40 und 49 Jahren ab. Das hängt möglicherweise damit zusammen, dass eine solche Versicherung besonders für Familien sinnvoll ist – wer Nachwuchs erwartet oder kleine Kinder hat, setzt sich meist mit dem Thema Absicherung auseinander. Ein großer Vorteil der Risikolebensversicherung gegenüber anderen Policen, der gerade Familien mit kleinem Budget zugutekommt, ist die vergleichsweise geringe monatliche Beitragshöhe.

Beim Schätzen der benötigten Versicherungssumme gaben viele Befragte einen zu niedrigen Betrag an. Rund die Hälfte hatte gar keine Vorstellung davon, welche Summe benötigt werden würde. Wer hingegen bereits eine RLV abgeschlossen hatte, bezifferte den Bedarf in der Regal höher und somit näher am tatsächlichen Bedarf.

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